Kategorie: Thema :: Nationalsozialismus Seite: 1

In Goebbels’ Vorzimmer

Ganz nah an der Macht – Brunhilde Pomsel erzählt

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Oral History, mündlich erzählte Erinnerung von Zeitzeug_innen, lässt uns scheinbar so unmittelbar an Ereignissen, am Leben in der Vergangenheit teilhaben, wie es möglich ist, ohne selbst dabei gewesen zu sein.

Foto: polyfilm/Ein deutsches Leben


Artistin - Jenny Legenstein 27.03.2017 mehr lesen +

Das höchste Haus der Steiermark

Aufgebaut wie ein klassischer Gutshof:

article_3977_sender_180.jpg Der Sender Dobl ist der letzte noch erhaltene Mittelwellensender in Österreich und ein kleines Radiomuseum. Während der Nazizeit sendete er Propaganda bis an die Afrikafront, meldet Chris Haderer (Text und Fotos).
Vorstadt - Chris Haderer 13.03.2017 mehr lesen +

Lehrer_innen aufgepasst! Workshops zum Thema Widerstand damals und heute

Wie man gegen Rechtsextremismus auftreten kann, ist leider eine Sache, die wir uns immer noch (und immer häufiger) überlegen müssen. Dass Menschen aus der Geschichte lernen, ist zumindest eine Hoffnung, die man nicht aufgeben darf. Die Schule spielt bei der Vermittlungsarbeit eine große Rolle und hat auch Hilfe von draußen in Form von Workshops, in denen Wissen über Widerstand gegen das NS-Regime weitergegeben wird.
Tun & lassen - Ruth Weismann 27.02.2017 mehr lesen +

Als ob Gott sich schlafen legte

Marcel Odenbachs Kunst sieht sich Opfer-Täter_innen-Strukturen an

article_3912_gott_schlafen_legt_lisbet_180.jpg Marcel Odenbach bekam die Lebenspakete «Holocaust» und «Kolonialismus» in seiner Großfamilie hautnah mit. In der Kunsthalle stellt er seine eigenwilligen Videos und Papierarbeiten aus hunderttausend Bildchen aus – hie und da mit einem Kinderscherz versehen. Text: Kerstin Kellermann, Fotos: Lisbeth Kovačič
Artistin - Kerstin Kellermann 14.02.2017 mehr lesen +

Denkmal als Spiegel der Synagoge

Am Judenplatz: Bilderausstellung von Adolf Frankl in Gefahr

article_3853_artforum_180.jpg Ein Denkmal für Shoah-Opfer, die österreichweit einzige Bilderausstellung eines Auschwitz-Überlebenden, das Museum und die Reste einer mittelalterlichen Synagoge machen derzeit den Wiener Judenplatz aus.  Das Ergebnis ist eine Mischung von Kunst mit archäologischen Funden. Was fehlt, sind Übergänge zu anderen Orten der Stadt – wie zum künftigen, enorm geschrumpften «Haus der Geschichte». Von Kerstin Kellermann (Text), Mehmet Emir (Fotos) und...
Vorstadt - Kerstin Kellermann 20.12.2016 mehr lesen +

Nehmt ihm die Seele!

Vorschlag für «Hitlerhaus»: gefakte Altstadterhaltung nach Wiener Art

Seit Jahren langweilt die Diskussion um die Braunauer Adresse, an der Adolf Hitler geboren sein soll, die österreichische Öffentlichkeit.  Und weil die Politik seit 70 Jahren keine Entscheidung fällt, die Wähler_innen aus dem rechten Lager verärgern könnte, wurde gar nicht entschieden, was aus der eher unwichtigen Immobilie werden sollte. Ein möglicher Ausweg: Die Wiener Schule der gefakten Altstadterhaltung! Von Erich Félix Mautner.
Tun & lassen - 22.11.2016 mehr lesen +

Gstettner ging in die Wälder

Das unvollständig verdrängte Wissen über das Loibl-KZ

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«Grabe, wo du stehst!», schrieb der schwedische Historiker Sven Lindqvist in seinem «Handbuch zur Erforschung der eigenen Geschichte».  Der Klagenfurter Universitätsprofessor Peter Gstettner nimmt sich diesen Aufruf zu Herzen und sucht beharrlich nach Resten des KZ-Lagers Loibl Nord. Kerstin Kellermann hat ihn getroffen.

