Autor/in: Richard Schuberth Seite: 1

Texte, die abholen, und Texte, die locken

Betrachtungen eines Korrekturlesers, Teil 5

In der letzten Folge seiner Serie zu Sprache und Sprachkritik geht Richard Schuberth der Frage nach, womit mehr zu gewinnen ist:  mit einer Sprache, die sich der Allgemeinheit anpasst, oder einer Allgemeinheit, die sich von den Möglichkeiten der Sprache Neues beibringen lässt.
Artistin - Richard Schuberth 13.03.2017 mehr lesen +

Fremde Wörter, fremder Sinn

Betrachtungen eines Korrekturlesers, Teil 4

Sind Fremdwörter in unserer Sprache Marken der Abgehobenheit oder Botschafter der Welt? Dieser Frage geht Richard Schuberth im vierten Teil seiner Serie nach. Und: Wie sollen wir mit diesen Wörtern umgehen? Integrieren? Zwangs­assimilieren? Abschieben? Mit ihnen fremdgehen ...?
Artistin - Richard Schuberth 27.02.2017 mehr lesen +

Von bösen Hausbesitzern und guten Mieter_innen

Betrachtungen eines Korrekturlesers, Teil 3

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Ist das Böse männlich? Und ist es feministische Ritterlichkeit oder paternalistische Bevormundung, Frauen keine Bad Girls sein zu lassen? Im Gendern verraten sich mitunter archaische Geschlechter­vorstellungen. Von Richard Schuberth

Bildtext: Ist die Killer Queen Ausnahme der Regel und sind Frauen die besseren Menschen? Und ist das Böse generisch männlich? (Camera Press 1993)


Artistin - Richard Schuberth 14.02.2017 mehr lesen +

Völlig durchgegendert

Betrachtungen eines Korrekturlesers, Teil 2

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Seit 2011 schreibt der Augustin geschlechtergerecht. Bloß im Literaturteil herrscht Wahlfreiheit. Im zweiten Text seiner Serie resümiert Richard Schuberth die Chancen und Widersprüche der gendergerechten Schreibweise, spart nicht mit Kritik, aber auch nicht mit Kritik an der Kritik.

Foto: Irmgard Derschmidt


Artistin - Richard Schuberth 31.01.2017 mehr lesen +

Plädoyer fürs Sonderzeichen

Betrachtungen eines Korrekturlesers, Teil 1

article_3876_douglas-brynner_180.jpg Warum die Verwendung diakritischer Zeichen bei Namen und Begriffen aus anderen Sprachen mehr als nur sprachliche Erbsenzählerei ist. In fünf Teilen denkt Augustin-Mitarbeiter und Sprachliebhaber Richard Schuberth über die gesellschaftspolitischen Tücken und Chancen der Sprache nach. Bildunterschrift: Mit welchen coolen Yankeenamen wurden Issur Danijelovič Demski und Juli Borisovič Briner, zwei Sprosse einer slawo-jüdisch-tatarischen Ostwelt, in ...
Artistin - Richard Schuberth 17.01.2017 mehr lesen +

Tanzen bis zum Umfallen – der Stereotype

Am Platz der Menschenrechte wird von nun an Halay getanzt

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Die Gemäuer der Stadt im Rahmen der Wienwoche erzittern lassen. Der Halay City Marathon schlägt mit anatolischen und balkanischen Tanzschritten eine Schneise durch die sich ständig neu formierenden Fronten. Ein Text von Richard Schuberth.

Foto: Blanka Urbanek


Artistin - Richard Schuberth 31.08.2016 mehr lesen +

Good Cop – Bad Cop

Wie Politiker_innen sich mit dem Erwachen der Zivilgesellschaft schmücken

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In der europäischen Flüchtlingspolitik will der Begriff Heuchelei nicht richtig greifen, denn er bekommt das wahre Ausmaß dessen, was er einmal bedeutete, nicht mehr zu fassen. Ein Kommentar von Richard Schuberth.

