Autor/in: Kerstin Kellermann Seite: 1 2

Als ob Gott sich schlafen legte

Marcel Odenbachs Kunst sieht sich Opfer-Täter_innen-Strukturen an

article_3912_gott_schlafen_legt_lisbet_180.jpg Marcel Odenbach bekam die Lebenspakete «Holocaust» und «Kolonialismus» in seiner Großfamilie hautnah mit. In der Kunsthalle stellt er seine eigenwilligen Videos und Papierarbeiten aus hunderttausend Bildchen aus – hie und da mit einem Kinderscherz versehen. Text: Kerstin Kellermann, Fotos: Lisbeth Kovačič
Artistin - Kerstin Kellermann 14.02.2017 mehr lesen +

Geliebt werden und Geschirr zertrümmern

Schulmodelle ohne konventionelle Unterdrückung

article_3902_buch_schule_180.jpg Eine informelle Schule aus einem Aluminium-Koffer heraus, für indische Straßenkinder; eine Schule mit Mitsprachrecht für puertoricanische Kinder, die in Gangs in Chicago organisiert sind; oder eine Schule während des Zweiten Weltkrieges, die aggressive Kinder integriert und am Land sich fröhlich entwickeln lässt: Das kleine Buch «Überlebensschule» von David Gribble birgt enorm viel Hoffnung für «ausgegrenzte Kinder» – wie die nämlich in Freiheit ...
Tun & lassen - Kerstin Kellermann 31.01.2017 mehr lesen +

Denkmal als Spiegel der Synagoge

Am Judenplatz: Bilderausstellung von Adolf Frankl in Gefahr

article_3853_artforum_180.jpg Ein Denkmal für Shoah-Opfer, die österreichweit einzige Bilderausstellung eines Auschwitz-Überlebenden, das Museum und die Reste einer mittelalterlichen Synagoge machen derzeit den Wiener Judenplatz aus.  Das Ergebnis ist eine Mischung von Kunst mit archäologischen Funden. Was fehlt, sind Übergänge zu anderen Orten der Stadt – wie zum künftigen, enorm geschrumpften «Haus der Geschichte». Von Kerstin Kellermann (Text), Mehmet Emir (Fotos) und...
Vorstadt - Kerstin Kellermann 20.12.2016 mehr lesen +

Was passiert wirklich in Kroatien?

Tausende Menschen werden wegen «Dublin III» weggeschickt

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Auch wenn in Zagreb 600 Flüchtlinge im Flüchtlingsheim «Hotel Porin» sitzen und einige wohl privat wohnen können, bleibt die Frage, wo die anderen Tausenden unterkommen, die aus Deutschland und Österreich abgeschoben werden.  Kerstin Kellermann hat mit einer Niederösterreicherin gesprochen, die «Leben retten» möchte – und sich mit den Abschiebungen ihrer Freund_innen konfrontiert sieht.

Foto: Samer Amin


Tun & lassen - Kerstin Kellermann 08.11.2016 mehr lesen +

Zuerst die Federn, dann das Stroh

Die Niederösterreicherin Ingrid W. wehrt sich gegen Abschub ihres Schützlings

article_3723_ali_privat_180.jpg Als Kind sah Ingrid W. ungarische Kinderflüchtlinge in ausrangierten Eisenbahnwaggons leben. Nach dem Erntedankfest 2015 nahm die pensionierte Lehrerin einen jungen irakischen Flüchtling auf, der im Juli abgeschoben wurde. Nun besucht sie ihren Schützling in der Schubhaft im «Hotel Porin», einem Flüchtlingsheim in Zagreb. Kroatien schiebt Flüchtlinge zurück nach Syrien und in den Irak ab. Ein Todesurteil. Von Kerstin Kellermann.
Tun & lassen - Kerstin Kellermann 27.09.2016 mehr lesen +

Gstettner ging in die Wälder

Das unvollständig verdrängte Wissen über das Loibl-KZ

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«Grabe, wo du stehst!», schrieb der schwedische Historiker Sven Lindqvist in seinem «Handbuch zur Erforschung der eigenen Geschichte».  Der Klagenfurter Universitätsprofessor Peter Gstettner nimmt sich diesen Aufruf zu Herzen und sucht beharrlich nach Resten des KZ-Lagers Loibl Nord. Kerstin Kellermann hat ihn getroffen.

