Kategorie: Thema :: Polizei Seite: 1 2

Das umgedrehte Planquadrat

Freitag der Dreizehnte: Intervention am Praterstern

article_3855_wienerliniensager01_180.jpg «Der dickste Fisch ging den Polizisten am Praterstern ins Netz. Dort beobachteten die Beamten einen Drogendeal und verfolgten den 18-jährigen Dealer. Der Teenager versuchte zu flüchten, doch in der Großen Stadtgutgasse war Schluss mit lustig. Die Polizisten filzten den Mann, fanden Marihuana, Cannabisharz, eine Suchtmittelwaage sowie Bargeld. Der Gefasste sitzt nun hinter Gittern.» So war es kürzlich in einem unserer Boulevardblättchen zu lesen....
Tun & lassen - Robert Sommer 20.12.2016 mehr lesen +

Von situationselastischen Polizeimethoden & der periodischen Ankreuzerldemokratie

Wie viel Satire hält ein Polit- und Polizeikrimi aus?

article_3830_buch_180.jpg Inspektor Zwezler und sein kongenialer Partner Moik lösen in der Zeitung «MALMOE» seit fünf Jahren Fälle. In denen wird mit lakonischem Augenzwinkern auf tagespolitische Ereignisse und fragwürdige polizeiliche Verstrickungen angespielt.  Jetzt sind die gesammelten Kurzkrimis der «Real Crime Inc.» als Buch erschienen. Eva Schörkhuber hat mit den Autor_innen da­rüber gesprochen, ob und wie Satire in Zeiten von CETA-befürwortenden sozialdemokra...
Artistin - Eva Schörkhuber 06.12.2016 mehr lesen +

Fröhlich sein stört «öffentliche Ordnung»

Schottentor: Augustinverkäufer soll zwei Gesetze übertreten haben

article_3818_sunday_carolina_frank_180.jpg Nimmt man die Internet-Einträge als Maßstab, muss der gebürtige Nigerianer Osarienem Sunday zu den – im positiven Sinn– auffallendsten Augustin-Kolporteur_innen in Wien zählen. Selbst nüchterne Menschen greifen zu poetischen Metaphern, wenn sie nach ihrer Meinung zu Mister Sunday gefragt werden. Er zaubere ein Lächeln in die mürrischsten Gesichter der Alltags-Gehetzten. Der «Sonnenschein von der Schottentorpassage» muss, wie aus heiterem Himmel, ...
Tun & lassen - 22.11.2016 mehr lesen +

Echo vielfältiger Verwundungen

Galerie im Bezirksgericht: Bakos Tamás, der Verblüffer

article_3765_bakos_tamas_180.jpg «In den Bildern von Bakos Tamás ist das Echo vielfältiger Verwundungen sichtbar. Mit der Obsession einer heillosen Trauer malt er unentwegt das Unverdrängbare»,
Artistin - 26.10.2016 mehr lesen +

Ein Problem wird übersiedelt

Von der U6, den Drogen und einer weit verfehlten Stadtpolitik

article_3673_u6_silke_mueller_180.jpg Die Drogenszene an der U6 hat im Frühjahr für Stimmung gesorgt: Die Grünen machten für einen kontrollierten öffentlichen Raum mobil, die Wiener Linien sprachen von Sicherheit und meinten Vertreibung, und die Stadt hat es geschafft, ihre Drogenabhängigen wieder mal woandershin zu schieben. Christian Bunke (Text) und Silke Müller (Illustration) denken darüber nach, was das verschärfte Suchtmittelgesetz und ein versagter Arbeitsmarktzugang miteinand...
Tun & lassen - Peter Krobath 03.08.2016 mehr lesen +

Die Praterstern-Sheriffs

Polizeiliches Fehlverhalten: Beschwerdesystem funktioniert nicht

article_3653_417_tun_praterstern_web_180.jpg

Verschwindende Parkbänke, Ausweiskontrollen und starke Polizeipräsenz: der Praterstern im Zweiten Wiener Gemeindebezirk ist das aktuelle Versuchsfeld für repressive Sicherheits- und Stadtpolitik. Was das für die Nutzer_innen des Pratersterns bedeutet, bleibt meist ungehört.