Foto: Doris Kittler


Tun & lassen - Richard Schuberth 15.09.2015 mehr lesen +

Kleine Bart- und Individualismuskunde

Warum finden wir die Bärte, die seit Jahren schon aus zarten Hipstergesichtern sprießen, so ulkig? Und warum trauen wir Lumbersexuals nicht zu, dass sie sich nach getanem Tagwerk mit männlichen Ellenbogenschwung Guinnessschaum, sondern Iced Vanilla Latte aus dem Hotzenplotzbart wischen? Es lässt sich leicht darüber spotten, doch sollte man ruhig auch mal die geschlechterpolitische Leistung dieser haarigen Gesellen würdigen: Sie demaskulinieren de...
Dichter Innenteil - Richard Schuberth 08.07.2015 mehr lesen +

Ich frage mich

Qui est Lampedusa?

article_2835_chronik_cover_180.png Wer sich in berechtigtem Zorn über die Attentate von Paris auf die europäischen Werte einschwören lässt, der schadet ihnen möglicherweise mehr, als ihm lieb ist. Einige skeptische Einwürfe.
News - Richard Schuberth 21.01.2015 mehr lesen +

Sind Wahrheits-Freunde Putin-Freunde?

Es gibt mehr als zwei Seiten in der Ukraine-Berichterstattung

Wer aus dem Konsens über den Siegeszug der westlichen Werte in der Ukraine ausschert und den gedungenen Jubeljournalismus lächerlich findet, kann dies nur aus einem Grund tun: weil er dem virilen Charme Wladimir Wladimirowitsch Putins erlegen ist. Wie eine pikante Bestätigung der im Text von Richard Schuberth formulierten Zweifel mag der Umstand wirken, dass dieser nicht im Print-«Standard» erscheinen konnte und auch auf «dastandard» abgewürgt wu...
Tun & lassen - Richard Schuberth 01.04.2014 mehr lesen +

«Gedichte sind haltbarer als Prosa»

Ruth Klügers Gedichtband «Zerreißproben» versammelt Lyrik aus sechs Jahrzehnten

article_2355_klueger_180.jpg Ruth Klüger, Dichterin, Germanistin, Prosaautorin, gibt mit «Zerreißproben» einen Einblick in ihr Lebenswerk. Und gesteht sich zu, es selbst zu interpretieren, weil «die Verfasser ja die einzigen sind, von denen die Leser mit Sicherheit annehmen dürfen, dass sie sich etwas gedacht oder zumindest geahnt haben.»

Artistin - Richard Schuberth 02.10.2013 mehr lesen +

Böse, bildungsferne Türken

Über Hans Rauschers ethnologischen Exkurs nach Yozgat

Seit Thilo Sarrazins Bestseller und Straches Stimmenzuwächsen in Wien erkennen auch die bürgerlichen Medien wieder Handlungsbedarf in Sachen Integration und erheben sich mit vorgeblicher Sachlichkeit über das Gutmenschentum. Sie stellen sich falsche Fragen und geben sich falsche Antworten. Hans Rauscher zum Beispiel brillierte kürzlich im «Standard» mit der Einsicht, dass die «Bildungsferne» türkischer Einwanderer «kulturell vererbt» werde....
Tun & lassen - Richard Schuberth 22.11.2010 mehr lesen +

Das neue Wörterbuch des Teufels

E

Ehe Die einzige gesellschaftlich akzeptierte Form der Asexualität. Ehre Die Würde witzloser Troglodyten und deren beliebtester Vorwand für Mord- und Totschlag, von den witz- und würdelosen Troglodyten unserer Tage vor allem wegen ihrer wenigen edlen Aspekte verspottet. Eifersucht Die panische Angst, dort draußen in der weiten Welt könnte jemand existieren, der noch unwiderstehlicher ist als man selbst und dass der eigene Partner gerade di...
Dichter Innenteil - Richard Schuberth 08.04.2010 mehr lesen +

Der Teufel als Verfasser des Wörterbuchs?

article_1428_biercepierce_180.jpg In der nächsten Augustin-Ausgabe wird Richard Schuberths Aphorismenserie Das Neue Wörterbuch des Teufels starten. Diesmal beschäftigt sich der Autor aber noch mit dem bärbeißigen Schriftsteller und Journalisten Ambrose Bierce (18421914), dem Verfasser des alten satanischen Lexikons, seiner angeblichen Boshaftigkeit und den Parallelen zu Karl Kraus.
Dichter Innenteil - Richard Schuberth 27.01.2010 mehr lesen +

Ambrose Bierce und das Wörterbuch des Teufels

Richard Schuberth, Autor der Karl-Kraus-Serie, startet wieder durch

article_1418_ambrosebierce_180.jpg Da er den geistreicheren Witz besaß, blieb Ambrose Bierce an Popularität stets hinter seinem Kollegen Mark Twain zurück. Mit seinem Wörterbuch des Teufels schrieb er sich in die Liste der großen Aphoristiker der Literaturgeschichte ein. Doch auch als Vater der modernen Short-Story und Meister der unheimlichen Literatur lädt er zur Wiederentdeckung ein.
Dichter Innenteil - Richard Schuberth 13.01.2010 mehr lesen +

Früher war alles besser!