Foto: privat


Tun & lassen - Kerstin Kellermann 13.09.2016 mehr lesen +

«Wir sind der Ortskern!»

Kunst gegen Goldgräber, die Dörfer aufkaufen

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Eine neue Fertighaussiedlung versus leerstehende alte Gebäude entlang der Dorfstraße. Bauern mit Erdäpfelautomaten versus Wohnbaugesellschaften, die ehemalige Feuchtwiesen aufkaufen. Natalie Deewan schrieb in Pixendorf auf die Fassaden, was Dorfbewohner_innen sich nach einem Blick über die Schulter zuflüstern. Eine Reportage von Kerstin Kellermann.

Foto: Christoph Moderbacher


Vorstadt - Kerstin Kellermann 31.08.2016 mehr lesen +

Öllinger und das Netz der Nazis

«Es gibt Kräfte im Staat, die tun die Republik ausspionieren»

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Normalerweise bringt der Augustin keine Politiker-Interviews. Ein Dogma, das auch unserer Mitarbeiterin Kerstin Kellermann nicht unbekannt war. Sie plädierte aber in diesem Fall für eine Ausnahme. Der grüne Nationalratsabgeordnete Karl Öllinger geriet wegen seiner Homepage «Stoppt die Rechten» aus der Sicht der FPÖ in die Rolle eines staatsfeindlichen Spions.

Foto: Christof Moderbacher


Tun & lassen - Kerstin Kellermann 06.07.2016 mehr lesen +

Runde und offene Ruinen der Moderne

Ausstellung zum billigen Baumittel Beton

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Zwei Lehrer von der HTL für Bautechnik schauen sich mit lauter Jungs die Ausstellung «Beton» in der Kunsthalle Wien an. Von «Zug pro Quadratmeter» ist die Rede, dass man rechnen muss, weil Beton praktisch kein Volumen hat und sich verflüssigt.

Foto: Courtesy of Ingrid Martens


Artistin - Kerstin Kellermann 06.07.2016 mehr lesen +

Die historische Verdichtung außerhalb des Gürtels

Sonderausstellung über Barackensiedlungen im Bezirksmuseum Ottakring

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Bereits am Ende des 19. Jahrhunderts war Ottakring Anziehungsort für «Migrant_innen» und «Unterschichtler_innen». Eine Ausstellung beleuchtet Fürsorge und Notbaracken in Wien nach der Jahrhundertwende als Beispiele für die Veränderungen im städtischen Raum. Kerstin Kellermann traf die beiden Kuratorinnen.

Foto: Bezirksmuseum Ottakring


Vorstadt - Kerstin Kellermann 24.05.2016 mehr lesen +

Verwurzelung gegen krankhafte Stadterweiterung

Wer klaute den Rothneusiedl-Einwohner_innen ihre Gemüse-Felder?

article_3563_haschahof_180.jpg Mitten in der «Pampa», in einer brachliegenden Ebene mit beinahe null Infrastruktur, schwer zu erreichen, gab es einen landwirtschaftlichen Betrieb, in dem Anrainer_innen ihr eigenes Gemüse ziehen konnten. Kerstin Kellermann (Text) und Lisbeth Kovačič (Fotos) nahmen an einem «Aktions-Wandertag» zum Haschahof teil.
Vorstadt - Kerstin Kellermann 11.05.2016 mehr lesen +

«Das Malen war für mich eine Hoffnung»

Bauunternehmer, Flüchtlinge und die Kunst in Klosterneuburg

article_3548_malen_180.jpg Das noch vor dem Linzer Lentos schönste Kunstmuseum Österreichs wird mit erstem Juli zugesperrt. Mit in die Versenkung verschwindet das Atelier für die in der Magdeburg-Kaserne stationierten Flüchtlinge. Haselsteiner überführt die spektakuläre Kunstsammlung nach Wien berichten Kerstin Kellermann (Text) und Haiku Kilian Kupries (Fotos) aus Klosterneuburg.
Vorstadt - Kerstin Kellermann 26.04.2016 mehr lesen +

Was macht Frontex in unserem Parlament?

