Kategorie: Thema :: Gefängnis Seite: 1 2

Menschenrechte kann man nicht verwirken

Martin Ladstätter von BIZEPS zum Maßnahmenvollzug

article_4009_buch_180.jpg Der Maßnahmenvollzug soll reformiert werden. Wie und wann, ist ungewiss. Günter Schwedt und Markus Drechsler von der Selbst- und Interessenvertretung zum Maßnahmenvollzug haben mit Martin Ladstätter vom Behindertenberatungszentrum BIZEPS über die Aussichten auf Besserung gesprochen.
Tun & lassen - Günter Schwedt , Markus Drechsler 27.03.2017 mehr lesen +

Drei Fragen zum Maßnahmenvollzug

Was macht eigentlich … SiM?

article_3982_massnahmenvollzug_180.jpg Der Verein SiM, «Selbst- und Interessensvertretung zum Maßnahmenvollzug», wurde im April 2016 gegründet. In Österreich sind rund 405 zurechnungsunfähige (§ 21 Abs 1 StGB) und 396 zurechnungsfähige Männer und Frauen im Maßnahmenvollzug. Die längste Anhaltung beträgt aktuell 38 Jahre. Wir haben bei Markus Drechsler von SiM nachgefragt:
Tun & lassen - 13.03.2017 mehr lesen +

Die Medien brauchen frische Monster

Maßnahmenvollzug: Psychiatrische Gutachten sind Fehlurteile

article_3857_massahmenvollzug_180.jpg «… die härteste Sanktion, die das Strafrecht kennt, weil sie lebenslang … bedeuten kann … auch für einen simplen Drohbrief …» So Journalist Thomas Trescher im eben erschienen Buch «Maßnahmenvollzug» zu eben diesem. Franz Blaha, Ratgeber des Augustin in allen Angelegenheiten des Strafvollzugs, hat es durchgelesen.
Tun & lassen - Franz Blaha 20.12.2016 mehr lesen +

Gegen das Misstrauensräderwerk

Vom Loser zum Kunstschaffenden: der Gefangene Ernst Platt

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9. Mai abends. Die Galerie Contemplor im Palais Esterhazy ist mit Gästen gefüllt, die sich vorerst fasziniert am Anblick großartiger Gemälde berauschen, obgleich die vernissageüblichen gefüllten Gläschen schon bereitstehen. Ernst Platt hat es mit seinen Bildern mitten ins Herz der Kunstszene Wien geschafft. Franz Blaha hat die Vernissage besucht.

Foto: Mario Lang


Artistin - Franz Blaha 07.06.2016 mehr lesen +

Ruhigstellung mit Todesfolgen

Zwangsbehandlung ist verboten – aber auch hinter Gittern?

article_3458_haefn1_180.jpg Das deutsche Bundesverfassungsgericht hat in einer Grundsatzentscheidung der Zwangsbehandlung enge Grenzen gesetzt. In Österreich ist sie im Maßnahmenvollzug immer noch gängige Praxis. Wer dagegen protestiert, wird wegen «mangelnder Compliance» nicht entlassen. Von Katharina Rueprecht (Text) und Silke Müller
(Illustration).
Tun & lassen - Katharina Rueprecht 02.02.2016 mehr lesen +

Das Zeitgemäße am Strafen

Eine Sammlung von Texten über die Kriminalisierung von Immigration

article_3457_strafen_180.jpg Was aus der Sicht aufgeklärter Zivilist_innen unzeitgemäß ist, kann für das Rechtssystem und den Staat ganz unverzichtbar und zeitgemäß sein. Robert Sommer über das von Birgit Mennel und Monika Mokre herausgegebene Buch «Das große Gefängnis», das den vermeintlichen Anachronismus des Strafens in Frage stellt. Mit einer Illustration von Silke Müller.
Tun & lassen - Robert Sommer 02.02.2016 mehr lesen +

Was bewirkt Haftstrafe?