Was meine Oma aus dem Jahr 2027 zu berichten weiß

Aus den privaten Aufzeichnungen
von Danuta Pichler, 16 Jahre, 5. Oktober 2067

Meine Oma nörgelt immer an mir herum. Das kann ganz schön nerven. Aber wenn man bedenkt, dass sie die Einzige ist, die sich in unserer Familie über mich Gedanken macht, schätze ich ihre Kritik. Sie erzählt die bizarrsten Geschichten aus jener verrückten Periode, die man die Roaring Twenties des 21. Jahrhunderts nennt.
Dichter Innenteil - Richard Schuberth 24.11.2008 mehr lesen +

Peter Altenberg, der Gerade-Schreiter eine Collage

Anstiftungen zum Wiederentdecken von Karl Kraus, Teil 28

Ich werde immer kürzer in meinen Gedankengängen, und das heißt also immer besser, immer weniger zeitraubend! Zum Schluss werde ich gar nichts mehr sagen. Das wird das Beste sein. Da wird mich einer nur anschaun brauchen und sagen: Ich weiß schon! Eine kann es jetzt schon, sie heißt Paula!

Peter Altenberg


Artistin - Richard Schuberth 25.04.2007 mehr lesen +

Von Reiseschriftstellern, Bildungs- und Wissenschaftlhubern

Anstiftungen zum Wiederentdecken von Karl Kraus, Teil 26

Gelehrsamkeit, die Staub, aus einem Buch in einen leeren Schädel geblasen. Ambrose Bierce Es hat jemand mit großem Grunde der Wahrheit behauptet, dass die Buchdruckerei Gelehrsamkeit zwar mehr ausbreitet, aber im Gehalt vermindert hätte. Das viele Lesen ist dem Denken schädlich. Die größten Denker, (), waren grade unter allen den Gelehrten, die ich habe kennen gelernt, die, die am wenigsten gelesen hatten. Georg Christoph Lichtenberg ...
Artistin - Richard Schuberth 28.03.2007 mehr lesen +

Karl Kraus und der Nationalsozialismus I

Anstiftungen zum Wiederentdecken von Karl Kraus, Teil 24

Er wollte seine Ruhe haben, er wollte sein Leben weiter leben, er war feig schon vom Habitus her. Bruno Kreisky über Karl Kraus Wann erscheint endlich ? Warum erscheint nicht ? Warum schweigt er, wo doch gerade jetzt ? Er, der doch bekanntlich im Weltkrieg . Die einen geben die Hoffnung nicht auf; die andern stutzen und fangen an, ein Mutproblem zu erörtern; die sich lange genug der danklosen Mühsal des Verehrertums (mitunter glühend) unterw...
Dichter Innenteil - Richard Schuberth 28.02.2007 mehr lesen +

Karl Kraus, der Austrofaschist?

Anstiftungen zum Wiederentdecken von Karl Kraus, Teil 23

Jetzt wissen wir aber auch, dass von der Natur Vernachlässigte wegen ihrer Missgestalt glühenden Hass auf alle Menschen werfen und, in ihrer Feigheit zu keinem anderen Verbrechen als der Heuchelei fähig, die Rolle eines ethischen Erziehers spielen.
Felix Salten über Karl Kraus, 1934

Dichter Innenteil - Richard Schuberth 14.02.2007 mehr lesen +

Karl Kraus zwischen Fortschritt und Ursprung

Anstiftungen zum Wiederentdecken von Karl Kraus, Teil 22

Mein Widerspruch Wo Leben sie der Lüge unterjochten, war ich Revolutionär. Wo gegen Natur sie auf Normen pochten, war ich Revolutionär. Mit lebendig Leidendem hab ich gelitten. Wo Freiheit sie für die Phrase nutzten, war ich Reaktionär. Wo Kunst sie mit ihrem Können beschmutzten, war ich Reaktionär. Und bin bis zum Ursprung zurückgeschritten. Karl Kraus ...
Dichter Innenteil - Richard Schuberth 31.01.2007 mehr lesen +

