Autor/in: Franz Blaha Seite: 1

Die Medien brauchen frische Monster

Maßnahmenvollzug: Psychiatrische Gutachten sind Fehlurteile

article_3857_massahmenvollzug_180.jpg «… die härteste Sanktion, die das Strafrecht kennt, weil sie lebenslang … bedeuten kann … auch für einen simplen Drohbrief …» So Journalist Thomas Trescher im eben erschienen Buch «Maßnahmenvollzug» zu eben diesem. Franz Blaha, Ratgeber des Augustin in allen Angelegenheiten des Strafvollzugs, hat es durchgelesen.
Tun & lassen - Franz Blaha 20.12.2016 mehr lesen +

Gegen das Misstrauensräderwerk

Vom Loser zum Kunstschaffenden: der Gefangene Ernst Platt

article_3600_kunst_mario_lang_180.jpg

9. Mai abends. Die Galerie Contemplor im Palais Esterhazy ist mit Gästen gefüllt, die sich vorerst fasziniert am Anblick großartiger Gemälde berauschen, obgleich die vernissageüblichen gefüllten Gläschen schon bereitstehen. Ernst Platt hat es mit seinen Bildern mitten ins Herz der Kunstszene Wien geschafft. Franz Blaha hat die Vernissage besucht.

Foto: Mario Lang


Artistin - Franz Blaha 07.06.2016 mehr lesen +

Die Justiz und ihr Canna-Biss

Georg Huß: Juristische Denkanstöße durch einen Wehrhaften

article_3275_carla_sperrstunde_180.jpg Augustin-Leser_innen kennen Georg Huß von den Beiträgen aus seinem Häftlingstagebuch. Seine unerschrockene Aufmüpfigkeit gegen die ganz normale Vollzugspraxis liefert in ganz besonders konzentrierter Form Denkmaterial zur Strafjustiz. Das Verhältnis der Justiz zu seiner Straftat ist paradox und diskussionswürdig. Franz Blaha hat mit Georg Huß über den engen Handlungsspielraum im Gefängnis gesprochen. Illu: Carla Müller ...
Tun & lassen - Franz Blaha 27.10.2015 mehr lesen +

Florian Flicker ist tot

Die ungeheure Quantität seiner Projekte gefährdete nie deren Qualität

article_2603_flicker_180.jpg

Nachruf wäre ein viel zu lautes Wort für den Abschied von einem so leisen Großen der Kunst. Man sollte das Adieu flüstern, das alle, die ihn kannten, dieser Tage vereint. Aber eben der, dem die Choreografie dieses Geflüsters zuzutrauen wäre, ist nicht mehr. Zahllose Weggefährt_innen haben den Verlust des liebenswerten Menschen und des überragenden Künstlers betont.

Foto: Manfred Werner


Artistin - Franz Blaha 30.08.2014 mehr lesen +

Gefängniszeitung abgewürgt

Sie plädierte für die Abschaffung des menschenrechtswidrigen «Maßnahmevollzugs»

article_2566_gefzeitung_180.jpg Die einzige Kommunikationsplattform des heikelsten Justizbereichs darf nicht erscheinen. Die «Blickpunkte», die Zeitschrift der Justizanstalt Mittersteig, kann seit Wochen und auf unbestimmte Zeit nicht mehr produziert werden. Man hat sämtliche Computer des betroffenen Anstaltsbereichs «zur Überprüfung» eingezogen, und der Zeitpunkt dieser Überprüfung legt nahe, dass die Gedankenfreiheit, die Friedrich Schiller vor mehr als 200 Jahren gefordert h...
Tun & lassen - Franz Blaha 22.07.2014 mehr lesen +

In U-Haft gilt die Schuldvermutung?

Fünfhundert Seiten über dreihundert «Höllentage»

article_2423_haefn_180.jpg In U-Haft gilt die Schuldvermutung ... Das widerspricht zwar dem Gesetz, aber es muss wohl so sein, denn anders ist nicht zu erklären, was Egon E. Werther seit dem 14. August 2012, 07:15 Uhr durchmacht. «300 Tage in der Hölle» ist auf dem Cover seines Gefängnistagebuchs zu lesen, den weiteren Verlauf seiner Untersuchungshaft betrachtet er bereits als Freiheit, denn seit 29. Mai 2013 verläuft seine U-Haft auf elektronisch gefesseltem «freiem» Fuß...
Tun & lassen - Franz Blaha 22.01.2014 mehr lesen +

Ein Justizmord?