Aus meiner Gefängnisarbeit mit Sexualdelinquenten

Dass die Opfer von Sexualdelikten in der Regel Frauen und Kinder sind, spiegelt die patriarchalen Verhältnisse in unserer Gesellschaft wider. Forderungen aus der Frauenbewegung, die potenziell Betroffenen durch strengere präventive Strafen für die Täter zu schützen, sind nachvollziehbar. Der typische sexualdelinquente Maßnahmevollzugs-Häftling ist aber nicht bloß ein Mann, sondern er gehört unteren sozialen Schichten an. Kriminolog_innen sprechen...
Tun & lassen - Karl Helmreich 08.12.2015 mehr lesen +

Odyssee in der Haftanstalt

Aus einem Häftlingstagebuch (3)

Meine «Reise» beginnt am 6. 3. 2015 mit der Ankündigung für Graz-Karlau klassifiziert zu sein. Jetzt kann es nur noch Wochen dauern, dachte ich, bis ich in ein vermeintlich «normales» Gefängnis komme. Die Justizanstalt St. Pölten konnte mich scheinbar nicht schnell genug loswerden und am 10. 3. saß ich schon in der Abgangszelle.

Dichter Innenteil - Georg Huß 09.11.2015 mehr lesen +

Die Justiz und ihr Canna-Biss

Georg Huß: Juristische Denkanstöße durch einen Wehrhaften

article_3275_carla_sperrstunde_180.jpg Augustin-Leser_innen kennen Georg Huß von den Beiträgen aus seinem Häftlingstagebuch. Seine unerschrockene Aufmüpfigkeit gegen die ganz normale Vollzugspraxis liefert in ganz besonders konzentrierter Form Denkmaterial zur Strafjustiz. Das Verhältnis der Justiz zu seiner Straftat ist paradox und diskussionswürdig. Franz Blaha hat mit Georg Huß über den engen Handlungsspielraum im Gefängnis gesprochen. Illu: Carla Müller ...
Tun & lassen - Franz Blaha 27.10.2015 mehr lesen +

Wertlose Beweggründe?

Peter Rosenauer «sitzt», weil Zivilcourage kriminalisiert wird

article_2846_rosenauer_vgttirol_180.jpg Der Tierrechtsaktivist Peter Rosenauer wurde bei einer Protestaktion gegen die Firma Kleider Bauer von deren Mitarbeiter_innen ins Innere einer Geschäftsfiliale gezerrt und schwer misshandelt. Vor Gericht mussten sich jedoch nicht die Täter_innen verantworten, sondern der Aktivist, der zurzeit -nach einem Urteil, das er mit guten Gründen ein politisches nennt - eine sieben Monate währende Haft wegen Nötigung absitzt. Foto: VGT Tirol ...
Tun & lassen - Alexander Stoff 04.02.2015 mehr lesen +

Schreiben hinter Schwedischen Gardinen

Augustin ist 20 und schaut zurück auf 1997, den Jahrgang Nummer 3

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Für «Häfn-Texte aus dem 10erl» war 1997 je Ausgabe eine Seite im Literaturteil reserviert. Augustin-Autor Franz Blaha, der die Schreibwerkstatt im Favoritener Knast leitete, erzählt über dieses Projekt, das in einer «relativ liberalen» Zeit im Strafvollzug, der Schwarzblau ein Ende setzte, noch möglich war.

Illustrationen: Carla Müller


Artistin - Jenny Legenstein 04.02.2015 mehr lesen +

Nach dem Ball ist vor dem Ball

Josef S. über das Gefängnis von Innen, die Eigenarten österreichischer Justiz und Rechtsradikale in der Hofburg

382_josef_web©lisa_bolyo.jpg Am 30. Jänner ist es wieder so weit: Im repräsentativsten Haus des Landes, der Wiener Hofburg, wird das burschikose Tanzbein geschwungen. Als vor einem Jahr Tausende gegen den Ball der Rechtsradikalen demonstrierten, wurde einer herausgezogen und zum Zentrum der Aufruhr erklärt. Josef S., heute 24, hat ein halbes Jahr in Untersuchungshaft verbracht und wurde im Juli 2014 (nicht rechtskräftig) verurteilt. Wer den Prozess verfolgt hat, ahnt, dass d...
Tun & lassen - 20.01.2015 mehr lesen +