Foto: privat


Tun & lassen - Kerstin Kellermann 13.09.2016 mehr lesen +

Enttäuscht von der Führung der Sozis

Marie Wendl-Hofmann-Tidl – Hommage an eine Nichtbeachtete

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Es gibt keine Entschuldigung dafür, dass die 1940 der Vorbereitung eines Hochverrats bezichtigte Marie Wendl-Hofmann-Tidl, später Mittelschulprofessorin und Schriftstellerin, nicht einmal im Kreis der an widerständigen Biografien Interessierten sehr bekannt ist. Ein Beitrag zur Gedächtniskultur von Georg Tidl.

Foto: privat


Artistin - Georg Tidl 31.08.2016 mehr lesen +

Öllinger und das Netz der Nazis

«Es gibt Kräfte im Staat, die tun die Republik ausspionieren»

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Normalerweise bringt der Augustin keine Politiker-Interviews. Ein Dogma, das auch unserer Mitarbeiterin Kerstin Kellermann nicht unbekannt war. Sie plädierte aber in diesem Fall für eine Ausnahme. Der grüne Nationalratsabgeordnete Karl Öllinger geriet wegen seiner Homepage «Stoppt die Rechten» aus der Sicht der FPÖ in die Rolle eines staatsfeindlichen Spions.

Foto: Christof Moderbacher


Tun & lassen - Kerstin Kellermann 06.07.2016 mehr lesen +

Vor dem Riesenrad

Herr Groll auf Reisen. 276. Folge

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Der Dozent hatte seinen Bekannten in den Prater gebeten. Er wolle ihm eine erfreuliche Überraschung bereiten. Als Treffpunkt hatte der Dozent den Platz vor dem Riesenrad vorgeschlagen. Pünktlich erschien Herr Groll. Mit ausgebreiteten Armen eilte der Dozent auf ihn zu.

Foto: Mario Lang


Dichter Innenteil - Erwin Riess 14.03.2016 mehr lesen +

... in Auschwitz hörte die Sprache auf!

In Theresienstadt schrieb Helga Pollak-Kinsky ein Tagebuch, aber ...

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Während in Theresienstadt noch künstlerische Aktivitäten möglich waren, wurde das KZ Auschwitz zur großen Leerstelle in Bezug auf Schreiben und Sprache überhaupt. Mit Helga Pollak-Kinsky, die als Kind im Ghetto Theresienstadt Tagebuch schrieb, sprach Kerstin Kellermann.

Foto: Florian Fusco


Tun & lassen - Kerstin Kellermann 10.11.2015 mehr lesen +

Nazi-Codes bleiben 15 Jahre

Halbherziges Verbot «lächerlicher» & «anstößiger» Wunschkennzeichen

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Das Verkehrsministerium geht mit den unter einschlägigen Verkehrsteilnehmer_innen beliebten Nazi-Symbolen auf KFZ-Kennzeichen bemerkenswert halbherzig ins Gericht. Der wirkliche Skandal ist aber, dass der Sturm der Entrüstung ausbleibt. Von Erich Félix Mautner.