Foto: Niko Havranek

Im Bild: Die Schriftstellerin Eva Schörkhuber


Tun & lassen - Marlene Brüggemann 06.07.2016 mehr lesen +

Drah di net um

article_3613_415_dicht_blitzstein_gesi_180.jpg

An manchen Hundstagen hilft in meiner Wohnung nur, die Fenster zu verhängen und die Wohnungstür eine gewisse Zeit zum kühlen Stiegenhaus hin offen zu lassen. Was ich nicht bedachte, in so einem Fall kann es auch erforderlich werden, die Wohnung zu verlassen.

Grafik: Anton Blitzstein


Dichter Innenteil - Cicero 06.06.2016 mehr lesen +

Nur aus hundertfünfzig Metern

Darf man Augenzeug_in einer polizeilichen Amtshandlung sein?

Neben den Menschen, die betteln, sind der Polizei in Wien auch jene couragierten Zeitgenoss_innen suspekt, die sich mit Menschenrechten auskennen und die Beamt_innen bei ihren Amtshandlungen gegen Bettelnde genau beobachten. Bisher musste sie akzeptieren, dass in einer Demokratie das Recht, Augenzeugin zu sein, nicht anzutasten ist. Neuerdings wird dieses Recht ausgehebelt, wie ein Vorfall am Gürtel beweist. Die Beamten beriefen sich auf einen ve...
Tun & lassen - 07.01.2015 mehr lesen +

Ein Stück Pizza für die Stadt

Wie ein Haus besetzt und wie es geräumt wurde und was dazwischen geschah

article_2586_pizza@ernst_spiessberger_180.jpg Anfang August wurde die «Pizzeria Anarchia» im zweiten Bezirk in Wien geräumt. Das Haus hat eine Geschichte, wie sie sonst nur Romane schreiben: Junge Punks wurden gebeten, zur Vertreibung der letzten Altmieter_innen die leerstehenden Wohnungen zu besetzen. Sie ließen sich darauf ein - und freundeten sich mit den Altmieter_innen an. Das wurde den Hausbesitzern der Castella AG zu blöd - sie ließen räumen, der Staat spielte mit. 1.700 Polizeibeamt_...
Tun & lassen - 19.08.2014 mehr lesen +

Der Rechtsstaat als Spucknapf

Die Farce wird von Bürokraten besser beherrscht als von Literaten. In Österreich etwa wird das Absurde von der Justiz emsig gepflegt - siehe Josef S.

article_2583_ilija_trojanow_wien_2013@_180.jpg Die Farce ist bekanntlich ein schwieriges Genre, wird sie doch von Literaten weniger gut beherrscht als von Bürokraten, vor allem von Justizbeamten. Wer sich mit dem real existierenden Wahnsinn vertraut machen will, der muss nur die Urteile der «Legestheniker» (Latein: jene, die Schwierigkeiten haben, das Alphabet der Gerechtigkeit zu entziffern) studieren. Zum Beispiel jene des Obersten Gerichtshofes der USA, die zum Beispiel die oligarchische...
News - Ilija Trojanow 11.08.2014 mehr lesen +

Von der Gewalt des Staates und der Macht der Bilder

article_2568_badeschiff_180.jpg Ein Routine-Einsatz eskaliert, zwei junge Menschen werden festgenommen, später werden sie schwere Vorwürfe erheben. War es Misshandlung durch die Polizei oder eine böswillige Verleumdung, für die sie nun zu Recht vor Gericht stehen? Über einen Prozess, wie es ihn in Österreich eigentlich nicht geben sollte.
Tun & lassen - 22.07.2014 mehr lesen +

Lauter, schöner, militanter

Regierungen verschwinden, die schwarzen Blöcke bleiben / Teil 1

article_2447_demo_180.jpg Nicht mehr zu zählen sind die innerlinken Debatten über Gewalt bei Demos im Allgemeinen und um den so genannten schwarzen Block im Speziellen. Umso mehr überraschte manche Leserinnen und Leser die Tatsache, dass der Augustin zum innenpolitischen Thema Nr. 1 des Jänners 2014 schwieg; dass er schmeeschdaad war nach der turbulenten Nacht, in der gegen den rechten Burschenschafterball demonstriert wurde.
Tun & lassen - Robert Sommer 17.02.2014 mehr lesen +

Gefühlte Falschinformationen, die Rechte der Rechten und die Stimme des Volkes - in drei Szenen