Pochender Knochen, gieriges Herz

Albertine Sarrazin, Kind der wegsperrenden Institutionen, wird wiederentdeckt

article_2791_sarrazin_180.jpg Paris 1964: Eine 27-Jährige erzählt ihre Flucht aus dem Gefängnis und die Holprigkeit ihrer neuen Freiheit in einem preisgekrönten Roman. «Der Astragal» hat Albertine Sarrazin kurzzeitig berühmt gemacht. Fast 50 Jahre nach ihrem Tod ist er als Neuübersetzung und als Graphic Novel zurück in den Buchhandlungen.
Artistin - Lisa Bolyos 09.12.2014 mehr lesen +

Gefängniszeitung abgewürgt

Sie plädierte für die Abschaffung des menschenrechtswidrigen «Maßnahmevollzugs»

article_2566_gefzeitung_180.jpg Die einzige Kommunikationsplattform des heikelsten Justizbereichs darf nicht erscheinen. Die «Blickpunkte», die Zeitschrift der Justizanstalt Mittersteig, kann seit Wochen und auf unbestimmte Zeit nicht mehr produziert werden. Man hat sämtliche Computer des betroffenen Anstaltsbereichs «zur Überprüfung» eingezogen, und der Zeitpunkt dieser Überprüfung legt nahe, dass die Gedankenfreiheit, die Friedrich Schiller vor mehr als 200 Jahren gefordert h...
Tun & lassen - Franz Blaha 22.07.2014 mehr lesen +

Von der Kriminalisierung der Freiheit

Judith Butler über Prekarität, Gefängnisse und notwendige Mobilisierungen

article_2529_judith_butler_180.jpg Die US-amerikanische Philosophin Judith Butler hielt am 6. Mai vor rund 2000 Hörer_innen die 41. Sigmund Freund Lecture im AudiMax der Uni Wien. Mit dem Augustin sprach Sie über Marx, Neoliberalismus und die Funktion des Gefängnisses.
Tun & lassen - Heide Hammer 26.05.2014 mehr lesen +

Racheakte des Alltags

Zynismus und Verzweiflung: ein ganz normaler Vormittag im Landesgericht

article_2424_gericht_180.jpg «Lieber Augustin! Hier einige Gedanken zu meinem Besuch im Landesgericht Wien am Dienstag, dem 2. Dezember vergangenen Jahres. Vielleicht könnt ihr mit meinen subjektiven Betrachtungen etwas anfangen», schrieb uns Augustin-Leser Michael Weiß. Wir können. In dem Text wird nichts großartig «aufgedeckt», und dennoch handelt er von einem Skandal. Von dem Skandal, dass die «gleiche Augenhöhe» zwischen Richter_innen und Angeklagten nicht vorgesehen ...
Tun & lassen - 22.01.2014 mehr lesen +

In U-Haft gilt die Schuldvermutung?

Fünfhundert Seiten über dreihundert «Höllentage»

article_2423_haefn_180.jpg In U-Haft gilt die Schuldvermutung ... Das widerspricht zwar dem Gesetz, aber es muss wohl so sein, denn anders ist nicht zu erklären, was Egon E. Werther seit dem 14. August 2012, 07:15 Uhr durchmacht. «300 Tage in der Hölle» ist auf dem Cover seines Gefängnistagebuchs zu lesen, den weiteren Verlauf seiner Untersuchungshaft betrachtet er bereits als Freiheit, denn seit 29. Mai 2013 verläuft seine U-Haft auf elektronisch gefesseltem «freiem» Fuß...
Tun & lassen - Franz Blaha 22.01.2014 mehr lesen +

Hinter jeder Ecke ein Risiko?