Foto: BMVIT


Tun & lassen - Felix Erich Mautner 29.09.2015 mehr lesen +

Vorwärts, und nicht vergessen …

Abschied von der Widerstandskämpferin Irma Schwager

article_3160_394_tun_irmaschwager01_gi_180.jpg Irma Schwager, Widerstandskämpferin in der französischen Résistance, engagierte Frauenrechtlerin, Friedenskämpferin und Kommunistin, ist am 22. Juni gestorben. Die Nachricht über ihren Tod kam ausgerechnet, als Bärbel Danneberg gerade an einem Porträt für den «Augustin» schrieb. Das angefangene Porträt ist ein Zeugnis dafür, dass Irma Schwager bis zu ihrem Ende mitten im Leben stand. Ihr Tod ist eine Zäsur – auch in dem folgenden Text. Foto: Gis...
Tun & lassen - Bärbel Danneberg 08.07.2015 mehr lesen +

Dannebergpredigt: Feste feiern

Der Einser fährt nur bis zum Radetzkyplatz an diesem Vormittag des 31. Mai. Frauenlauf, eh klar. Eh super. Ich steige aus. Eine kleine Gemeinde empfängt mich, nein, nicht mich, sondern ich bin gerade zufällig in sie hineingestolpert. Die Menschen singen. Manche Männer haben eine Kippa auf dem Kopf. Eine Frau weint. Die Melodie ist schmerzlich. Die Verkäuferin der Ankerbrotfiliale tritt vor die Tür und lauscht. Die Fenster an der Hausfassade sind ...
Tun & lassen - Bärbel Danneberg 09.06.2015 mehr lesen +

«Nach Hause geht man immer zu Fuß»

Viel Kultur für einen kurzen Straßenabschnitt: die Thelemangasse

article_3114_thelemang_heike_willmaser_180.jpg «The Forever Road», auf Deutsch «Die Ewigkeitsgasse». Das ist der Titel eines Romans des amerikanischen Autors Frederic Morton, der unter dem Namen Fritz Mandelbaum in Wien geboren und vom NS-Regime aus seiner Heimat vertrieben wurde. Davor besaß seine Familie mehrere Häuser am so genannten «Türkenplatzl», der heutigen Thelemangasse in Hernals, wo sich Chris Haderer (Text und Fotos) umgeschaut hat. Illu: Heike Willmaser ...
Vorstadt - Chris Haderer 26.05.2015 mehr lesen +

Was man gerade noch aushalten kann

Max Mannheimer malt gegen die eingebrannten Bilder an

article_3067_tun_heiko_kilian_kupries_180.jpg Der KZ-Überlebende Max Mannheimer malt abstrakt und nach Kandinsky. Er verwendet ungewöhnliche Materialien wie Harz oder Glas. 1980 versuchte er, ein kleines Hakenkreuz auf einem Betonpfeiler auszukratzen und fiel in Ohnmacht. «Mein Unterbewusstes hat mir einen Streich gespielt», sagt der 95-jährige Präsident der Lagergemeinschaft Dachau heute. Kerstin Kellermann (Text) und Heiko Kilian Kupries (Fotos) haben ihn in seinem Zuhause unweit von Münch...
Tun & lassen - Kerstin Kellermann 14.04.2015 mehr lesen +

Steine statt Blumen

Die Renovierungsarbeiten am jüdischen Friedhof in der Seegasse dauern an

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Versteckt zwischen hohen Häusern, von der Straße nicht einsehbar, liegt in der Rossau, einem Teil des neunten Wiener Gemeindebezirks, ein wahres Juwel: der älteste erhaltene jüdische Friedhof der Stadt. Maria Gornikiewicz (Text und Fotos) hat ihn trotz oder wegen der Renovierung aufgesucht.


Vorstadt - Maria Gornikiewicz 31.03.2015 mehr lesen +

Wie im Traum, wenn man schreien will

Peggy Parnass - schamvolles Überleben, präzise formulierte Wut

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Als leidenschaftliche und streitbare Gerichtsreporterin schaute Peggy Parnass NS-Täter_innen mutig ins Auge. Als Kind versuchte sie ihre Eltern aus dem KZ zu retten, doch Schweden machte die Grenzen zu. Im Herbst wurde die Geschichte ihrer Kindheit als Buch publiziert. Kerstin Kellermann besuchte die Autorin für den Augustin in Hamburg.

