13. Februar 2004

13. Februar 2004

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• Freiraum
• Unsichtbares Theater
• Freifahrtaktion
• Stimmgewitter
• United Aliens

• Augustin Ausstellung
• Aktion Gefangenenchor

 

• Freiraum

Die Plattform «Freiraum statt Wien» (www.no-limit.co.at/lsw) hat rund 150 Personen mobilisiert. So viele Punks auf einen Haufen, schon lange nicht mehr gesehen (ein paar Tage später, bei der Opernballdemo, werden sie wieder in Erscheinung treten). Im Zuge der Demo kommt es zu einer theatralischen Hausbesetzung.

«HOTEL NEUBAU REAKTIVIERT! Jahrelang stand dieses riesige, völlig intakte Gebäude sinnlos leer und verfiel langsam. Dafür gibt es keine legitime Erklärung. Häuser und andere Güter gehören Menschen, die sie brauchen und nutzen. Deswegen ziehen wir in leere Häuser ein und kümmern uns um sie», steht auf dem Flugblatt.

Dass es sich um keine ernsthafte Besetzung, sondern nur um die Inszenierung einer Besetzung, um eine kurze symbolische Handlung geht, spricht sich auch in der Demo nicht komplett herum. Einige beginnen sofort Unterstützung zu mobilisieren, doch die Unterstützer_innen stehen vor einem wieder leeren Gebäude. Handys machen nicht immer Sinn.

 

• Unsichtbares Theater

«Konsumjunkies schnorren auf der Mariahilferstraße» nennt sich eine weitere Aktion. AktivistInnen aus den Gruppen «ohnEmacht» und «W.E.G.» sind als geschniegelte Konsumjunkies verkleidet und schnorren eine Stunde lang um Kleingeld. «Bitte, ich brauch’s ganz dringend! Ich habe seit zwei Stunden nichts mehr gekauft. Ich fühle mich innerlich so leer.» Die Grundannahme ist, dass man anderen mehr Geld gibt, wenn sie aussehen, als würden sie es nicht brauchen. Das Ergebnis bestätigt die Vermutung: 17 Euro in einer Stunde. Mit den Mitteln des absurden «Unsichtbaren Theaters» sollen die Passant_innen zum Nachdenken über ihre Selbstentfremdung angeregt werden, die sie im Extremfall zu «Workaholics» und Kaufsüchtigen macht.

 

• Freifahrtaktion

Der Schauplatz sind Straßenbahn- und U.Bahnwaggons in Betrieb. Mitglieder_innen der Augustin-Schauspieltruppe 11% K.Theater teilen sich in drei Gruppen auf und spielen Umgekehrte Fahrscheinkontrolle.

Die Kontrolleur_innen legitimieren sich mit dem Augustin-Verkäufer_innenausweis. Wer mit gültigem Fahrschein ertappt wird, kommt mit einer Ermahnung davon («am Freitag, den 13. August, werden wir nicht mehr so gnädig sein»). Wer keinen Fahrschein hat, bekommt einen Gutschein für ein verbilligtes oder kostenloses F13-Leibchen. Die Überraschung der Fahrgäste schwillt ab, wenn die Erklärung folgt: Es handelt sich um eine Augustin-Aktion gegen eine absurde Tarifpolitik.

Auch das Team der Zeitschrift Grundrisse ist demonstrativ gratis unterwegs. Es hat sich für eine öffentliche Diskussion zum Thema «Garantiertes Grundeinkommen» die Linie 5 ausgesucht. Die Passagiere mischen sich nicht in das Gespräch ein. Positiv formuliert: Niemandem fällt es ein, die Performance zu stören. Alle Öffi-Aktionen an diesem Tag bleiben unbehelligt von Organen der Wiener Linien.

Das Team des neunerHauses breitet im Schneetreiben eine «Bodenzeitung» auf. Die Zeitung hat ein Thema: Warum müssen ausgerechnet Sozialhilfebezieher_innen den vollen Öffi-Tarif zahlen?

 

• Stimmgewitter

Im Ernst Kirchweger-Haus (EKH) reißt das Stimmgewitter am späten Abend die Gäste eines F13-Festes aus den Socken.

 

• Die Gruppe United Aliens verteilt «Schwarzscheine».

Und dazu Flugblätter, die «Gratis Öffis für alle!» fordern.

 

• Das Gesamtkunstwerk Augustin präsentiert sich am Karlsplatz mit all seinen Facetten.

 

• Aktion Gefangenenchor