Flüchtlinge als Expert_innen Nr.1 – Eine Konferenz in Hamburg

article_3501_konferenz_180.jpg Auf der Flüchtlingskonferenz in Hamburg erläuterten Sprecher_innen die Lage in den Transitländern Marokko und Tunesien. Was bei solchen Tagungen meist nicht der Fall ist, passierte hier wie selbstverständlich: Die wirklichen Fachleute waren stark vertreten. Über 2000 Flüchtlinge besuchten die dreitägige Refugee Conference. Kerstin Kellermann beobachtete für den Augustin. Bild: «Flüchtlingsschiff» von Flatter Zenda. Foto: Kerstin Kelle...
Tun & lassen - Kerstin Kellermann 15.03.2016 mehr lesen +

Revolution is ongoing

Ausstellung «Arabic Graffiti»: der blaue BH als Fahne

article_3493_graffiti-409_fertig_klein_180.jpg Die Ausstellung «Arabic Graffiti» dokumentiert die Freude an der Gestaltung des öffentlichen Raumes im Zuge der Revolutionen in Tunesien, dem Libanon und Ägypten. Die Erinnerungsbilder an «das Mädchen mit dem blauen BH» vom Tahrir-Platz in Kairo dokumentieren hingegen die fortdauernde Gewalt. Ein Gespräch mit dem Street-Art-Künstler El Teneen. Von Kerstin Kellermann. ...
Artistin - Kerstin Kellermann 15.03.2016 mehr lesen +

«Da fahrt der Bagger drüber»

Greift ein Wiener Wirtshaus-Sterben um sich?

article_3449_wirtshaus_180.jpg Der beliebte Heurige auf der Alszeile in Dornbach muss einem Wohnhaus weichen. Für den Adlerhof in der Burggasse, den vor allem Fußball-Fans schätzen, wird gerade ein_e Nachfolger_in gesucht. Die Gastwirte Susanne Fichtner und Stefan Giczi erzählten Kerstin Kellermann (Text) und Kilian Haiku Kupries (Fotos) von ihrem arbeitsreichen Leben in der Gastronomie.
Vorstadt - Kerstin Kellermann 02.02.2016 mehr lesen +

... in Auschwitz hörte die Sprache auf!

In Theresienstadt schrieb Helga Pollak-Kinsky ein Tagebuch, aber ...

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Während in Theresienstadt noch künstlerische Aktivitäten möglich waren, wurde das KZ Auschwitz zur großen Leerstelle in Bezug auf Schreiben und Sprache überhaupt. Mit Helga Pollak-Kinsky, die als Kind im Ghetto Theresienstadt Tagebuch schrieb, sprach Kerstin Kellermann.

Foto: Florian Fusco


Tun & lassen - Kerstin Kellermann 10.11.2015 mehr lesen +

Die Arbeit der Erniedrigung

article_3206_dicht_180.jpg Den Bildern aus dem Erstaufnahmezentrum von Traiskirchen entströmt eine gewisse Leere. Bilder aus Flüchtlingslagern führen in einen «zentralen Strudel». Foto: Birgita Fina Bildtext: Mostafa Elrhandouri «Phantasie eines Schlafenden» (2014), Acryl auf Leinwand, 30 x 40 cm. Der marokkanische Maler lebt in Villach und hat sich viel mit «Leeren Gefühlen» und «Flüchtigen Landschaften» auseinandergesetzt.   ...
Dichter Innenteil - Kerstin Kellermann 28.08.2015 mehr lesen +

Augustine haut ab

Wie kann man sexualisierte Gewalt in Bilder übersetzen, ohne sie zu verstärken?