Sicherheit gleicht dem Pudding, den man an die Wand nageln will.

article_2283_risiko_180.jpg «Die Leute, die im Knast sitzen, sind zu 80 Prozent arme Schweine.» Martin Schenk im Augustin-TV-Gespräch mit Reinhard Kreissl, dem Leiter des Instituts für Rechts- und Kriminalsoziologie Wien, über das inszenierte Sicherheitstheater, über Alternativen zur Gefängnisstrafe und über die Notwendigkeit, die Drogenpolitik zu ändern.
Tun & lassen - Karl Weidinger 26.06.2013 mehr lesen +

Gedanken zum «Wandertag»

Das Hanf-Verbot kann nicht funktionieren es sei denn, Ausschließung ist erwünscht

Drogenprohibition ist vermutlich das quantitativ erfolgreichste Instrument, um «zuverlässigen» Nachschub für den sozialen Rand zu sichern. Zehntausende Menschen mit Vorstrafen nach Drogendelikten wären noch unbescholten (und «am Markt» entsprechend chancenreicher), wenn der Drogenkonsum nicht zu den Verbrechen zählte. Einmal mehr versucht eine NGO, die für die Legalisierung von Cannabis eintritt, mit einem Wiener «Hanf-Wandertag» am 1. Oktober au...
Tun & lassen - Robert Sommer 22.09.2011 mehr lesen +

Politik des Immer-Schlimmer

Susanne Scholl kennt Flüchtlinge, die besser deutsch sprechen als die Innenministerin

article_1667_susanne_scholl_180.jpg Von 1991 bis 2009 war Susanne Scholl mit einer Unterbrechung Korrespondentin des ORF in Moskau. Seit ihrer Pensionierung schreibt sie in den «Salzburger Nachrichten» und in «News», ist Buchautorin und unterrichtet am Institut für Slawistik. Sie ist engagiert gegen die unmenschlichen Fremdengesetzte und hat aktuell einen offenen Brief an Kanzler, Vizekanzler und Innenministerin geschrieben (siehe am Ende des Interviews), in dem sie gegen die gep...
Tun & lassen - Kurto Wendt 25.02.2011 mehr lesen +

Fekter mach süchtig

eingSCHENKt

Wieder einmal ein Gesetz von Innenministerin Fekter: 18 Monate Schubhaft ohne unabhängige Haftprüfung. Und Schubhaft für Kinder ist jetzt ein «Angebot für Eltern». Wenn sie es nicht annehmen, verlieren sie das Sorgerecht ans Amt. Und: Wer ein Kind bekommt und dadurch unter die Einkommensgrenze gerät, wird abgeschoben. «Verfahrensfrei». Der frühere Mitarbeiter der europäischen Grundrechts¬agentur Alexander Pollak hat zu diesem Gesetz einige Fragen...
Tun & lassen - Martin Schenk 24.02.2011 mehr lesen +

und niemand pfeift sie zurück

Tierschützerprozess: Anklagebehörde traut sich nicht mehr umzukehren

article_1656_tierschützer_180.jpg Für viele Beobachter ist der § 278a der unsere Gesellschaft angeblich vor «kriminellen Organisationen», tatsächlich aber gegen engagierte GegnerInnen von Tierfabriken schützt, der unverschämteste Angriff auf unsere bürgerlichen Grundrechte seit dem Zusammenbruch des Nazistaates. Sie fordern daher eine Novellierung, um seinen willkürlichen Missbrauch gegen unangenehme Kritiker auszuschließen. Wir setzen unsere Zwischenbilanz nach der Winterpause ...
Tun & lassen - Gernot Neuwirth 09.02.2011 mehr lesen +

In der Dusche mache ich ihn fertig

Auch in «Mörder»-Briefen wird fündig, wer das Archaische im Strafvollzug bekämpft

Häftlingsbriefe lesen heißt beobachten, wie der Staat Rache ausübt an Menschen, die einmal ausgerastet sind und etwas Unverzeihliches taten. Nach der Lektüre vieler solcher Häftlingsbriefe (ob die darin enthaltenen Schilderungen im Einzelnen auch stimmen, können wir natürlich kaum untersuchen) stellt sich die Frage, was es der Gesellschaft bringen soll, wenn der Strafvollzug auf der zentralen Idee der Rache basiert. Rache ist definiert als gefühl...
Tun & lassen - Redaktion 18.01.2011 mehr lesen +

«Asylwerber unglaubwürdig. Punkt»

Rechtsanwalt Binder: Im Asylverfahren trennt sich das Recht von der Gerechtigkeit