1. Szene: Freitag, 24. Jänner 2014, 17:15 Uhr. Tag des Akademikerballs. Ich habe Probe für eine szenische Lesung, die ich mit meinem Freund dem Schauspieler M. J. H. im Extrazimmer eines Gasthauses im 4. Bezirk einstudiere. Drei Mal die Woche treffen wir uns zurzeit dort, manchmal auch vier Mal. Ich gehe zur Straßenbahnstation; es sind zwar nur zwei Stationen bis zu meinem Ziel, aber heute schmerzen meine Beine seit längerer Zeit wieder, es wird...
Dichter Innenteil - Harald Pesata 16.02.2014 mehr lesen +

Ein Wissensnotstand

Die Polizei «kann nicht sagen», ob schon «Bettelmafiabosse» bestraft wurden

Wie berichtet, hatte der ranghöchste Bettlerbekämpfer der österreichischen Polizei, der Leiter der Anti-Menschenhandels-Abteilung des Innenministeriums Gerald Tatzgern, in einem Zeitungsinterview die Almosenspender_innen zu verunsichern versucht. Wer einem Bettler, einer Bettlerin Geld gebe, unterstütze die Mafia. Denn: 90 Prozent der Einnahmen durch das Betteln flössen, so Tatzgern, in die Tresore der Mafiabosse.
Tun & lassen - Robert Sommer 09.01.2013 mehr lesen +

Viel politischer als Woodstock

Warum die Sozialdemokratie den Hype der Arena-Bewegunng nicht kapierte

article_2012_besetzt_180.jpg Das Wien Museum möge verschont bleiben vom Damoklesschwert in Form von Standortbegehrlichkeiten einer Investorengruppe, die den Karlsplatz als Premium-Lage vortrefflich fände. Es möge die Adresse Karlsplatz behaupten und hierselbst noch viele Projekte realisieren können, die mensch in einer bestplatzierten Hochkultureinrichtung nicht ohne weiteres vermutet. Projekte wie die laufende Ausstellung über die Wiener Hausbesetzungen. Im Zentrum steht de...
Artistin - Barbara Huemer 24.07.2012 mehr lesen +

Kein Platz für dritte Wagenburg?

Der Sozialdemokratie waren Thujen immer lieber als Gänseblümchen

article_2011_wagen_180.jpg Ähnlich wie in besetzten Häusern sind die so genannten Wagenplätze also kleine Wohnsiedlungen, die aus mobilen Fahrzeugen, zumeist Bauwagen bestehen, Orte alternativer, unsesshafter Lebensweisen bzw. lebendige Experimente der Selbstbestimmung und des Ausstiegs aus dem Konsum-Wahnsinn. Ähnlich wie in anderen Städten sind die Stadtregierungen voller Misstrauen gegenüber diesen «vorweggenommenen Utopien». Das Wiener «Wagenburg-Kunstkollektiv Gänseb...
Tun & lassen - Martin Juen 24.07.2012 mehr lesen +

Celovec instandbesetzt

Firlefanz und Dilettanz übernehmen eine alte Nazi-Baracke

article_1976_322_tun_hausbesetzung_kae_180.jpg Das neue Polizeibefugnisgesetz erlaubt Räumungen heute auch ohne Hausbesitzer_in. Doch 2006 lag Klagenfurt noch im Trend der internationalen Hausbesetzungsbewegung und verlieh sich mit dem «Bomba Clab» in alten Militärbaracken Flügel. In den 70er Jahren wurde aus Protest gegen den Ingeborg-Bachmann-Preis das Nachbarhaus besetzt und zum autonomen Literaturort gemacht.
Tun & lassen - Kerstin Kellermann 30.05.2012 mehr lesen +

Gedanken zum «Wandertag»

Das Hanf-Verbot kann nicht funktionieren es sei denn, Ausschließung ist erwünscht

Drogenprohibition ist vermutlich das quantitativ erfolgreichste Instrument, um «zuverlässigen» Nachschub für den sozialen Rand zu sichern. Zehntausende Menschen mit Vorstrafen nach Drogendelikten wären noch unbescholten (und «am Markt» entsprechend chancenreicher), wenn der Drogenkonsum nicht zu den Verbrechen zählte. Einmal mehr versucht eine NGO, die für die Legalisierung von Cannabis eintritt, mit einem Wiener «Hanf-Wandertag» am 1. Oktober au...
Tun & lassen - Robert Sommer 22.09.2011 mehr lesen +

«Wir kommen immer wieder!»