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Die Linzer Tagung «Kicking Images» erforscht Bilder zu sexualisierter Gewalt. Kerstin Kellermann hat sich dort umgehört und mit der Künstlerin Letizia Werth über ihre Graphitzeichnungen von Frauen in psychiatrischen Zwangssituationen gesprochen.

Zeichnung: Letizia Werth


Artistin - Kerstin Kellermann 09.06.2015 mehr lesen +

Was man gerade noch aushalten kann

Max Mannheimer malt gegen die eingebrannten Bilder an

article_3067_tun_heiko_kilian_kupries_180.jpg Der KZ-Überlebende Max Mannheimer malt abstrakt und nach Kandinsky. Er verwendet ungewöhnliche Materialien wie Harz oder Glas. 1980 versuchte er, ein kleines Hakenkreuz auf einem Betonpfeiler auszukratzen und fiel in Ohnmacht. «Mein Unterbewusstes hat mir einen Streich gespielt», sagt der 95-jährige Präsident der Lagergemeinschaft Dachau heute. Kerstin Kellermann (Text) und Heiko Kilian Kupries (Fotos) haben ihn in seinem Zuhause unweit von Münch...
Tun & lassen - Kerstin Kellermann 14.04.2015 mehr lesen +

Die Söhne der «Kriegshelden»

Kids aus der Brigittenau – und die Faszination des »Kalifates»

article_3056_fabian@florian_fusco_180.jpg Von seinen Schützlingen ist noch keiner aus der Brigittenau ins syrische IS- «Kalifat» ausgereist, aber mit ausgeprägter Kriegsromantik von Kids muss sich der Sozialarbeiter Fabian Reicher sehr wohl auseinandersetzen. Reicher in einem Gespräch, das Kerstin Kellermann für den Augustin mit ihm führte: «Wenn wer nur auf die islamistische Ideologie steht, heißt es nicht automatisch, dass er in den Krieg zieht.» Foto: Florian Fusco ...
Tun & lassen - Kerstin Kellermann 31.03.2015 mehr lesen +

«Ich nichts Zappzarapp machen!»

Auch Bettler und Straßenmusiker haben ihren Stolz. Ein Bettler-Blues aufs Schlaraffenland.

article_2954_illu_andi_kleinhansl__180.jpg Friedlich sitzt der alte Mann mit der hohen Russenmütze auf einem Bankerl beim Westbahnhof. Neben ihm steht sein Akkordeon. Drei junge, eifrige Polizisten umrunden ihn: «Personenkontrolle!» Und zu einem Zuschauer: «Nein, wir haben jetzt gerade nichts Besseres zu tun.» Laut Funk-Auskünften liegt aber keine Anzeige gegen den Bulgaren vor. In Österreich sein darf er auch. EU-Ausland. Schlaraffenland, in dem einem gebratene Tauben in den Mund fliegen...
Dichter Innenteil - Kerstin Kellermann 03.03.2015 mehr lesen +

Wie im Traum, wenn man schreien will

Peggy Parnass - schamvolles Überleben, präzise formulierte Wut

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Als leidenschaftliche und streitbare Gerichtsreporterin schaute Peggy Parnass NS-Täter_innen mutig ins Auge. Als Kind versuchte sie ihre Eltern aus dem KZ zu retten, doch Schweden machte die Grenzen zu. Im Herbst wurde die Geschichte ihrer Kindheit als Buch publiziert. Kerstin Kellermann besuchte die Autorin für den Augustin in Hamburg.

Bild: Tito de Rega Silvo


Tun & lassen - Kerstin Kellermann 12.11.2014 mehr lesen +

Nonantola, Lampedusa ...

