Augustin 277 - 06/2010

article_1524_cover277_180.jpg Unter den modernen Industriegesellschaften sind nicht die reichsten Gesellschaften die gesündesten, sondern diejenigen mit den geringsten Unterschieden zwischen Arm und Reich. Sagt der Londoner Epidemiologe Richard Wilkinson. Er richtet seine Neugier nicht nur auf die Gesundheits-Aspekte der Ungleichheit. «In Gesellschaften mit größerer Ungleichheit fällt besonders das Vertrauensniveau geringer aus», zitiert Wilkinson aktuelle Studien. Menschen seien weniger dazu bereit, anderen zu vertrauen. Und die Beteiligung an der Gemeinschaft sei geringer. Die ÖsterreicherInnen vertrauen einander wenig, im Vergleich mit den SkandinavierInnen. Wir spürten es. Nun hätten wir eine Erklärung dafür, die wert ist, durchdacht zu werden. Für den Augustin war Wilkinsons Referat das «Aha-Erlebnis» der jüngsten «Armutskonferenz» in Salzburg. Die LeserInnen werden das nachempfinden können, nach der Lektüre unseres Gesprächs mit dem britischen Wissenschaftler (Seite 10).
Robert Sommer / 16.06.2010 mehr lesen +

Gleichheit macht glücklich

"Verblüffend" fand der Epidemiologe R. Wilkinson die Resultate seiner eigenen Studien

article_1533_wilkinson_180.jpg Die britische Tageszeitung «The Guardian» bezeichnete das kürzlich auf Deutsch erschienene Buch von Richard Wilkinson und Kate Pickett als das vielleicht wichtigste des Jahres 2009. Der Augustin sprach mit dem Epidemiologen der University of Nottingham, der seit Jahrzehnten zu Ungleichverteilung, So...
Tun & lassen Martina Handler / 18.06.2010 mehr lesen +

Das Zwischenreich: neue soziale Risken

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Frau S. schlägt sich als Ich-AG und Armutsunternehmerin mit Gebrauchsgrafiken durch den Alltag. Ihr dreijähriger Sohn leidet seit seiner Geburt an schwerem Asthma. Er braucht viel Zeit. Der Lohn ihrer Arbeit ist unregelmäßig und gering. Loch auf Loch zu. So muss sie rechnen, einmal die Miete, einmal...
Tun & lassen Martin Schenk / 17.06.2010 mehr lesen +

Der Frühling der Ungehorsamkeit

Auch in Österreich nehmen viele Menschen die Abschiebung ihnen vertrauter Asylsuchender nicht mehr hin

article_1529_zivilcourage_180.jpg Die Tatsache, dass Flüchtlinge ins Ungewisse abgeschoben werden, auch wenn sie längst in die österreichische Gesellschaft integriert sind, scheint die ÖsterreicherInnen nicht aus der Gemütlichkeit zu reißen. Die Tradition des zivilen Ungehorsams gegen die Demontierer des Asylrechts, die etwa in Fran...
Tun & lassen Alexander Stoff / 16.06.2010 mehr lesen +

Massenauflauf

Hitze: Flirrender Asphalt, und wenn sich irgendwo ein Stückchen Schatten findet, dann ist es auch nicht mehr. Nur Schatten und nur ein Stückchen. Ich beeile mich, eines zu erreichen, versuche meine Füße, die heiß gelaufen sind, darin zu kühlen. Kaum ist man angekommen, ist der Schatten auch schon w...
Dichter Innenteil Roman K. / 16.06.2010 mehr lesen +

Irgendwas ist immer

BALD werden wir bei Rühm sein..NUN sind wir dort. EBEN waren wir bei ihm

article_1527_rühm_180.jpg «Niemand kann immer Avantgarde sein», sagt MUMOK-Direktor Edelbert Köb über das Schicksal mancher KünstlerInnen, die eine Epoche prägen und im Laufe der Jahre Arbeiten produzieren, die vielleicht weniger (politische) Sprengkraft, aber nicht zwingend geringere Qualität aufweisen. Eine Ausstellung ehr...
Artistin Marlene Gölz / 16.06.2010 mehr lesen +

Dem "Hässlichen" nützt auch die Stille nicht

Eine menschenrechtliche Analyse zum Bettelverbot

bettelverbot©.jpg Ein Kolumnist dieser Zeitung ist in diesem Frühling aus der SPÖ ausgetreten und weint ihr nicht einmal eine Träne nach. Auschlaggebend dafür war, dass die SPÖ-Fraktion im Rathaus schneller die Antibettlerverordnung in Richtung generelles Wiener Bettlverbot verschärfte, als Strache in eine Position g...
Tun & lassen Caroline Kerschbaumer / 16.06.2010 mehr lesen +

Tief in den Abgrund des Wissens fallen

Nicht alles, was im Kabarett stattfindet, ist Kabarett: Begegnung mit K. F. Kratzl

article_1525_kratzl_180.jpg Ist Karl-Ferdinand Kratzl mittels eines Interviews zu erfassen? Der Augustin versuchte es. Es wurde kein klassisches Interview. Aber Kratzls tiefschürfende Worte suchten und fanden den Weg zu seinem Gesprächspartner. Zu einem «Gespräch» per E-Mail (Frage hin, Antwort her) war Kratzl nicht bereit gew...
Artistin Peter Katlein / 16.06.2010 mehr lesen +