Die Routine, das Alltägliche ist eigentlich das Bösartige, sagt Rechtsanwalt Lennart Binder, der sich seit Jahrzehnten für Flüchtlinge und andere aussichtslose Fälle einsetzt. Seine große Enttäuschung betrifft das Verhalten des Verfassungsgerichtshofes.
Tun & lassen - Kerstin Kellermann 09.09.2010 mehr lesen +

Die Polizei im Kompetenz-Test

Große Busse, dunkle Hintermänner: Salzburger Bettlerphobien

Salzburg. In der Stadt, wo alljährlich der Jedermann unter den Augen der finanzkräftigen Weltelite von seiner Geldgier und Habsucht abschwört, ist Betteln seit den 70er Jahren verboten. Warum ein Theaterstück so gar keine Auswirkungen auf das Leben, die Gesellschaft und die Gegenwart hat, ist wohl darauf zurück zu führen, dass die Salzburger Festspiele seit jeher kein Kunst-, sondern ein Selbstdarstellungsevent der Eliten sind: Wer in Salzburg be...
Tun & lassen - Ulli Gladik 10.11.2009 mehr lesen +

Zeitschleife, ein Leben lang

Hineinleuchten ins Dunkel der Langzeithaft

Laut Bundesministerium für Justiz befinden sich in Österreich durchschnittlich rund 7800 Personen in Haft. Fern der Statistiken bedeutet dies: gut 7800 Menschen aus unterschiedlichsten sozialen Schichten, auf unterschiedlichstem Bildungsniveau, mit unterschiedlichsten Interessen jedoch mit immerhin zwei Gemeinsamkeiten. Erstens: das Begehen einer Straftat. Zweitens: das Leben in einer der 28 Justizanstalten Österreichs. Aber: Sind das denn scho...
Tun & lassen - Birgit Müller 01.07.2009 mehr lesen +

Ein Justizmord?

Selbstmord nach der siebenundzwanzigfachen Anhaltezeit

In meinen Augen ist das ein besonders zynischer Justizmord. Der diesen Verzweiflungsausruf tut, ist kein ungestümer Jugendlicher, sondern ein äußerst bedachter Ordensgeistlicher, nahe seinen Siebzigern, dem der Selbstmord des Maßnahmeinhaftierten Markus Rechberger in der JA Stein im vergangenen März durch Mark und Bein geht wie vielleicht noch keinem anderen zuvor. Und dabei hat der Gefängnisseelsorger in den vielen Jahrzehnten seiner Tätigkeit ...
Tun & lassen - Franz Blaha 17.06.2009 mehr lesen +

Drin is a ned bessa ois wia drausd

"Gangster Girls" - ein Kinofilm hilft, eine versiegte Debatte wiederzubeleben

Filmpräsentation im Kino am Spittelberg. Das graue Haus in der Schwarzau ist bunt maskiert, und die Masken tun ihr Werk. Sie verhüllen und enthüllen zugleich, verbergen Gesichter, entlarven unsinnige Zwänge zur angeblichen Besserung, machen Personen unkenntlich und Schicksale sichtbar. Siebzig Minuten lang, Szene auf Szene, spielen die Gefängnisfrauen sich selbst in der Glitzerschminke außerirdischer Feen. Tragik im Prunkkleid wirkt unbeschwert ...
Artistin - Franz Blaha 08.04.2009 mehr lesen +

Nur Barbaren sperren ein

Das Augustin-Manifest gegen das staatliche Strafen

Manifeste werden üblicherweise von Gruppierungen verfasst, die sich ihrer Sache sicher sind. Das Manifest der 2000 Worte etwa war einer der wichtigsten Texte des Prager Frühlings. Das Hackermanifest, das 1986 in einem Untergrundmagazin in den USA erschien, prägte die internationale Hackerkultur. Das Augustin-Manifest wird diese Geschichtsmächtigkeit nie erreichen, schon alleine deswegen, weil es als Work in Progress und als interaktives Projekt ...
Tun & lassen - Redaktion 26.03.2009 mehr lesen +

Bekanntschaften

Texte von Frauen aus der Justizanstalt Schwarzau (5. und vorläufig letzter Teil)