Karl Kraus zwischen alter und neuer Kunst

Anstiftungen zum Wiederentdecken von Karl Kraus, Teil 21

Ich mag mich drehen und wenden, wie ich will, überall zeigt mir das Leben seine Verluste, da es entweder das Malerische dem Nützlichen oder das Nützliche dem Malerischen opfert. Karl Kraus Fürchte nicht, unmodern gescholten zu werden. Veränderungen der alten Bauweise sind nur dann erlaubt, wenn sie eine Verbesserung bedeuten, sonst aber bleibe beim Alten. Denn die Wahrheit, und sei sie hunderte von Jahren alt, hat mit uns mehr Zusammenhang al...
Dichter Innenteil - Richard Schuberth 12.01.2007 mehr lesen +

Karl Kraus und der Sozialismus II: Zu Unbotmäßigkeit und Adel verpflichtet

Anstiftungen zum Wiederentdecken von Karl Kraus, Teil 20

Sie sagen: Wer nicht arbeitt, der soll auch nicht essen und wissen gar nicht, wen Sie allen mit diesem Ausspruch zum Hungertod verurteilen.
Johann Nepomuk Nestroy
Die Demokratie teilt die Menschen in Arbeiter und Faulenzer. Für solche, die keine Zeit zur Arbeit haben, ist sie nicht eingerichtet.
Karl Kraus
Dichter Innenteil - Richard Schuberth 20.12.2006 mehr lesen +

Karl Kraus und Rosa Luxemburg

Anstiftungen zum Wiederentdecken von Karl Kraus (und Rosa Luxemburg), Teil 19

Ich bin unzufrieden mit der Art, wie man in der Partei meistens die Artikel schreibt. Es ist alles so konventionell, so hölzern, so schablonenhaft. Das Wort eines Börne klingt jetzt wie aus einer anderen Welt. Ich weiß die Welt ist ja eine andere und andere Zeiten wollen andere Lieder haben. Aber eben Lieder, unser Geschreibsel ist ja meistens kein Lied, sondern ein farbloses und klangloses Gesurr, wie der Ton eines Maschinenrades. Ich glaube, ...
Dichter Innenteil - Richard Schuberth 01.12.2006 mehr lesen +

Karl Kraus und der Sozialismus I: Die Sozialdemokraten

Anstiftungen zum Wiederentdecken von Karl Kraus, Teil 18

Nur die Krawatte, die Krawatte mit den wimmelnden weißen Bohnen, die den Blick förmlich faszinieren! So eine Krawatte ist ein Scheidungsgrund. Rosa Luxemburg über Karl Kautsky, um 1900 Jede Annäherung an die Parteibande hinterlässt in mir ein derartiges Unbehagen, dass ich mir jedes Mal danach vornehme: drei Seemeilen weiter vom tiefsten Stand der Ebbe! () Nach jedem Zusammensein mit ihnen wittere ich so viel Schmutz, sehe so viel Charakter...
Dichter Innenteil - Richard Schuberth 15.11.2006 mehr lesen +

Kraus, Heine und die Folgen

Anstiftungen zum Wiederentdecken von Karl Kraus, Teil 17

Was will die einsame Träne? Was will ein Humor, der unter Tränen lächelt, weil weder Kraft zum Weinen da ist noch zum Lachen?
Karl Kraus
Wahrheit im Fühlen und Denken hilft einem sehr viel in der Prosa, dem Lügner wird der gute Stil sehr erschwert.
Heinrich Heine

Dichter Innenteil - Richard Schuberth 31.10.2006 mehr lesen +

Kraus und Nestroy II

Anstiftungen zum Wiederentdecken von Karl Kraus (und Johann Nestroy), Teil 16

Ich habe allen Respekt vor Herrn Nestroy, wenn er auch gar keinen vor mir hat Ferdinand Raimund An dem Tag, als ich arm und Sie reich geboren wurden, wurde ich Ihr Feind. Johann Nestroy Er hat die Katzbalgereien der Geschlechter mit Erkenntnissen und Gebärden begleitet, welche die Güterverwalter des Lebens ihm als Zoten anstreichen mussten, und er hat im sozialen Punkt nie Farbe bekannt, immer nur Persönlichkeit. Karl Kraus ...
Dichter Innenteil - Richard Schuberth 13.10.2006 mehr lesen +