Über den weltfremden Versuch der Stadt, die Drogenpolitik der Polizei zu überlassen

tun-karlsplatzszene©pete.jpg Jede größere Stadt hat eine offene Drogenszene. Die in Wien ist relativ klein. Trotzdem versucht die Stadt sie loszuwerden, mit massivem Polizeieinsatz und Baumaßnahmen.
Tun & lassen - Peter Krobath 15.06.2011 mehr lesen +

Betteln arbeitsökonomisch betrachtet

Ab Mai 2011 gilt in der Steiermark ein generelles Bettelverbot

article_1692_bettelverbot_180.jpg Nein, kriminelle Vorgänge, Menschenhandel und Ausbeutung, seien trotz mehrmaliger intensiver Ermittlungen bei den in Graz bettelnden Menschen nicht festgestellt worden, betonte der Grazer Stadtpolizeikommandant Kurt Kemeter in einem Ö1-Interview vor einigen Wochen. Trotzdem sei er für ein generelles Bettelverbot in der Steiermark, «aus rein arbeitsökonomischen Gründen».
Tun & lassen - Martina Handler 10.03.2011 mehr lesen +

Der letzte Franziskus

Pfarrer Pucher: Totales Bettelverbot ist verfassungswidrig

Am Tag des Erscheinens dieser Augustin-Ausgabe tagte in der Steiermark der Unterausschuss des Landtages für Daseinsvorsorge. Dort sollte (falls der Terminplan des Landtags nicht modifiziert wurde) eine Novelle zum steiermärkischen Landes-Sicherheitsgesetz beschlossen worden sein, wonach jede Form von Bettelei an öffentlichen Orten als Verwaltungsübertretung bestraft wird.


Tun & lassen - Robert Sommer 03.03.2011 mehr lesen +

Chronologie einer Verhetzung

«Krone» erfindet neue Gefahr fürs christliche Abendland: Ost-Profi-Schnorrer

article_1658_bettelei_180.jpg Die Freiheitlichen in Klagenfurt fordern ein Bettelverbot. Die «Kronen Zeitung» macht Stimmung. In Klagenfurt und Lienz hätten Bettler in Kirchen Gläubige geohrfeigt, schreibt sie im November. Die Polizeibeamten, die dort zitiert werden, sind allerdings unauffindbar. Auch die Anzeigen. Ja selbst die Täter, Zeugen und Watschenopfer. Doch die Geschichte setzt sich fest. In den Köpfen von Politikern und ihrem Wahlvolk. Von Kirchenvertretern und ihre...
Tun & lassen - Ulrike Ulyanova 09.02.2011 mehr lesen +

und niemand pfeift sie zurück

Tierschützerprozess: Anklagebehörde traut sich nicht mehr umzukehren

article_1656_tierschützer_180.jpg Für viele Beobachter ist der § 278a der unsere Gesellschaft angeblich vor «kriminellen Organisationen», tatsächlich aber gegen engagierte GegnerInnen von Tierfabriken schützt, der unverschämteste Angriff auf unsere bürgerlichen Grundrechte seit dem Zusammenbruch des Nazistaates. Sie fordern daher eine Novellierung, um seinen willkürlichen Missbrauch gegen unangenehme Kritiker auszuschließen. Wir setzen unsere Zwischenbilanz nach der Winterpause ...
Tun & lassen - Gernot Neuwirth 09.02.2011 mehr lesen +

Der vasteht des eh net

Von Augustin-Leser beobachtet: Ein Staat gegen einen Bettler

article_1621_Amtshandlung_01_180.jpg Für Aufdeckungsjournalismus sind andere Medien zuständig. Auf dieser Seite wird nichts «aufgedeckt», denn jede/jeder, die/der in Wien bettelt und weder weiß genug noch abendländisch genug aussieht, könnte Bücher mit solchen Erlebnissen füllen. Dokumentiert werden sie kaum, denn die Betroffenen finden sie banal und keiner Schlagzeile wert, während die Macher der Schlagzeilen an ihren selbstfabrizierten Stereotypen picken: etwa am Klischee der Ost-...
Tun & lassen - Redaktion 02.12.2010 mehr lesen +