Sammy Kovac war von 2003 bis 2007 in der JA Schwarzau inhaftiert. Sie ist eine der Protagonistinnen in Tina Leischs Film Gangster Girls. Im Laufe der Arbeit an dem Film begann sie zu schreiben. Hier Teil 5 ihrer Erinnerungen. Im ersten Teil (Der Tag) erzählte Sammy, wie sie wegen eines Spielzeugpistolenüberfalls auf eine Trafik ins Gefängnis kam. Im zweiten Teil (Das Leben in der Haft) berichtete sie über Konflikte unter den gefangenen Frauen. Im...
Dichter Innenteil - Sammy Kovac 25.02.2009 mehr lesen +

Der Wasserkocher

Texte von Frauen aus der Justizanstalt Schwarzau

Sammy Kovac war von 2003 bis 2007 in der JA Schwarzau inhaftiert. Sie ist eine der Protagonistinnen in Tina Leischs Film Gangster Girls. Im Laufe der Arbeit an dem Film begann sie zu schreiben. Der Augustin veröffentlicht Sammys Berichte über ihre Zeit hinter Gittern. Im ersten Teil erzählte Sammy, wie sie wegen eines Spielzeugpistolenüberfalls auf eine Trafik verurteilt wurde. Im zweiten Teil berichtete sie über Konflikte unter den gefangenen Fr...
Dichter Innenteil - Sammy Kovac 02.02.2009 mehr lesen +

Der Tag

Texte von Frauen aus der Justizanstalt Schwarzau (1)

Sammy Kovac war von 2003 bis 2007 in der JA Schwarzau inhaftiert. Sie ist eine der Protagonistinnen in Tina Leischs Film Gangster Girls. Im Laufe der Arbeit an dem Film begann sie zu schreiben. Der Augustin veröffentlicht in den nächsten Ausgaben Sammys Berichte über ihre Zeit hinter Gittern. Hier der erste Teil.
Dichter Innenteil - Sammy Kovac 17.12.2008 mehr lesen +

Die perfekte Schönheit der Gangster Girls

Tina Leisch zeigt üppige Bilder statt grauer Häfen-Tristesse

Kunst? Für Tina Leisch war die Kunst nie ein Heiligtum ästhetischer Perfektion, sondern viel mehr ein nützliches Werkzeug für Interventionen im sozialen oder politischen Raum. Mit ihrem Film Gangster Girls wird sie bei der diesjährigen Viennale zweifellos Aufsehen erregen (Anm. d. Red.: Die Aufführungen erfolgten knapp nach Redaktionsschluss). Erstens weil sie ein weitgehend tabuisiertes Thema aufgriff: das Leben von weiblichen Strafgefangenen i...
Artistin - Barbara Huemer 22.10.2008 mehr lesen +

Für Euch

Rappers in Prison

Talentförderung der einzig denkbare Bonus des Einsperrens Wenn der Hip-Hop ins Gefängnis geht: entsteht da Gangsta-Rap? Nichts dergleichen auf der Vinylscheibe Rappers in Prison (auf den Markt gebracht durch das Label Hoanzl). Stattdessen eher Texte zum Thema Liebe. Auf den folgenden Seiten werden die textlichen Resultate eines von Beate Göbel geleiteten Kunstprojekts in der JA Favoriten vorgestellt. Ein Tagebuch gibt außerdem Einblick in Göbe...
Dichter Innenteil - 08.10.2008 mehr lesen +

Mehr Detektive - mehr Diebstahl

Das populistische Spiel mit den Kriminalitätszahlen

Kinderkriminalität erreicht eine erschreckende Dimension. Zunahme um 29 Prozent im 1. Halbjahr 2008 (Innenministerin Fekter) 30 Prozent kriminelle Ausländer Jugendgewalt nimmt zu Linzer Kinder- und Jugendbande begeht 700 Straftaten. Wahlkampf ist. Die Stunde der Populisten und Law and Order-Politiker. Mit Kriminalität und innerer Sicherheit lassen sich Stimmen maximieren und Handlungsstärke demonstrieren. ...
Tun & lassen - Hansjörg Schlechter 11.09.2008 mehr lesen +