Kraus und Nestroy I

Anstiftungen zum Wiederentdecken von Karl Kraus (und Johann Nestroy), Teil 15

Was hat die Nachwelt für uns getan? Nichts! Das Nämliche tue ich für die Nachwelt. J. N. Nestroy Wenn Kunst nicht das ist, was sie glauben und erlauben, sondern die Wegweite ist zwischen einem Geschauten und einem Gedachten, von einem Rinnsal zur Milchstraße die kürzeste Verbindung, so hat es nie unter deutschem Himmel einen Läufer gegeben wie Nestroy. Karl Kraus ...
Dichter Innenteil - Richard Schuberth 29.09.2006 mehr lesen +

Karl Kraus, Wien und Umgebung

Anstiftungen zum Wiederentdecken von Karl Kraus, Teil 14

In den Kehrichthaufen vor der Stadt zu lesen und suchen, was den Städten fehlt, wie der Arzt aus dem Stuhlgang und Urin. Georg Christoph Lichtenberg Kraus is known to be one of the greatest masters of the German language. His style is of such beauty that it can be hardly equalled by any of the present-day writers in the German tongue. This should be another reason for the American reading public to acquaint itself with his works. Chicago D...
Dichter Innenteil - Richard Schuberth 15.09.2006 mehr lesen +

Plädoyer für den Aphorismus

Anstiftungen zum Wiederentdecken von Karl Kraus, Teil 13

Es gibt Schriftsteller, die schon in zwanzig Seiten ausdrücken können, wozu ich manchmal sogar zwei Zeilen brauche. Karl Kraus Die großen Aphoristiker lesen sich so, als ob sie einander gut gekannt hätten. Elias Canetti aber ich blieb dabei, Aphorismen zu sagen, wo ich Zustände enthüllen sollte. Karl Kraus...
Dichter Innenteil - Richard Schuberth 01.09.2006 mehr lesen +

Karl Kraus und die Justiz

Anstiftungen zum Wiederentdecken von Karl Kraus, Teil 12

eine Gemeinschaft wird unendlich mehr durch das gewohnheitsmäßige Verhängen von Strafen verroht, als durch das gelegentliche Vorkommen von Verbrechen. Oscar Wilde Das Gesamtwerk von Kraus hat den Charakter eines gigantischen Protokolls von einer endlosen Gerichtsverhandlung angenommen, in der die ganze zeitgenössische Welt unentwegt unter Anklage stand. Ernst Krenek ...
Dichter Innenteil - Richard Schuberth 28.07.2006 mehr lesen +

Kraus und der Krieg

Anstiftungen zum Wiederentdecken von Karl Kraus, Teil 11

Der Ursprung allen Krieges ist Diebsgelüst. Arthur Schopenhauer Die Hetze gegen das verbündete Deutsche Reich,() insbesondere aber die verächtliche und höhnische Kritik des Gaskampfmittelgebrauchs zu einem Zeitpunkt, da die erfolgreiche Offensive an der Westfront im Gange war Karl Kraus sprach von einer chlorreichen Offensive all diese defaitistischen Auslassungen fanden jubelnden Beifall, ohne dass die anwesenden Militärpersonen dazu entsp...
Dichter Innenteil - Richard Schuberth 14.06.2006 mehr lesen +

Sex auf dem Diwan statt auf ethischer Grundlage

Anstiftungen zum Wiederentdecken von Karl Kraus, Teil 10

Der Mann hat keinen persönlicheren Anteil an der Lust, als der Anlass an der Kunst. Und wie jeder Anlass überschätzt er sich und bezieht es auf sich. Der einzelne Lump sagt auch, ich hätte über ihn geschrieben, und hält seinen Anteil für wichtiger als den meinen. Nun könnte er auch noch verlangen, dass ich ihm treu bleibe. Aber die Wollust meint alle und gehört keinem. Karl Kraus ...
Dichter Innenteil - Richard Schuberth 31.05.2006 mehr lesen +

Karl Kraus und die Frauen I

Anstiftungen zum Wiederentdecken von Karl Kraus, Teil 8

Und besser noch Ehe brechen als Ehe biegen, Ehe lügen. So sprach mir ein Weib:         Wohl brach ich die Ehe, aber zuerst brach die Ehe mich. Friedrich Nietzsche Was weiß die Welt, wie Weiber sich erwärmen! Mit seinem Maß nur mag der Mann sie messen, was drüber ist, verachten und vergessen, und was darunter, minniglich umschwärmen." Karl Kraus ...
Dichter Innenteil - Richard Schuberth 05.05.2006 mehr lesen +