Fonds der Sozialen Kälte am Werk

Und jetzt der Beitrag der Wirtschaftskammer zum Arme-Leute-Denunzieren

Sie wollen ein konkretes Zeichen setzen gegen die Ausbreitung sozialer Kälte in Wien? Ein Vorschlag: Boykottieren Sie Geschäfte, die in diesen Tagen ihre Auslagen mit violetten Plakaten «dekorieren», auf denen Sie davor gewarnt werden, Bettler zu unterstützen. Die Wirtschaftskammer-Kampagne «Helfen ist wichtig Aber tun Sies richtig» stellt für die junge Menschenrechts-NGO BettelLobbyWien einen Beitrag zur Abstempelung des Bettelns als kriminelle...
Tun & lassen - Robert Sommer 07.09.2010 mehr lesen +

Dem «Hässlichen» nützt auch die Stille nicht

Eine menschenrechtliche Analyse zum Bettelverbot

Ein Kolumnist dieser Zeitung ist in diesem Frühling aus der SPÖ ausgetreten und weint ihr nicht einmal eine Träne nach. Auschlaggebend dafür war, dass die SPÖ-Fraktion im Rathaus schneller die Antibettlerverordnung in Richtung generelles Wiener Bettlverbot verschärfte, als Strache in eine Position gewählt wurde, in der er sich in Sachen Armenvertreibung als der bessere Häupl darstellen könnte. Anfang Juli soll das Gesetz in Kraft treten, mit dem ...
Tun & lassen - Caroline Kerschbaumer 06.07.2010 mehr lesen +

Angst & Hass, weil Wissen fehlt

Ein Symposion beleuchtete das Betteln in Wien aus verschiedenen Perspektiven

article_1541_bettelsymposium_180.jpg Wir alle kennen sie, die medialen Bilder von den «bettelnden Ostbanden», die täglich durch unsere Zeitungen geistern. Über das reale Leben der Menschen, die mit Betteln ein paar Euros zu verdienen versuchen, wissen wir allerdings wenig. Und wo Information fehlt, können Misstrauen, Angst und Hass Fuß fassen, kann eine Menschengruppe zu Sündenböcken stilisiert werden, kann mit Fehlinformation hoher Sensationswert erzielt werden. Die BettelLobbyWien...
Tun & lassen - Ulli Gladik 01.07.2010 mehr lesen +

Der Frühling der Ungehorsamkeit

Auch in Österreich nehmen viele Menschen die Abschiebung ihnen vertrauter Asylsuchender nicht mehr hin

article_1529_zivilcourage_180.jpg Die Tatsache, dass Flüchtlinge ins Ungewisse abgeschoben werden, auch wenn sie längst in die österreichische Gesellschaft integriert sind, scheint die ÖsterreicherInnen nicht aus der Gemütlichkeit zu reißen. Die Tradition des zivilen Ungehorsams gegen die Demontierer des Asylrechts, die etwa in Frankreich der Fremdenpolizei so zu schaffen macht, fehlt hierzulande. Umso größere Aufmerksamkeit verdient der spontane Versuch couragierter BürgerInnen,...
Tun & lassen - Alexander Stoff 16.06.2010 mehr lesen +

Einwandfrei disziplinierte Parteisoldaten

Eine Frage im neunten Bezirk: Wollt ihr das totale Bettelverbot?

War bisher schon das aufdringliche, aggressive und organisierte Betteln verboten, wird ab 1. Juli in Wien auch das «gewerbsmäßige Betteln» zum Delikt. Soweit bekannt. Ob den sozialistischen Gemeinderätinnen, die den entsprechenden Antrag im Rathaus eingebracht hatten, die gesetzliche Definition der «Gewerbmäßigkeit» bekannt war? Die Grüne Fraktion des Alsergrunder Bezirks-«Parlaments» schaute sich die Gewerbeordnung an. Eine Tätigkeit wird gewe...
Tun & lassen - Robert Sommer 01.06.2010 mehr lesen +