Tierfreunde bei Aktionärs-Hauptversammlung

Der Schutz der großen und der kleinen Tiere - ein Widerspruch

Die Verhaftung von zehn Österreichern, denen vorgeworfen wird, Tierrechtsaktivisten zu sein, sonst nichts, weil es ein Gesetz gibt, dass jede Person in Österreich eingesperrt werden kann, wenn man nur behauptet, sie gehöre einer kriminellen Organisation an, war ein tiefer Schlag in die Magengrube des Rechtsbewusstseins, vor allem der jungen Staatsbürger, wovon sich die Demokratie voraussichtlich lange nicht erholen wird. Die Justiz macht sich ih...
Tun & lassen - Norbert Nordpol 02.09.2008 mehr lesen +

Sie können Obama nicht wählen

USA: Mehr junge Schwarze im Gefängnis als im College

In fast allen US-Bundessaaten wird verurteilten Straftätern mehr oder weniger umfassend das Wahlrecht entzogen. In zehn Bundesstaaten werden diese Menschen lebenslang vom Wahlrecht ausgeschlossen, in manchen Staaten sind aus diesem Grund 10 Prozent der schwarzen Bevölkerung von demokratischer Beteiligung ausgeschlossen. Wenn Obama die kommenden Wahlen doch noch verliert, kennt er den Grund ...

Tun & lassen - Hansjörg Schlechter 04.08.2008 mehr lesen +

Schein / Sein / Stein

Ein Brief aus dem sprichwörtlichsten Häfen Österreichs

Viele emotionale Schreie nach höheren Strafen. Viele wollen die Anlassfälle verwenden, um die Schraube anzuziehen. Rechte jubeln, links, zwo, drei, vier. Wir führen euch wieder in ein besseres Leben, volkt! Strache will, dass ihr euch gegen die Kriminellen bewaffnet, um Heim und Herd zu schützen. Im Wahlkampf wetterte er, dass Gefangene Saunazellen hätten und ob man ihnen nicht noch ein Whirlpool nachreichen wolle.

Dichter Innenteil - Friedrich Olejak 04.08.2008 mehr lesen +

Mit dem Nationalteam im Knast

Gilbert Prilasnig und der Homeless-Fußball

Fu__ball.jpgEinmal im Jahr erklingt für Österreichs Nationalmannschaft die Hymne beim
Homeless-Worldcup. Sportlicher Leiter des Homless-Teams ist der Ex-Sturm-Abwehrrecke und Ex-Internationale Gilbert Prilasnig. Mit ihm musste der ganze Kader jüngst in den Knast


Vorstadt - Christoph Witoszynskyj 18.06.2008 mehr lesen +

Revolte in der Erziehungsanstalt

Zurichtung der Jugend: Die harte Tour ist schon einmal gescheitert

Am 19. November 1952 rebellierten 400 Jugendliche in der Bundesanstalt für Erziehungsbedürftige in Kaiser-Ebersdorf gegen die unmenschlichen Zustände in dieser Verwahranstalt für nicht angepasste Kinder und Jugendliche. Sie setzten damit ein Zeichen und gaben den Anstoß für den Beginn eines sehr mühsamen Reformprozesses im Jugendstrafrecht. Der Beginn der Bewährungshilfe ist eng mit diesem einzigartigen Ereignis der Nachkriegsjahre verbunden. ...
Tun & lassen - Hansjörg Schlechter 24.10.2007 mehr lesen +

Zügelung "krimineller" Energien

Frauenhäfen Schwarzau: Viel Kunst zum Geburtstag (1)

Zwischen 18 und 30 Jahren ist die kriminelle Energie bei Frauen am höchsten, sagt der Anstaltsleiter. Na ja, da ist die Energie wohl überhaupt am größten. Im Frauengefängnis Schwarzau wurde den Gefangenen der Kinofilm Vier Minuten vorgeführt. ...
Artistin - Kerstin Kellermann 12.09.2007 mehr lesen +

Politische Nervenentzündung

Nach vielen Stationen der Flucht erwies sich Österreich nicht gerade als G'mahde Wies'n.