Selbstmord nach der siebenundzwanzigfachen Anhaltezeit

In meinen Augen ist das ein besonders zynischer Justizmord. Der diesen Verzweiflungsausruf tut, ist kein ungestümer Jugendlicher, sondern ein äußerst bedachter Ordensgeistlicher, nahe seinen Siebzigern, dem der Selbstmord des Maßnahmeinhaftierten Markus Rechberger in der JA Stein im vergangenen März durch Mark und Bein geht wie vielleicht noch keinem anderen zuvor. Und dabei hat der Gefängnisseelsorger in den vielen Jahrzehnten seiner Tätigkeit ...
Tun & lassen - Franz Blaha 17.06.2009 mehr lesen +

Drin is a ned bessa ois wia drausd

"Gangster Girls" - ein Kinofilm hilft, eine versiegte Debatte wiederzubeleben

Filmpräsentation im Kino am Spittelberg. Das graue Haus in der Schwarzau ist bunt maskiert, und die Masken tun ihr Werk. Sie verhüllen und enthüllen zugleich, verbergen Gesichter, entlarven unsinnige Zwänge zur angeblichen Besserung, machen Personen unkenntlich und Schicksale sichtbar. Siebzig Minuten lang, Szene auf Szene, spielen die Gefängnisfrauen sich selbst in der Glitzerschminke außerirdischer Feen. Tragik im Prunkkleid wirkt unbeschwert ...
Artistin - Franz Blaha 08.04.2009 mehr lesen +

Die Kunst, mit Gewinn ein Buch zu lesen

Aus der Schreibwerkstatt

Lesen ist immer ein sich Auseinandersetzen mit beidem dem Stoff, den man liest und der eigenen Lesart. Und gar, wer schreiben will, muss lesen! Deshalb ist das jüngst erschienene Hitlerbuch des mehrfach preisgekrönten Schriftstellers, Fotografen und Filmemachers Uwe Bolius eine Fundgrube für uns tapfere Schreiberleins, weil er darin auch sehr ausführlich seinen eigenen Zugang zur Autorentätigkeit offen legt. Und dann: Er ist im selben Bezirk zu ...
Dichter Innenteil - Franz Blaha 13.02.2009 mehr lesen +

WEGAner überfallen Veganer

Wien, 22. Mai 2008 Liebe Tante Evi! Ich schreib dir ein Brief. Ich schreib ihn hier im Park. Und die Mama is auch da. Und die hilft mir beim Schreiben. Zu Haus traun mir uns nimma. Im Park trau ich mich, weil da sind die Männer nicht so schiach. Du ich hab so Angst um den Papa. Weil gestern sind ganz fremde Männer bei uns eingebrochen. In da Früh. Es war noch ganz finsta und mir haben noch geschlafen. Der Papa hat auch noch geschlafen. Und der O...
Dichter Innenteil - Franz Blaha 18.06.2008 mehr lesen +

Willkür und Selbstkontrolle

Ein Abend im Häferl zum Thema Fehlverhalten der Justiz

Ein Mann klagt nach unfassbaren Fehlhandlungen die Republik. Sein Anwalt erhält die Ladung zur Verhandlung. Der Richter Dr. V., LG f. ZRS Wien, weist den Anwalt an, den Saal zu verlassen. Dann weist er die Klage mit der Begründung ab, der Kläger sei nicht anwaltlich vertreten. Offensichtlich ein Fehlverhalten der Justiz. Die Frage ist nur: Handelt es sich um eine seltene Entgleisung?


Tun & lassen - Franz Blaha 12.01.2007 mehr lesen +

Gefängnisse abschaffen?

Leider kein Koalitionsverhandlungsthema

"Ohne Gefängnis - eine Utopie?" fragen die Referenten einer Publikumsdiskussion in der Passage-Galerie des Künstlerhauses, und Robert Sommer vom Augustin moderiert. Das Thema scheint in Zeiten explodierender Häftlingszahlen out zu sein, dennoch füllt sich der Ausstellungssraum. Jedenfalls gehen den VeranstalterInnen des Events die Sitzgelegenheiten aus, und die Diskussion verläuft vom Start weg so angeregt, dass sie selbst kaum zu Wort kommen....
Tun & lassen - Franz Blaha 15.11.2006 mehr lesen +