Bild: Tito de Rega Silvo


Tun & lassen - Kerstin Kellermann 12.11.2014 mehr lesen +

«Hallo, hier spricht die Mafia, machen Sie mit uns Musik?»

Musikalische Geschichtsvermittlung: Esther Bejarano und die Microphone Mafia

article_2517_hiphop_180.jpg Esther Bejarano, 89, hat das Konzentrationslager Auschwitz als Mitglied des «Mädchenorchesters» überlebt. Musik war ihr Überleben und Musik ist ihr Leben. Heute tritt sie gemeinsam mit der Kölner Hiphop-Kombo Microphone Mafia auf. Zur antifaschistischen Demonstration in Braunau am 19. April gaben sie das Abschlusskonzert.
Artistin - Lisa Bolyos 29.04.2014 mehr lesen +

Geschichte nachverhandeln

Vier filmische Versuche über den Nationalsozialismus

article_2480_film_180.jpg Auch die diesjährige Diagonale, das Grazer «Festival des österreichischen Films», ist zur Zufriedenheit vieler zu Ende gegangen: Gratulieren können wir vor allem Tina Leisch zu ihrem Anteil am Carl Mayer Drehbuchpreis und Ruth Beckermann zum Großen Diagonale-Dokumentarfilmpreis für «Those Who Go Those Who Stay» (siehe Augustin Nr. 363). In vielen verschiedenen Facetten wurde auch in der 2014er-Filmauswahl die Auseinandersetzung mit dem Nationalso...
Artistin - Lisa Bolyos 29.03.2014 mehr lesen +

«Ich habe als Kind gelernt, nicht feig zu sein»

Katharina Sasso über eine spät errichtete Gedenkstätte für NS-Justizopfer und Widerstandskämpfer_innen

article_2222_sasso_180.jpg 1200 Widerstandskämpfer_innen sind im Wiener Landesgericht I hingerichtet worden. Eine Reihe von ihnen ist in der sogenannten «Gruppe 40» am Wiener Zentralfriedhof begraben. Am 11. März 2013 wurde die Gruppe 40 per Gesetz und Festakt zur «Nationalen Gedenkstätte der Opfer der NS Justiz» erhoben. Den Widerstandskämpfer_innen gegen den Nationalsozialismus wurde damit eine sehr späte Anerkennung des offiziellen Österreich zuteil. Eine der wenigen he...
Tun & lassen - 17.04.2013 mehr lesen +

«Vergessene der Geschichte»

Annäherungen an den Faschismus mit Mitteln des Comics

article_2141_comic_180.jpg Art Spiegelmans «Maus Geschichte eines Überlebenden» (1991) hatte einst nicht nur dem Medium Comic zum Durchbruch verholfen, sondern auch die (Un-)Darstellbarkeit des Holocaust herausgefordert, indem er für die autobiografische Geschichte seiner durch Auschwitz gegangenen Eltern Jüd_innen als Mäuse und Nationalsozialist_innen als Katzen zeichnete. 20 Jahre später zeigt eine neue Generation von Zeichner_innen, dass eine Annäherung an die Geschich...
Artistin - Martin Reiterer 23.01.2013 mehr lesen +

Keiner weiß, wann Pessach ist

«Unendliches Gespräch» Nr. 4 zwei Frauen des Theaters über jüdische Identität und Antisemitismus

Die Kabarettistin, Autorin und Kommunikationstrainerin Jenny Simanowitz trifft auf die Regisseurin, Theaterleiterin und kulturpolitische Aktivistin Eva Brenner. Was sie eint: Beide sind notorisch kritische Protagonistinnen des «anderen Theaters». Ihr «Unendliches Gespräch» erscheint in unregelmäßigen Abständen im Augustin ein Projekt zur Selbstverständigung, das auch offen ist für Zurufe Dritter. In der Ausgabe 312 standen Kategorien wie «postmi...
Artistin - Julia Krenmayr 03.09.2012 mehr lesen +