Die Welt des iranischen Theaterregisseurs Bahram Parsa ist voll skurriler Einfälle und philosophischer Ideen. Leider stört die Real-Politik immer wieder. Und die flache Niere so flach, wie sie dem behandelnde Arzt noch nie bei einem Patienten begegnet waren. Auch der Nierenschaden ist Real-Politik. Er stammt aus Bahrams Haftjahren. ...
Heroes - Kerstin Kellermann 18.08.2007 mehr lesen +

Wer drin ist, stellt nix an

"Resozialisierung" ist kein Ziel der Kriminal- und Justizpolitik mehr

Wer drinnen ist, kann draußen nichts anstellen. Das scheint die Devise der Kriminalpolitik vieler westlicher Länder, darunter leider auch Österreich zu sein. Dabei weiß jede/r, dass die Gefängnisse die Universitäten der Kriminalität sind. Der Sicherheits-Kult überdeckt alles. Sehr kurzsichtig! Die Häftlinge, die früher in den Genuss von vorzeitigen Entlassungen oder diversen anderen Vollzugsockerungen gekommen wären, gehen irgendwann ja doch raus...
BLOG - Robert Sommer 02.08.2007 mehr lesen +

Bala bala für Unvermittelbare

Gestrandete in der Maschinerie des AMS? Tagebuch eines Kursteilnehmers

Wie Recht hatte Karl Öllinger, Sozialsprecher der Grünen, als er im Parlament Kritik an "vollkommen sinnlosen und geradezu entwürdigenden AMS-Kursen ohne Ausbildungswert" übte, die "zum Teil mehr an Strafvollzug als an aktive Arbeitsmarktpolitik" erinnerten? Das AMS dementiert. Es könne "natürlich unbefriedigende Einzelfälle" geben, meint AMS-Vorstand Herbert Böhm. Aber 60 Prozent aller SchulungsteilnehmerInnen hätten nach sechs Monaten wieder ei...
Dichter Innenteil - Walter Stummer 15.05.2007 mehr lesen +

Versöhnung statt Strafe

Im Häferl steht die Vision der gefängnisfreien Gesellschaft zur Debatte

Die Gefängnisse sind voll. Der Diskurs über die Möglichkeit einer gefängnislosen Gesellschaft scheint vom Zeitgeist erstickt zu sein. Der Augustin scheint mit einer verstockten Beharrlichkeit gegen den Strom zu schwimmen, wenn er den Sinn des staatlichen Strafens grundsätzlich in Frage stelllt und Alternativen dazu in die (fehlende!) Debatte wirft, die weit über die bloß reformerische Forderung nach mehr Menschlichkeit im Strafvollzug hinausgehen...
Tun & lassen - 11.05.2007 mehr lesen +

Willkür und Selbstkontrolle

Ein Abend im Häferl zum Thema Fehlverhalten der Justiz

Ein Mann klagt nach unfassbaren Fehlhandlungen die Republik. Sein Anwalt erhält die Ladung zur Verhandlung. Der Richter Dr. V., LG f. ZRS Wien, weist den Anwalt an, den Saal zu verlassen. Dann weist er die Klage mit der Begründung ab, der Kläger sei nicht anwaltlich vertreten. Offensichtlich ein Fehlverhalten der Justiz. Die Frage ist nur: Handelt es sich um eine seltene Entgleisung?


Tun & lassen - Franz Blaha 12.01.2007 mehr lesen +

Gefängnisse abschaffen?

Leider kein Koalitionsverhandlungsthema

"Ohne Gefängnis - eine Utopie?" fragen die Referenten einer Publikumsdiskussion in der Passage-Galerie des Künstlerhauses, und Robert Sommer vom Augustin moderiert. Das Thema scheint in Zeiten explodierender Häftlingszahlen out zu sein, dennoch füllt sich der Ausstellungssraum. Jedenfalls gehen den VeranstalterInnen des Events die Sitzgelegenheiten aus, und die Diskussion verläuft vom Start weg so angeregt, dass sie selbst kaum zu Wort kommen....
Tun & lassen - Franz Blaha 15.11.2006 mehr lesen +
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