Gut, dass es Schlepper_innen gibt

«Wie sind diese drei Grenzen überwältigt worden? Das war schwierig. Die Flucht der jüdischen Kinder dauerte insgesamt über viereinhalb Jahre!» Klaus Voigt aus Berlin sprach auf der Wiener Tagung ««Schleppen», schleusen, helfen.
Tun & lassen - Kerstin Kellermann 29.10.2014 mehr lesen +

«Das Ruder nicht aus der Hand geben»

Tochter des Wiener Wurstelpraters und einer Geisterbahn-Mutter

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Die Autodrom-Chefin Katja Kolnhofer entstammt einer der ältesten Familien des Wiener Wurstelpraters. Nun möchte sie hinter ihrem «Super-Autodrom» noch ein Fahrgeschäft, eine Attraktion hinstellen.

Foto: Christof Moderbacher


Vorstadt - Kerstin Kellermann 31.08.2014 mehr lesen +

Sieg des Flüchtlingshelfers gegen die Staatsanwältin

Der Fall Genner

article_2444_genner_180.jpg Einen Tag vor Prozessbeginn stellte der Oberstaatsanwalt das Verfahren gegen den Flüchtlingsunterstützer Michael Genner ein. Es drohten zwei Jahre Haft wegen «Gutheißung einer Straftat». Die 20.000 Toten an den EU-Außengrenzen seien Mordopfer, meint Michael Genner, und in Kriegssprache: «Wir stehen an einer kleinen Stelle der Front.» Gerade starben in Deutschland eine Flüchtlingsfrau und zwei Kinder nach einem Brandanschlag auf ein Heim. Foto: M...
Tun & lassen - Kerstin Kellermann 18.02.2014 mehr lesen +

Die Akademie als Misthaufen

Gunter Damisch, Punk-Bassist und Maler

article_2352_damisch_180.jpg Sie hörten sich an wie Punks, hatten Proberäume in der Gassergasse, und der damalige Wissenschaftsminister Fischer setzte sich nach der Räumung dafür ein, dass die Kunststudenten ihre Instrumente von der Polizei zurückbekamen: ein Interview mit dem Maler und Bassisten Gunter Damisch und ein sehr hässlicher Rückblick auf die Band Molto Brutto.

Artistin - Kerstin Kellermann 12.10.2013 mehr lesen +

Maghrebinischer Flüchtling statt Sehnsuchtsreise

Wie eine Privatperson dem Staat die Flüchtlingsunterstützung abnimmt

article_2357_saualm_180.jpg Die schöne Stadt Villach verfügt über tschetschenische Internetcafés, Migrant_innenberatungsstellen auch für Roma, die als Galerie dienen, und tolle Ausstellungs- und Konzert-Orte wie den «Kulturhofkeller». Aber ziemlich dringend fehlt es an Therapeut_innen für Traumaschäden und - an einer Straßenzeitung.

Artistin - Kerstin Kellermann 02.10.2013 mehr lesen +

Schleppen kann retten

Flüchtlingsanwalt: Die geringste Hilfe für Vertriebene wird kriminalisiert

article_2300_binder_180.jpg Rechtsanwalt Lennart Binder ist etwas frustriert. Eigentlich will er die drei als «Schlepper» verhafteten Flüchtlinge des ehemaligen Refugee Camps vor der Votivkirche nicht wahnsinnig gerne betreuen. Grund: «Die Akten bestehen aus unglaublich vielen Polizei-Telefonüberwachungsprotokollen, aus sinnlosen Gesprächen von Unverständlich mit Unverständlich, aus deren kryptischen Satzfetzen imaginäre Tatbestände konstruiert wurden.» Binder im Gespräch m...
Tun & lassen - Kerstin Kellermann 22.08.2013 mehr lesen +

Großmütter, die regieren, und Kärntner, die helfen

Véro La Reine vereint traditionelle Bikutsi-Musik mit der Moderne ihrer Erfahrungen

article_2268_vero_180.jpg Bikutsi-Musik diente den Frauen in Kamerun früher als Möglichkeit, Sorgen auszutauschen und sich Tipps und Ratschläge zu holen. In der Öffentlichkeit zu sprechen statt Probleme zu schlucken. Die hart arbeitende Musikerin Véro La Reine will diese Tradition weiterführen.
Artistin - Kerstin Kellermann 11.06.2013 mehr lesen +

«You don't go back to your Lager!»