Trotz alledem: keine Verbitterung

Friedrich Zawrel, Spiegelgrund-Überlebender, als Theaterfigur

article_1943_318_art_spiegelgrund_foto_180.jpg Vor einem halben Jahr kam es zu einem folgenreichen Aufeinandertreffen in einem Meidlinger Pflegeheim. Der 24-jährige Nikolaus Habjan machte dem 83-jährigen Friedrich Zawrel einen Vorschlag, der Letzterem zunächst nicht ganz geheuer war: «Was? Ein Puppentheater über mein Leben?»
Artistin - Barbara Huemer 06.04.2012 mehr lesen +

Nestroyhof: Interview mit Erica Lindenstraus

Erica Lindenstraus ist eine Enkelin Anna Steins, die bis 1940 Besitzerin des Nestroyhofs war. Durch Arisierung kam die Industriellenfamilie Polsterer in Besitz des Gebäudes in der Praterstraße 34. Ein Rückstellungsverfahren an die Kinder Anna Steins konnten die Polsterers 1951 durch einen fragwürdigen Vergleich abwenden. In einem Exklusivinterview für den Augustin am 3. Jänner 2008 in New York sprach Erica Lindenstraus über ihre Großmutter, ihre ...
BLOG - Florian Müller 15.04.2008 mehr lesen +

Kriegerdenkmalsaversion

Helmut Kraus, Peter Wagner, Wolfram Kastner, Josef Schützenhöfer etc. haben was gemeinsam:

Österreich ist übersät mit "Heldendenkmälern". Manche würdigen die Gefallenen des Ersten Weltkriegs (natürlich nur die "Unseren"), die meisten die Gefallenen beider Weltkriege (natürlich nur die "Unseren"). Eine der Botschaften solcher Denkmäler lautet: Wer sich der "Heldenpflicht" entzog, etwa durch Desertion, war ein Feigling - milde ausgedrückt. Der Wiener Lehrer Helmut Kraus versuchte, ein in seinem Gymnasium unhinterfragt überdauendes Denkma...
Tun & lassen - Robert Sommer 15.03.2007 mehr lesen +

Das Buch singt

Ein außergewöhnlicher Blick auf Dora Schimankos Vorfahren

Das blond gelockte, etwa dreijährige Mädchen auf dem Gemälde des Buchcovers schaut uns direkt ins Auge. Eine untypische, dennoch die passendste Einladung, Dora Schimankos Lebensgeschichte in Form eines außergewöhnlichen Blickes auf ihre Vorfahren zu lesen. Das Buch, das die Leopoldstädterin heuer im Eigenverlag unter dem Titel Warum so und nicht anders / Die Schiffs: Eine Familie wird vorgestellt herausgab, kommt sicher keiner Leserschaft entgege...
Heroes - Doris Kittler 17.12.2006 mehr lesen +

Thomas Frankls Erinnerungen

Chanukka im Bunker

Am 28. September 1944 wurde die Familie Frankl von den Nazis verhaftet. Während der Vater, der Maler Adolf Frankl (1903 1983), zum Waggon nach Auschwitz-Birkenau gedrängt wurde, gelang es seiner Frau Renée und den Kindern Thomas, damals 10 und Erika 8 Jahre alt, sich noch in letzter Sekunde zu retten. Die Kinder verbrachten Chanukka (Lichterfest, in der Regel im Dezember) 1944 im Bunker versteckt. Thomas Frankl erinnert sich in einem Gespräch mi...
Artistin - Gerald Grassl 15.12.2006 mehr lesen +

