Augustin 263 - 11/2009

article_1358_cover263_180.jpg «Wie auch die Lüge uns schmähend umkreist » Vor 1000 ZuhörerInnen im besetzten Audimax der Wiener Uni lässt das Stimmgewitter Augustin in der Nacht vom 6. zum 7. November eine Vergangenheit lebendig werden, in der die Arbeiterbewegung noch ähnlich kämpferisch und systemkritisch war wie heute die Bewegung des Unistreiks. Die zitierte Strophe ist aus dem Lied «Die Arbeiter von Wien».
Der Einsatz der Lüge im politischen Konkurrenzkampf und im «Dialog» mit den BürgerInnen ist etwas, was die Menschen von den PolitikerInnen allgemein erwarten. Politik ohne Winkelzüge ist nicht mehr vorstellbar. Dass PolitikerInnen schwindeln, gilt im Volk als selbstverständlich. Die Uni-BesetzerInnen fallen auf, weil sie das Selbstverständliche nicht mehr als selbstverständlich hinnehmen. Wenn sie lesen, 86 Prozent der ÖsterreicherInnen seien für eine Beschränkung des Zugangs zu den Universitäten, lassen sie sich vom Leumund des Erfinders dieser Quote nicht täuschen. Das reputierliche Institut für Markt- und Sozialanalysen Ges. m. b. h., bekannt unter IMAS, hat mit diesem «Umfragen»-Ergebnis wie bestellt die Position beider Koalitionspartner unterstützt, der von den Studierenden geforderte freie Zugang zur Hochschulbildung sei nicht möglich. In der Branche der Markt- und Meinungsforschung kommt man nicht mit den Methoden der Objektivität in den Status der Bonität, sondern mit Manipulationen zum Zwecke des Verhinderns unerwünschter Ergebnisse.

Robert Sommer / 18.11.2009 mehr lesen +

Die Leitfigur ist unerwünscht

Das Audimax als Schule der langsamen Basisdemokratie

article_1375_unibrennt_1_180.jpg Wo es ein Oben und ein Unten gibt, kommt man schnell zu Entscheidungen. Wo diese Kategorien fehlen, muss zuweilen lange debattiert werden, bis man zu einem Konsens kommt. Das ist leider die Crux der Basisdemokratie. Aber ein sympathische
Tun & lassen Aktivisten Plattform Unsere Uni / 19.11.2009 mehr lesen +

"Wie Exoten"

Lokalmatadorin Nr. 214

article_1373_kramer_180.jpg Ulrike Kramer studiert die Sprachnuancen, die anzeigen, dass der Wiener kein Deutscher ist. Lokalmatadore nennt sich auch der Sammelband dieser Porträt-Serie erhältlich bei gut sortierten Augustin-VerkäuferInnen sowie im Buchhandel.  
Vorstadt Uwe Mauch / 19.11.2009 mehr lesen +

Warum wir auf die Strasse gehen

Über einen weiteren Versuch, "positiven Boulevardjournalismus" zu betreiben

Zum «Morgen», der Wochenzeitung der AudimaxistInnen, wie sich die BesetzerInnen des Audimax der Wiener Universität augenzwinkernd nennen, muss man den ZeitungsmacherInnen gratulieren. Der Verzicht auf akademisch-intellektuellen Schreibstil macht es möglich, das Anliegen der «Schlafsack-Revolution» ...
Tun & lassen Dario Summer / 18.11.2009 mehr lesen +

Der Swarovski-Song

Wie ein Liedchen laufen lernte:

Dass Kinder dazu neigen, ein dynamisches Eigenleben zu entwickeln, weiß ich natürlich, schließlich bin ich dreifache Mutter. Dass das mit Songs auch so sein kann, war mir bis vor kurzem neu. Vor allem, weil die Liedermacher, heute Songwriter, eigentlich abgeschrieben sind.
Dichter Innenteil Maria Stern / 18.11.2009 mehr lesen +

Die Leistungslüge

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In Österreich verdienen zwei Millionen Menschen so wenig, dass sie nicht einmal Steuern zahlen. Wer Steuern zahlt, so der Finanzminister wortwörtlich, ist ein Geber, ein Leistungsträger. Die anderen sind die Nehmer. Die Tausenden in prekären Jobs und unsicheren Beschäftigungsverhältnissen sind also ...
Tun & lassen Martin Schenk / 18.11.2009 mehr lesen +