Aufrufe zum Durchhalten von und an Flüchtlingsfrauen

article_2246_konferenz_mahdiyeh_kalhor_180.jpg Menschenfeindliche und erniedrigende Lebensbedingungen herrschen in den Flüchtlingslagern des reichen Deutschland vor. Die Frauen-Flüchtlingskonferenz in Hamburg gab einer algerischen Journalistin, die direkt vor der Abschiebung steht, wieder Kraft weiterzukämpfen.
Tun & lassen - Kerstin Kellermann 15.05.2013 mehr lesen +

«Gebt die Angst den Besitzern zurück»

Flüchtlingskonferenz in München auf der Suche nach Theorie

Auf der gut besuchten Flüchtlingskonferenz in München bemühten sich Flüchtlinge, eine eigene Theorie dazu zu entwickeln, warum die europäischen «Aufnahmegesellschaften» eine derartig gefährliche Flüchtlingsabwehr praktizieren. Ausflüge ins «Haus der Kunst» und ins Jüdische Museum zeigten anregende Widerstandsformen aus anderen Kontexten.
Tun & lassen - Kerstin Kellermann 19.03.2013 mehr lesen +

Hohe Braut-Zahlung an Österreich

Wie aus einem erfolglosen «Ankerkind» ein wartender «Anker-Ehemann» wird

Eigentlich bedeutet der Begriff «Ankerkind» ja etwas Positives, nämlich dass Flüchtlingskinder in einem Land ankern dürfen, ähnlich einem Schiff. Aber nicht nur wurde dieser Begriff von der Politik verdreht, sondern die Familienzusammenführung funktioniert oft gar nicht und kostet trotzdem enorme Summen.
Tun & lassen - Kerstin Kellermann 23.01.2013 mehr lesen +

«Das ist wie ein Krebs, man wird tot innen»

Auf Menschen mit Todes-Erfahrungen muss man aufpassen

article_2129_fluechtl_180.jpg Weil Shajahan weiß, wo sich ein Ausbildungs-Zentrum der Taliban befindet, würde er in Pakistan ermordet werden. Doch Österreich ist nicht bereit, ihm Asyl zu gewähren. Nun hungert Shani sich die bei den Taliban durch Steroide zugenommenen Kilos in Österreich im Hungerstreik wieder herunter.
Tun & lassen - Kerstin Kellermann 08.01.2013 mehr lesen +

Celovec instandbesetzt

Firlefanz und Dilettanz übernehmen eine alte Nazi-Baracke

article_1976_322_tun_hausbesetzung_kae_180.jpg Das neue Polizeibefugnisgesetz erlaubt Räumungen heute auch ohne Hausbesitzer_in. Doch 2006 lag Klagenfurt noch im Trend der internationalen Hausbesetzungsbewegung und verlieh sich mit dem «Bomba Clab» in alten Militärbaracken Flügel. In den 70er Jahren wurde aus Protest gegen den Ingeborg-Bachmann-Preis das Nachbarhaus besetzt und zum autonomen Literaturort gemacht.
Tun & lassen - Kerstin Kellermann 30.05.2012 mehr lesen +

Feuerlegen in Venedig

Neo- und Ex-Österreicher_innen im Simbabwe- und Roma-Pavillon

article_1818_theaterabsurd2_180.jpg «Die Idee einer Nation muss als Vorstellung von Gemeinschaft erneuert werden», steht im niederländischen Pavillon auf der Biennale Venedig. Der thailändische Pavillon in einem Kaffeehaus erfindet die eigene Nation «Navinland» und Wachmänner mit Pistolen bewachen den illuminierten Gottvater, fliegend mit Gänsen, von Tintoretto («La creazione degli animali» 1518). Der illuminierte Jesus gibt anderen zu trinken. Simbabwe und die Roma stellten zum er...
Artistin - Kerstin Kellermann 30.09.2011 mehr lesen +

"Wie kann man stabile Strukturen für Roma aufbauen?"