... und Genossin Yilmaz glaubt das alles

Eine Stadt nach der anderen will den BettlerInnen zur Hölle werden. Teil 1

Nurten Yilmaz glaubt an das, was sie sagt. Die Wiener SPÖ-Gemeinderätin ist davon überzeugt, dass die neuen gesetzlichen Verschärfungen gegen «gewerbsmäßige» BettlerInnen ein Sieg im Kampf gegen den Menschenhandel und die Organisierte Kriminalität seien. Was für ein Signal ist die Novellierung des Landessicherheitsgesetzes wirklich? Vor allem die Behinderten unter den Bettelnden sollen in ihren südosteuropäischen Dörfern bleiben und dort schauen,...
Tun & lassen - Kerstin Kellermann 03.05.2010 mehr lesen +

Sigmund Freud herzhaft gegen Bettelverbot!

"Die Frage der Laienanalyse"

In unserem Vaterlande herrscht von alters her ein wahrer furor prohibendi, eine Neigung zum Bevormunden, Eingreifen und Verbieten, die, wie wir alle wissen, nicht gerade gute Früchte getragen hat. Es scheint, dass es im neuen, republikanischen Österreich noch nicht viel anders geworden ist. (...) Ich meine, dass ein Überfluss von Verordnungen und Verboten der Autorität des Gesetzes schadet. Man kann beobachten: wo nur wenige Verbote bestehen, da ...
Artistin - Redaktion 06.04.2010 mehr lesen +

Sozis erlauben Jagd auf "Verwahrloste"

article_1471_bettelnverbot_180.jpg 1939 begann das nationalsozialistisch verwaltete Wien mit dem Aufbau gigantischer Karteien im Rahmen der «Erbbiologischen Bestandsaufnahme». Neben Geisteskranken, Alkoholikern, allen Arten von «Asozialen» wurde die Kategorie der «Verwahrlosten» einschließlich aller lebenden Vorfahren und Nachkommen («Sippschaft») aufgenommen. In der Wiener Zentralkartei waren bis 1943 bereits 700.000 Personen erfasst, wie aus Materialien des Dokumentationsarchivs...
Tun & lassen - Robert Sommer 11.03.2010 mehr lesen +

Nur rechtsdrehender Walzer gestattet

article_1444_wkrball_180.jpg Ein «Wasgehtmichdasan« geht nicht mehr. Ein neutrales «Wissenwireh: Linke gegen Rechte, das ist Uni-Folklore» ist Wahrnehmungsverweigerung. Wenn in Wien niemand mehr gegen den WKR-Ball demonstrieren würde, hätten die Hassprediger, die Holocaust-Verharmloser und die Straches aller europäischen Rechtsaußenparteien gesiegt, die sich alljährlich in diesem Hofburg(!)-Event versammeln. Halb haben sie schon gesiegt: Die Polizei hat die Demo gegen diesen...
Tun & lassen - 11.02.2010 mehr lesen +

Die Polizei im Kompetenz-Test

Große Busse, dunkle Hintermänner: Salzburger Bettlerphobien

Salzburg. In der Stadt, wo alljährlich der Jedermann unter den Augen der finanzkräftigen Weltelite von seiner Geldgier und Habsucht abschwört, ist Betteln seit den 70er Jahren verboten. Warum ein Theaterstück so gar keine Auswirkungen auf das Leben, die Gesellschaft und die Gegenwart hat, ist wohl darauf zurück zu führen, dass die Salzburger Festspiele seit jeher kein Kunst-, sondern ein Selbstdarstellungsevent der Eliten sind: Wer in Salzburg be...
Tun & lassen - Ulli Gladik 10.11.2009 mehr lesen +

Kostnix-Ökonomie sucht Kostnix-Haus

Rathaus schickte vermummte Polizei gegen ein Stück konkrete Utopie

Seit einigen Jahren sucht eine Gruppe junger Leute ein Haus, das Raum für kollektive, soziale, kulturelle und politische Projekte bietet. Für zehn Tage hatte das Hausprojekt Anfang Oktober ein Zuhause gefunden, in einem leer stehenden Objekt auf der Triester Straße. Dann zeigt die Wiener Stadtverwaltung, was sie von basisdemokratischen Projekten dieser Art hält: Am 12. Oktober um 4 Uhr früh wurde das Haus ohne Ankündigung geräumt, der Innenhof v...
Artistin - Ulrike Ulyanova 04.11.2009 mehr lesen +

Überall nur Karlsplätze ....