Ich will nicht mitheucheln

Dora Schimanko fand endlich Zeit, die Geschichte ihrer Familie niederzuschreiben

Vor mir sitzt eine jugendlich wirkende Frau, deren Blick zwischen offener Neugierde und gesunder Skepsis schwankt. Als Dora Schimanko beginnt, mir ihre Büchersammlung vorzuführen, merke ich bald, dass wir dafür ein paar Tage extra bräuchten. Ihr Wissen aber bezieht die Mittsiebzigerin auch auf die aktuelle Weltsituation, die sie kritisch und wach beobachtet. Wie auch in ihrem neu erschienenen Buch über die Geschichte ihrer Familie und ihrer selbs...
Tun & lassen - Doris Kittler 15.12.2006 mehr lesen +

Back to the Lovara-Roots

"Was wolltet ihr immer schon über die Roma wissen?", fragt Gilda Horvath keck

Neben den Burgenland-Roma bilden die ursprünglich aus Ungarn stammenden Lovara die österreichische Volksgruppe der Roma. Die Gesamtzahl der in Österreich lebenden Roma ist wahrscheinlich zehnmal größer. Als Dunkelziffer wird 45.000 kolportiert. Roma aus Ex-Jugoslawien bilden die Mehrzahl. Die Mitglieder der Familie Stojka zählen zu den international bekannten VIPs der Wiener Lovara. Vielleicht ist übermorgen ein anderer Lovara-Name, der gleicherm...
Tun & lassen - Robert Sommer 15.10.2006 mehr lesen +

"Wird halt eine Epidemie ausgebrochen sein"

Erschütternde Dokumente der Kindereuthanasie am Spiegelgrund

Das Zitat im Titel stammt von Heinrich Gross, dem Todesarzt der NS-Kindereuthanasieanstalt am Spiegelgrund. Es war die Antwort des 2005 verstorbenen Experten für "unwertes Leben" auf die Frage eines Kurier-Journalisten, ob ihm nicht aufgefallen sei, dass so viele Kinder unter seiner "Betreuung" an "Lungenentzündung" gestorben seien. Die "Lungenentzündungs"-Lüge war der Endpunkt einer Täuschungskette, an dessen Beginn die "Schlechtmeldungen" an di...
Tun & lassen - Robert Sommer 15.09.2006 mehr lesen +

Die Liga Mores gelehrt

Mit Chuzpe zum Erfolg: Der SC Hakoah Wien

Der jüdische SC Hakoah ist mit der Wiener Fußballgeschichte untrennbar verbunden. 1925 holten die Mannen mit dem Davidstern auf der Brust den österreichischen Meistertitel und wurden so zum ebenso heiß geliebten wie umfehdeten Symbol jüdischer Identität.
Tun & lassen - Florin Mittermayr 15.12.2005 mehr lesen +

Rudolf Prikryl, der 3-Tage-Bürgermeister von Wien

Noch als Leich' gescheitert

"Herr Bürgermeister, ich hätte gern das Flotten-Kino." "Nichts dagegen. Bitte nehmen Sie's!" Oder: "Ich bevollmächtige Sie, den Betrieb Sowieso aufzusperren." So ähnlich liefen die Amtsgespräche ab in jenen drei Apriltagen des Jahres 1945, die als Wiens kuriosesete Bürgermeisteramtsperiode gelten. Über das patscherte Leben des Installateurs Rudolf Prikryl, der drei Tage lang dem rätselhaften Drang, Verantwortung zu übernehmen, nachgab und es nich...
Tun & lassen - Gerald Grassl 15.06.2005 mehr lesen +