Nicht nur die deutschsprachigen Straßenzeitungen fragen sich:

tun-ideentag©mario.jpg Durch die harten Lebensbedingungen in den ehemals sozialistischen Ländern verjagt, befindet sich europaweit eine große Zahl von Roma auf der Suche nach neuen Lebensmittelpunkten. Vom kompletten Ausschluß bis zur fraglosen Integration in den Vertrieb, zeigen die Straßenzeitungen in Berlin, Hamburg, Bochum oder Wien sehr unterschiedliche Wege die große gesellschaftliche Frage der Überlebensmöglichkeiten von Roma zu beantworten.
Tun & lassen - Kerstin Kellermann 20.05.2011 mehr lesen +

«Unser Leben dauert nur einen Sommer»

Musik, Literatur und die Gebete zu Devla: Roma brachten Leben in den Dom

art-romaruanikoli-lak.jpg Eine große Feier des «Romavolkes» im Stephansdom erinnerte an den 8. April 1971, an dem Roma aus 35 Ländern in London die Plattform «Internationale Romani Union» gründeten, um mehr Rechte zu erreichen. «Die Jugendlichen können auch an Gott glauben, aber nur wer will, freiwillig», sagt Rabie Peri-Jasar.
Tun & lassen - Kerstin Kellermann 21.04.2011 mehr lesen +

«They make you crazy»

Nigeria heißt Hölle und Steyr ist kein Paradies

article_1646_makleledennis_180.jpg Den Kummer für die ganze Welt spürt und trägt der junge, tapfere Maklele Dennis auf seinen Schultern, und er ist zu groß für ihn. Als Verkäufer der OÖ-Straßenzeitung «Kupfermuckn» liebte er es, mit seinen Kunden zu scherzen. «Das ist das Leben, das ich mag und führen will», sagt er. Der Augustin besuchte ihn auf der Psychiatrie in Steyr.
Tun & lassen - Kerstin Kellermann 27.01.2011 mehr lesen +

«Journalisten musst du bespassen»

Schön wie ein Kunstmagazin: die Flüchtlingszeitung «Hinterland»

Rührig und flott präsentiert sich die Belegschaft der Zeitschrift «Hinterland» des bayrischen Flüchtlingsrates, der sich ein Wohnmobil ausborgte und eigenständig Inventur in den Flüchtlingslagern machte.
Artistin - Kerstin Kellermann 20.10.2010 mehr lesen +

«Asylwerber unglaubwürdig. Punkt»

Rechtsanwalt Binder: Im Asylverfahren trennt sich das Recht von der Gerechtigkeit

Die Routine, das Alltägliche ist eigentlich das Bösartige, sagt Rechtsanwalt Lennart Binder, der sich seit Jahrzehnten für Flüchtlinge und andere aussichtslose Fälle einsetzt. Seine große Enttäuschung betrifft das Verhalten des Verfassungsgerichtshofes.
Tun & lassen - Kerstin Kellermann 09.09.2010 mehr lesen +

Die Scham der Schwaiger

Spruchdampfheizung, Volksbeglückungshemd und arme Sünder

schwaiger©koschkahetzer-.jpg Warum sind die psychisch Kranken in finanzieller Hinsicht so arm? Oder warum werden «sozial Schwache» psychisch krank? Ein Nachruf auf Brigitte Schwaiger, die sich in die Donau fallen ließ.
Tun & lassen - Kerstin Kellermann 08.09.2010 mehr lesen +

Hartgeld auf Knopfdruck

Ohne Schmach und Pein und in der Gegend Herum-Knien

article_1547_tun-bettlerautomat_180.jpg Einen Bettler-Automaten, nach einem Modell der Stadt Wien von 1927 gebaut, stellte der Künstler Johannes Heuer im Bezirksmuseum Floridsdorf aus zwischen Schusterkugeln, zivilen Perkussionspistolen und mit Hakenkreuzen bestickten Taschentüchern.
Tun & lassen - Kerstin Kellermann 28.07.2010 mehr lesen +