Die Hand ist ausgerutscht

Augustin beobachtet die Justiz (2): Das Unternehmen der WEGA

Justizbeobachtung im Sensationsprozess gegen vier Beamte der Wiener Einsatz-GruppeAlarmabteilung. Sie haben, wie jetzt aktenkundig ist, den Schwarzafrikaner Jassey Bakary beim Zurückbringen von einem gescheiterten Abschiebeauftrag stundenlang der schweren Folter ausgesetzt. Bei ZARA werden im Beobachtungszeitraum von zwei Jahren weit mehr als hundert mutmaßlich rassistische Übergriffe gemeldet. Viele lassen sich nicht konsequent verfolgen. In die...
Tun & lassen - Franz Blaha 15.09.2006 mehr lesen +

Ein Justizskandal und seine Verdoppelung

Aus der Niederschrift des Gefangenen Franz Schmidt (5)

Franz Schmidt ist ein Lebenslanger in Stein. Seine Lebensgeschichte sollte Pflichtlektüre im Erziehungs- und Justizbereich werden. Die ganze Kausalkette der Härte statt Sinnhaftigkeit-Mentalität, die ausschließlich zu Verlierern auf allen Seiten führt, wird an seiner Biografie sichtbar.
Dichter Innenteil - Franz Blaha 02.06.2006 mehr lesen +

Schau dass du heimkommst

Aus der Niederschrift des Gefangenen Franz Schmidt (4)

Zur Erinnerung: Franz Mayr durchlebt eine Kindheit im ländlichen Elend der Dreißiger Jahre. Aus existentieller Not seiner Mutter wird er zum Gemeindekind, später zum Adoptivkind in einer Umgebung die ihn vom frühesten Kindesalter an anfeindet. Aus Hunger und Angst wird er zum Wursträuber, aus Loyalität zum ersten platonischen Schwarm und aus Unachtsamkeit zum Brandstifter. Der zum Tatzeitpunkt noch nicht 14-jährige wird dafür zu 8 Jahren Haft ver...
Dichter Innenteil - Franz Blaha 17.03.2006 mehr lesen +

Die Scheune des Teufels

Aus der Niederschrift des Gefangenen Franz Schmidt (3)

Zur Erinnerung: Franz Schmidt verbüßt eine lebenslange Haftstrafe in Stein. Er hat dort seine Memoiren geschrieben, um der Nachwelt die volle Wahrheit über Schuld und Unschuld seines Handelns zu hinterlassen. Es ist ein Vermächtnis an seine Familie, die seit all den Jahrzehnten seiner Inhaftierung zu ihm hält.

Dichter Innenteil - Franz Blaha 03.02.2006 mehr lesen +

Du bist ab heute nicht mehr der Mayr...

Aus der Niederschrift des Gefangenen Franz Schmidt (2)

Es sind meine 21. Weihnachten, die ich unverschuldet im Gefängnis und ohne Familie verbringen muss. Diese Tage sind die furchtbarsten im ganzen Jahr, denn Weihnachten ist das Fest der Familie. Dieser Satz des Franz Schmidt erreichte uns am 11. Dezember 2005. Er hat uns gebeten, den Satz dem nächsten Auszug aus seinen Memoiren voranzustellen. Zur Erinnerung an den Beginn dieser Serie: Der Autor wird 1931 als einjähriges Kind dem Bürgermeister eine...
Dichter Innenteil - Franz Blaha 18.01.2006 mehr lesen +

Des Gesetzes blaues Auge

Augustin beobachtet Richter (1): Die verlorene Idee der Sühne

In einem Rechtsstaat ist die Gerechtigkeit auf einem Auge blind. Das zeichnet ihn gegenüber den Diktaturen aus, wo sie zwei tote Augen hat und ihr auch noch der Blindenhund verboten ist. Wir leben in einem solchen Rechtsstaat und müssen froh darüber sein. Aber bei bestimmten Anlässen wird uns die erwähnte Sehbehinderung bewusst. Beispielsweise, wenn wir als ungeladene Zuhörer einem Strafprozess beiwohnen.
Tun & lassen - Franz Blaha 15.01.2006 mehr lesen +

Sie können ja den Freitod wählen

Aus der Niederschrift des Gefangenen Franz Schmidt (1)

Wenn die Justiz ein schlechtes Gewissen bekommt, empfiehlt sie ihrem Opfer den Selbstmord. So jedenfalls liest es sich in den Memoiren des Franz Schmid. Es ist aber nicht die einzige Unglaublichkeit in seiner Leidensgeschichte.
Dichter Innenteil - Franz Blaha 02.12.2005 mehr lesen +
Autor/in: Franz Blaha Seite: 1