Ist die Polizei unprofessionell? Oder ist die Profession selbst strukturell gefährlich?

Hast du Angst, du dreckiger Zigeuner? Der Augustin-Bericht dieses Titels, in der letzten Ausgabe erschienen, hat in praktisch allen größeren Medien Österreichs seinen Niederschlag gefunden. Die beiden Polizeibeamten vom Karlsplatz, Adressaten schwerer Diskriminierungsvorwürfe von Seiten slowakischer AugustinverkäuferInnen, sind in den Innendienst versetzt worden. Die Behauptung des Anwalts eines der beschuldigten Polizisten, die Vorwürfe entbehrt...
Tun & lassen - Robert Sommer 05.12.2008 mehr lesen +

"Hast du Angst, du dreckiger Zigeuner?"

Zwei slowakische Staatsbürger protokollierten Polizei-O-Ton am Karlsplatz

Eine Kolporteurin und ein Kolporteur des Augustin erheben schwere Vorwürfe gegen Polizisten der Wachstube am Karlsplatz. Er sei u. a. gezwungen worden, sich nackt niederzuknien und die wiederholte Feststellung des Beamten, dass Zigeuner stinken, laut zu bejahen, gibt einer der Betroffenen zu Protokoll. Der Augustin wandte sich an die Pressestelle der Polizei, diese übermittelte die Beschwerde an Oberst Christian Stella, den Leiter der Stabsabteil...
Tun & lassen - Robert Sommer 19.11.2008 mehr lesen +

Mehr Detektive - mehr Diebstahl

Das populistische Spiel mit den Kriminalitätszahlen

Kinderkriminalität erreicht eine erschreckende Dimension. Zunahme um 29 Prozent im 1. Halbjahr 2008 (Innenministerin Fekter) 30 Prozent kriminelle Ausländer Jugendgewalt nimmt zu Linzer Kinder- und Jugendbande begeht 700 Straftaten. Wahlkampf ist. Die Stunde der Populisten und Law and Order-Politiker. Mit Kriminalität und innerer Sicherheit lassen sich Stimmen maximieren und Handlungsstärke demonstrieren. ...
Tun & lassen - Hansjörg Schlechter 11.09.2008 mehr lesen +

"3 Monate nur für die Polizei gearbeitet!"

Cristina N. bettelt in Wien, um sich die Augenoperation zu leisten

Cristina N. aus Rumänien hat ein auf fünf Jahre befristetes Aufenthaltsverbot erhalten, das nach dreimaligem Verstoß gegen den § 2 WSLG das ist der Wiener Bettelei-Paragraph verhängt wird. Ein Aufenthaltsverbot für eine EU-Bürgerin ist zumindest kurios. Wäre die öffentliche Sicherheit tatsächlich durch eine Bettlerin gefährdet, müsste der gesellschaftliche Zustand als krank beschrieben werden. Weiteres Kuriosum im Krieg der Behörden gegen die ...
Tun & lassen - Martina Handler 02.07.2008 mehr lesen +

In manchen Pässen: Vermerk "Bettlerin"

Betteln als Beruf? Teil 2

Ist Betteln Arbeit? Oder gar ein Beruf, der spezifisches Wissen und kontinuierliches Lernen erfordert? Der Augustin brachte in der vorigen Ausgabe, 226, den ersten Teil des Interviews mit der Bildungswissenschafterin Marion Thuswald, das hier fortgesetzt wird. Sie sprach mit Bettlerinnen auf Wiens Straßen. Eine Erkenntnis: Nicht eine imaginäre Mafia, sondern die Polizei nimmt den Bettlerinnen das Geld ab. Thuswald entwickelte eine ungewöhnliche ...
Tun & lassen - Martina Handler 08.05.2008 mehr lesen +

Der Bote als schlechte Nachricht

"Neger raus": SOS Mitmensch widerspricht Institut für Graffiti-Forschung

Soll man die Stadt von den ""Neger raus""-Parolen säubern? Norbert Siegl vom Institut für Graffiti-Forschung (IGF) verneinte in unserer Ausgabe 200 diese Frage mit folgender Begründung: "Über Graffiti kommen gesellschaftlich verdrängte Inhalte zum Vorschein. Eine oberflächliche Zerstörung dieser Inhalte kommt einer Verdrängung des Verdrängten gleich." Die Position rief heftigen Widerspruch von Menschenrechts-NGOs und Antirassismus-Initiativen her...
Tun & lassen - Philipp Sonderegger 15.04.2007 mehr lesen +