Die Heimkehrerinnen erzählen (1): Gertrude Austerlitz

Der "Zug fährt nach Hütteldorf"-Traum

Der Text ist dem Buch ""Ich geb Dir einen Mantel, dass Du ihn noch in Freiheit tragen kannst"" entnommen. In diesem und im Buch ""Der Himmel ist blau. Kann sein".", beide herausgegeben von Karin Berger, Elisabeth Holzinger, Lotte Podgornik und Lisbeth N. Trallori, erschienen 1987 im Promedia-Verlag, sind die Ergebnisse eines mehrjährigen Forschungsprojekts über Frauen im Widerstand dokumentiert. Die meisten Frauen, mit denen damals die Gespräche ...
Artistin - Gertrude Austerlitz 15.05.2005 mehr lesen +

"Wiederbetätigung": Jus-Student brachte Anzeige gegen die Republik ein

Kein Unrechtsbewusstsein

AUGUSTIN-LeserInnen kennen ihn schon: Joachim Stern, den Jus-Studenten, der im online-Schalgwortkatalog des Rechtsinformationssystems (RIS), das vom Bundeskanzleramt herausgegeben wird, die Wörter "Erb- und Rassenpflege " fand und der einigermaßen erstaunt darüber, hier eindeutig nationalsozialstischem Gedankengut entspringende Begriffe vorzufinden, zu recherchieren begann. Mitte Februar brachte Joachim Stern eine Anzeige wegen Wiederbetätigung b...
Tun & lassen - Hannah Fröhlich 05.03.2001 mehr lesen +

Marta Halpert, Leiterin des Wien-Büros derAnti-Defamation League

Hoffnungsvoll unoptimistisch

"Ich bin schon eine alte Kämpferin. Ich habe immer wieder Rückschläge bekommen und denk' mir oft: Es hat keinen Sinn. Trotzdem, ein bisschen Hoffnung habe ich schon. Nur, optimistisch bin ich nicht." Ich mag uneindeutige Selbstcharakterisierungen. Diese hier habe ich aus dem Radio Augustin-Interview (siehe Kasten unten) mit Marta Halpert, der Wiener Vertreterin der Bürgerrechtsorganisation "Anti-Defamation League" (ADL) aufgeschnappt....
Tun & lassen - Robert Sommer 05.02.2001 mehr lesen +

Nationalsozialistisches Gedankengut in Gesetzen

Eindeutig Staatsvertragsbruch

Joachim Stern ist Jus-Student. Bis vor einigen Monaten war er zusätzlich Mitarbeiter einer Beratungsstelle in Wien. Im Zuge dieser Tätigkeiten hat er dauernd mit gesetzlichen Bestimmungen und Verordnungen zu tun, der Umgang mit Gesetzestexten und der Bezug von Originalquellen sind sein Alltag. Eines Tages macht er eine Entdeckung. Er findet die Wörter "Erb- und Rassenpflege" im online-Schalgwortkatalog des Rechtsinformationssystems (RIS), das für...
Tun & lassen - Hannah Fröhlich 05.11.2000 mehr lesen +

Verein ORPHEUS TRUST

Unzählbares Vermächtnis

Ein kleines Büro in einer kleinen unscheinbaren Gasse in Wien: ein Computer, ein Schreibtisch, drei Sessel, ein Regal mit CD's; hohe Fenster, viel Licht. Hier wird geforscht, hier werden Zusammenhänge hergestellt, Daten sortiert und gespeichert, es werden Publikationen und Veranstaltungen koordiniert und initiiert,- von hier aus erhält ein großes Stück unaufgearbeitete österreichische Vergangenheit die ihr gebührende Dokumentation und eine wachse...
Artistin - Hannah Fröhlich 14.06.2000 mehr lesen +

Hubsi Kramars Gratwanderungen

Scheibbser Nestbeschmutzer rächt sich

Hitler wollte den Opernball besuchen. Hitler wollte mit der reschen Frau Riess-Passer ein Tänzchen machen. Aber das wurde verhindert. Denn Hitler wurde gewaltsam festgenommen und wegen des Verdachts der Wiederbetätigung stundenlang verhört...
Artistin - Hannah Fröhlich 29.04.2000 mehr lesen +
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