Augustin 267 - 01/2010

article_1424_cover267_180.jpg «Ich habe das Gefühl, dass der Augustin des Öfteren aus reinem Mitleid gekauft wird. Das Nicht-Wahrnehmen des intellektuellen und sozialen Werts dieser Straßenzeitung ist wirklich beschämend und arrogant», sagt eine Studentin. Das sei auch als Selbstkritik zu verstehen. Sie nimmt an einem Seminar über Bewusstseinsbildung und Alltagsverstand teil. Gerald Faschingeder hat als Lehrbeauftragter des Projektes Internationale Entwicklung der Uni Wien für eine Seminar-Einheit den Augustin eingeladen. Die Studierenden reflektieren die Seminarinhalte in so genannten Journalen. In einem dieser Journale lese ich: «Dadurch, dass das Projekt ohne staatliche Subventionen läuft, kann der Augustin auch freier und ohne Hemmungen die Gesellschaft und Politik reflektieren. Der Augustin ist vielleicht in zwei Richtungen bewusstseinsbildend. Einerseits erfahren die so genannten Unterdrückten, dass sie doch etwas wert sind, und sie haben ein Instrument in der Hand, womit sie sich gegen die täglichen Erniedrigungen wehren können; andererseits ist die Zeitung bei den LeserInnen bewusstseinsbildend. Beim Augustin ist eben toll, dass das Anprangern der Gesellschaft weitaus mehr Qualität besitzt als die üblichen Stammtischparolen. Es werden aber auch Emotionen sichtbar, sodass ein Mensch wirklich kalt sein muss, wenn die Augustin-Lektüre in ihm nichts bewegt.»
Robert Sommer / 27.01.2010 mehr lesen +

Schule, die allen nützt

eingSCHENKt

Bei gleichen Leistungen bekommen ärmere Kinder schlechtere Noten. Bei gleichen Noten treten ärmere Kinder seltener in die AHS über. Zwei aktuelle Ergebnisse aus dem Bundesinstitut für Bildungsforschung. Bettina Kellner muss genau rechnen mit ihrem kleinen Einkommen und den drei Kindern. Schulanfang...
Tun & lassen Martin Schenk / 29.01.2010 mehr lesen +

Wenn die Kameras verschwinden ...

Dass Haiti das ärmste Land ist, ist nur die halbe Wahrheit.

article_1430_haiti_180.jpg Im Augenblick gebe Haiti eine »dramatische Story« im Fernsehen ab, sagte die in Miami lebende haitianische Schriftstellerin Edwidge Danticat, »aber wenn die Kameras verschwinden, blicken die Menschen wieder weg«. Ähnlich die Journalistin und Haiti-Expertin Amy Wilentz: Die Haitianer seien »nur belie...
Tun & lassen Robert Sommer / 27.01.2010 mehr lesen +

Der Palast, der nicht Palast bleiben durfte

Heute kann Udo Lindenberg hier nur mehr auf die Wiese pinkeln

article_1429_Palast3_Aug2006_180.jpg «So deutsch ist das höchste Haus der Welt», titelt Anfang Jänner der Spiegel. Das Haus, das fast einen Kilometer hoch ist. Der Burj Chalifa in Dubai. Was hat das mit Mario Langs Fotochronik vom Abriss des Palastes der Republik im ehemaligen Ostberlin zu tun. Man ahnt es. Die Stahlträger des Palastes...
Dichter Innenteil Robert Sommer / 27.01.2010 mehr lesen +

Ein See, der "blubb" macht

Gert Jonkes kleine Schwester Bella Ban ist eine große Künstlerin

article_1427_bellapan_180.jpg Bella Ban will luftige Textschachteln für Gert Jonke schaffen, arbeitet den Kärntner Nationalsozialismus ab und schafft neue Räume in Wortskizzen, Performances und Bildern. Das politisch-ästhetische Kunstprojekt Cafe OM in Klagenfurt durchlebte sie mit Viktor Rogy, dem letzten Dadaisten Kärntens. Vi...
Artistin Kerstin Kellermann / 27.01.2010 mehr lesen +

Im Ballsaal tanzen noch die Reichen

Der Globalisierungskritiker Jean Ziegler im Augustin-Gespräch (Teil 2)

article_1425_jeanziegler_180.jpg Die letzte Frage an den Menschenrechtsaktivisten und Globalisierungskritiker Jean Ziegler im ersten Teil des Augustin-Interviews (Ausgabe Nr. 266): Gibt es Staaten der so genannten Dritten Welt, die der Erste-Welt-Walze, die ökonomisch über sie drüberfährt, etwas entgegenzusetzen haben? Ziegler beri...
Tun & lassen Andreas Kövary / 27.01.2010 mehr lesen +