Willkür und Selbstkontrolle

Ein Abend im Häferl zum Thema Fehlverhalten der Justiz

Ein Mann klagt nach unfassbaren Fehlhandlungen die Republik. Sein Anwalt erhält die Ladung zur Verhandlung. Der Richter Dr. V., LG f. ZRS Wien, weist den Anwalt an, den Saal zu verlassen. Dann weist er die Klage mit der Begründung ab, der Kläger sei nicht anwaltlich vertreten. Offensichtlich ein Fehlverhalten der Justiz. Die Frage ist nur: Handelt es sich um eine seltene Entgleisung?


Tun & lassen - Franz Blaha 12.01.2007 mehr lesen +

Mit Hammer und Meisel

Die Bildhauerin Ulrike Truger sieht sich gerne als linke Künstlerin

Kein Material passt besser in den öffentlichen Raum als der Stein. Und so wird das scheinbar starre Medium zu einem extrem politischen Feld. Ulrike Truger hat etwa mit ihrem Marcus-Omofuma-Stein vor dem Museumsquartier einen gesellschaftlich marginalisierten Platz an der Schnittstelle von Kunst und Kommerz geschaffen. Heuer feiert sie 30 Jahre als freischaffende Künstlerin. Und der Augustin feiert ihr Engagement.
Artistin - Florin Mittermayr 15.12.2006 mehr lesen +

"Kavaliersdelikt" Folter

Augustin beobachtet die Justiz (3): Die WEGA. Ein Gespräch mit Bakarys Rechtsanwalt

Der Richter im Bakary-Prozess habe die wahre Dimension dieses Falles nicht wirklich gesehen, meint Bakary-Anwalt Josef Philip Bischof im Augustin-Gespräch. Mit "ein bisserl Frustabladen" der Beamten sei gar nichts erklärt. Bischof: "Stellen Sie sich vor, jeder, der ein bisserl frustriert ist, verschafft sich Luft mit Folter - "Na dann gute Nacht!" Wäre ich Richter in diesem Verfahren gewesen, hätte der Verhandlungsverlauf anders ausgesehen.
Tun & lassen - Gerald Grassl 15.09.2006 mehr lesen +

Die Hand ist ausgerutscht

Augustin beobachtet die Justiz (2): Das Unternehmen der WEGA

Justizbeobachtung im Sensationsprozess gegen vier Beamte der Wiener Einsatz-GruppeAlarmabteilung. Sie haben, wie jetzt aktenkundig ist, den Schwarzafrikaner Jassey Bakary beim Zurückbringen von einem gescheiterten Abschiebeauftrag stundenlang der schweren Folter ausgesetzt. Bei ZARA werden im Beobachtungszeitraum von zwei Jahren weit mehr als hundert mutmaßlich rassistische Übergriffe gemeldet. Viele lassen sich nicht konsequent verfolgen. In die...
Tun & lassen - Franz Blaha 15.09.2006 mehr lesen +

Wem gehört der öffentliche Raum?

Die Jagd auf den Zettelpoeten Seethaler wirft eine Frage auf

Wie nennt man in der Sprache Brechts eine Justiz, die Helmuth Seethalers Zettelgedichte sowohl als öffentliches Ärgernis als auch als Verkehrssicherheitsstörung verfolgt und die Aufdringlichkeit der kommerziellen Rolling Boards für stadtgemäß hält?
Tun & lassen - Alfons Huber 15.08.2006 mehr lesen +

Othello vor dem Richter

Augustin wirft Augen auf die Justiz

Der Angeklagte ist jung, sympathisch, fesch, kräftig und schwarz. Drei Polizisten bringen ihn in den Gerichtssaal, nehmen ihm die Handschellen ab und verteilen sich im Raum. Gäbe es einen Theatervorhang, so würde er jetzt aufgehen und man wäre von der Klischeehaftigkeit der Inszenierung erschlagen.
Tun & lassen - Heinz Blaha 15.06.2006 mehr lesen +
Kategorie: Thema :: Polizei Seite: 1 2