"Die Bösen werden am Ende siegen"

Von Kindern, die Krieg und die Flucht überlebten: No Wellcome in Austria

Zwölf Polizeibeamte, die ratlos ein schreiendes Kind umstehen, Prinzessinnen, die Schatzkisten nicht verlassen dürfen und Hunde, die Kinder besser beschützen als die österreichischen Behörden. Aus dem Alltag der Traumatherapeutin Sonja Brauner, die trotz Abschiebungen Kinderflüchtlingen stabile Augenblicke verschafft.
Tun & lassen - Kerstin Kellermann 28.05.2010 mehr lesen +

... und Genossin Yilmaz glaubt das alles

Eine Stadt nach der anderen will den BettlerInnen zur Hölle werden. Teil 1

Nurten Yilmaz glaubt an das, was sie sagt. Die Wiener SPÖ-Gemeinderätin ist davon überzeugt, dass die neuen gesetzlichen Verschärfungen gegen «gewerbsmäßige» BettlerInnen ein Sieg im Kampf gegen den Menschenhandel und die Organisierte Kriminalität seien. Was für ein Signal ist die Novellierung des Landessicherheitsgesetzes wirklich? Vor allem die Behinderten unter den Bettelnden sollen in ihren südosteuropäischen Dörfern bleiben und dort schauen,...
Tun & lassen - Kerstin Kellermann 03.05.2010 mehr lesen +

Ein See, der "blubb" macht

Gert Jonkes kleine Schwester Bella Ban ist eine große Künstlerin

article_1427_bellapan_180.jpg Bella Ban will luftige Textschachteln für Gert Jonke schaffen, arbeitet den Kärntner Nationalsozialismus ab und schafft neue Räume in Wortskizzen, Performances und Bildern. Das politisch-ästhetische Kunstprojekt Cafe OM in Klagenfurt durchlebte sie mit Viktor Rogy, dem letzten Dadaisten Kärntens. Viktor Rogy starb 2004, Gert Jonke vor einem Jahr. Bella Pan im Augustin-Gespräch.
Artistin - Kerstin Kellermann 27.01.2010 mehr lesen +

Gefallene mit Flügeln wie Engel

Aus Anlass von "Gender Check": Gespräch mit Tadej Pogacar, Slowenien

article_1409_chendercheck2_180.jpg Es sei noch zu früh, um Kunst zum Thema Krieg zu erwarten, meint der slowenische Künstler Tadej Pogacar, der auf verschiedenen Biennalen zum Thema «Sexarbeit» ausstellte und gerade bei der Gender Check-Ausstellung im Wiener MUMOK dabei ist. Seine Kunst, in der Prostituierte und Obdachlose den Ton angeben, steht im lebendigen Gegensatz zu den im Gebiet des ehemaligen Jugoslawien verbreiteten militärischen Helden-Denkmälern der Kirche. Tadej Pogaca...
Artistin - Kerstin Kellermann 17.12.2009 mehr lesen +

Dead in Transition

Rollenbilder und Realitäten für Frauen und Männer im "Gender Check"

article_1384_chendercheck_180.jpg In Osteuropa war der Großteil der Frauen berufstätig. Der Preis, den sie in der Phase des Überganges zur Marktwirtschaft für ihre frühere Stärke im Sozialismus zahlen mussten, war dementsprechend hoch. Die Ausstellung Gender Check im MUMOK kann die Fülle an Themen und Kunst nur anreißen. Kerstin Kellermann führte für den Augustin ein Gespräch mit der teilnehmenden Künstlerin Tanja Ostojic.

Artistin - Kerstin Kellermann 04.12.2009 mehr lesen +
Autor/in: Kerstin Kellermann Seite: 1 2