Augustin 286 - 11/2010

article_1606_cover286_180.jpg Zeig mir die großen Bahnhöfe, und ich sage dir, ob die Städte noch frei genug sind, um sich um die Menschen zu sorgen, oder ob sie schon ganz im Griff des großen Geldes sind. Die Stuttgarter Bevölkerung scheint begriffen zu haben, dass der Wechsel der Bahnhofskultur gewissermaßen ein Indikator ist. Der Mönchengladbacher Wirtschaftswissenschafter Tim Engartner schrieb: «Auf dem Weg der Bundes- zur Börsenbahn büßen Bahnhöfe ihren Charakter als öffentliche Räume und Kulturdenkmäler ein, wandeln sich die ursprünglich für jedermann zugänglichen `Eingangstore zu den Städten` durch ihre Neugestaltung zu von privaten Sicherheitsdiensten überwachten Geschäftswelten mit Gleisanschluss.» In dem Maße, wie sich die Privatsheriffs in den wie Flughäfen gestalteten Bahnhöfen ausbreiteten, verschwanden die «Gestrandeten» aus den Hallen, weil es nun schon als Verbrechen gilt, wenn sie sich auf den ohnehin fast verschwundenen Warteraumbänken zur Ruhe legen.
Robert Sommer / 22.11.2010 mehr lesen +

Gedruckt, gesendet, gepickt

Chefredakteure an der kurzen Leine – Aspekte der Raiffeisen-Dominanz (Teil 3)

article_1611_raiffeisen028_180.jpg Als Friedrich Wilhelm Raiffeisen 1862 im deutschen Anhausen die erste Darlehenskasse im Rahmen seiner Selbsthilfe-Idee für arme Bauern gründete, konnte er nicht ahnen, dass rund 150 Jahre später die Agrarsache nur ein Teil der Raiffeisen-Organisation sein sollte. Lutz Holzinger und Clemens Staudinge...
Tun & lassen Clemens Staudinger / 22.11.2010 mehr lesen +

Jemand, der die Dose beherrscht

Streetart: Kleine Einführung in Sprache und Lebensgefühl der SprayerInnen

streetart©jz5.jpg Die durchschnittliche Augustin-Leserin wird die massive Besprayung freier vertikaler Flächen in unserer Stadt nicht als jugendlichen Vandalismus verurteilen; vielleicht würdigt der eine oder die andere die Graffiti sogar als eine aus den großen Städten nicht mehr zu verbannende freie Kunst. Auch den...
Artistin Rasmus 17 Jahre / 22.11.2010 mehr lesen +

Advent, Advent, der Aufstand pennt?

«Die Menschen reden wieder miteinander» das ist die Lehre aus Stuttgart

article_1608_stuttgart2_180.jpg Am 11. Dezember wird der «zivile Ungehorsam», der in Stuttgart inzwischen allgemein als anständiges Gebaren gilt, einmal mehr die Form einer Großdemonstration annehmen. Die Schlichtungsgespräche zwischen GegnerInnen und BefürworterInnen des Bahnhofsprojekts hatten bewirkt, dass es in Stuttgart relat...
Tun & lassen Tito Behr / 22.11.2010 mehr lesen +

Böse, bildungsferne Türken

Über Hans Rauschers ethnologischen Exkurs nach Yozgat

Seit Thilo Sarrazins Bestseller und Straches Stimmenzuwächsen in Wien erkennen auch die bürgerlichen Medien wieder Handlungsbedarf in Sachen Integration und erheben sich mit vorgeblicher Sachlichkeit über das Gutmenschentum. Sie stellen sich falsche Fragen und geben sich falsche Antworten. Hans Raus...
Tun & lassen Richard Schuberth / 22.11.2010 mehr lesen +

Die Mittelschichtslüge

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Eine Linie. Am einen Ende stehen die Ärmsten, am anderen die Reichsten. Wenn man nun fragt, auf welcher Position dieser Linie sich die Reicheren einschätzen würden, dann zeigen sie auf die Mitte. Fragt man die Ärmeren, wo sie sich selbst sehen, ordnen sie sich ebenfalls ein: in der Mitte. Das ist de...
Tun & lassen Martin Schenk / 17.11.2010 mehr lesen +