Kraus und die Psychowissenschaften

Anstiftungen zum Wiederentdecken von Karl Kraus, Teil 7

Ich war sehr stolz auf die Stelle, die Sie mir gewidmet haben, und dann wieder verärgert darüber, dass Sie eine Verbeugung vor Karl Kraus machen können, der auf der Skala meiner Hochachtung eine unterste Stelle einnimmt. Sigmund Freud in einem Brief an Arnold Zweig Wahnverpflichtet durchs Leben wanken das könnte immer noch ein aufrichtigerer Gang sein als der eines Wissenden, der sich an den Abgründen entlang tastet. Karl Kraus ...
Dichter Innenteil - Richard Schuberth 17.04.2006 mehr lesen +

Vom Wettlauf der Satire mit der Realität

Anstiftungen zum Wiederentdecken von Karl Kraus, Teil 6

Kraus hatte den schärfsten Blick für das Niedere, Lächerliche, Verlogene, Armselige, das sich in Drucklettern, in Buch und Zeitung manifestiert, und eine überlegene Kunst, es in satirisches Licht zu rücken, in ein Licht von erbarmungsloser, zerstörender Grellheit.

Alfred Polgar


Artistin - Richard Schuberth 05.04.2006 mehr lesen +

Witz als Waffe im Kerker des Humors

Anstiftungen zum Wiederentdecken von Karl Kraus, Teil 5

Witz ohne Ernst ist nur ein Niesen des Verstandes.Heinrich Heine Aus allen Winkeln des Lebens muss ihm der Humor zuströmen, den er nicht hat, und er würde selbst die Zündholzschachtel verschmähen, die nicht einen Witz auf ihrem Deckblatt führte. Karl Kraus Er beneidet den Humor des Andern, wie ein junger Grind die alte Krätze. Karl Kraus ...
Artistin - Richard Schuberth 15.03.2006 mehr lesen +

Mit dem Satz gegen den Zeitgeist verschworen

Anstiftungen zum Wiederentdecken von Karl Kraus, Teil 3

Kraus und die Sprache II Die Besonnenheit, die es verbietet, in einem Satz zu weit sich vorzuwagen, ist meist nur Agent der gesellschaftlichen Kontrolle und damit der Verdummung. Theodor W. Adorno Meinungen, Richtungen, Weltanschauungen es kommt doch zuerst und zuletzt auf nichts anderes an als auf den Satz. Die ihn nicht können, fangen beim Lebensinhalt an, welchen sie infolgedessen nicht haben und welcher da ist, wenn der Satz gelingt. ...
Artistin - Richard Schuberth 15.02.2006 mehr lesen +

Hass muss produktiv machen?

Anstiftungen zum Wiederentdecken von Karl Kraus Teil 1

"Da ich zu keiner Partei gehöre, beleidige ich alle Parteien." (Lord Byron) "Weil unser öffentlicher und mündlicher Strafproceß die Popularklage nicht kennt, habe ich ja zum Zwecke der öffentlichen, schriftlichen Popularklage die ,Fackel' gegründet." (Karl Kraus) 2024 wird sich Karl Kraus' Geburtstag zum hundertfünfzigsten, 2036 sein Todestag zum hundertsten Mal jähren. Ich will nicht so lange warten -und erwähle mir 2006 zum Kraus-Jahr....
Dichter Innenteil - Richard Schuberth 15.01.2006 mehr lesen +

Keine Minute Lohnarbeit

Branko Andric (19422005)

Branko Andric ist tot. Jener Branko Andric, dessen Augen noch vor neun Monaten von der Titelseite des Augustin schlau herunterlächelten. Als Headline hatten die Redakteure den Titel eines von Brankos Gedichten ""Mamin mali seksualnac"" gewählt, dessen deutsche Übersetzung ""Mamas kleiner Sexueller"" sich etwas holprig ausnahm, aber -den Gesetzen des Sensationsjornalismus folgend neugierig machte.
Artistin - Richard Schuberth 15.12.2005 mehr lesen +
Autor/in: Richard Schuberth Seite: 1