Augustin 293 - 03/2011

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«Es drängen sich neuerdings Gestalten an die Oberfläche der Verarmung, gegen die rechtzeitig und mit allem Nachdruck protestiert werden muss. Der Schreiber dieser Zeilen, seit über dreißig Jahren am Wiener Platz als Schnorrer tätig und in dieser Branche durch rastlose Mühe und ein wohlfundiertes Kapital an Geldbedürfnis groß geworden, sieht sich plötzlich mit einer Sorte neuer Armer in einer Gesellschaft vereint, die durch nichts zu ihrer Rolle legitimiert erscheinen. Wie kommen wir, solide Vorkriegsschnorrer, für die der Besitzmangel stets mehr war als ein zufälliges und vorübergehendes Kein-Geld-Haben und die wir unsere Weltanschauung buchstäblich am Mund der Reichen absparen mussten, dazu, Leute sich an uns herandrängen und unserem Los zugesellt sehen zu müssen, deren Armut erst von gestern ist? Wohin soll es mit der Kultur des Schnorrertums, mit der Sittlichkeit und Würde des Bettlerstandes kommen, wenn der Zufall einer Wirtschaftskrise, einer Börsenbaisse usw. jedem dahergelaufenen Milliardär gestatten kann, sich plötzlich als Bettler aufzuspielen?»

Robert Sommer / 10.03.2011 mehr lesen +

Betteln arbeitsökonomisch betrachtet

Ab Mai 2011 gilt in der Steiermark ein generelles Bettelverbot

article_1692_bettelverbot_180.jpg Nein, kriminelle Vorgänge, Menschenhandel und Ausbeutung, seien trotz mehrmaliger intensiver Ermittlungen bei den in Graz bettelnden Menschen nicht festgestellt worden, betonte der Grazer Stadtpolizeikommandant Kurt Kemeter in einem Ö1-Interview vor einigen Wochen. Trotzdem sei er für ein generelles...
Tun & lassen Martina Handler / 10.03.2011 mehr lesen +

Überall die Finger drinnen

Wie Sabine Marte mit dem «Schnipselautomaten» die Programmierkunst revolutioniert

article_1691_sabine_marte_180.jpg Die Video- und Performancekünstlerin Sabine Marte, auch als Musikerin in den Formationen SV Damenkraft und Pendler unterwegs, gewann letztes Jahr mit ihrem experimentellen Kurzfilm «B-Star, untötbar! Reloaded» den Diagonale-Preis für innovatives Kino. Auch bei der diesjährigen Diagonale Ende März is...
Artistin Gerda Kolb / 10.03.2011 mehr lesen +

Wie human ist die Humana-Box?

«Migrationsskizzen» Auch unsereins in postkolonialen Verstrickungen

migrationsskizzen©nilbar.jpg Man könnte meinen, über das Thema «Migration» sei schon genug geschrieben worden, vor allem genug Blödsinn. Zwischen zwei Buchdeckeln erwarten die LeserInnen im Fall der «Migrationsskizzen» allerdings nicht nur klare Statements, sondern auch Videos, Performing Art oder Objektkunst. Vier Künstlerinne...
Artistin Florian Müller / 10.03.2011 mehr lesen +

Ein Beispiel von Zivilcourage?

Da sitz ich, oder, besser gesagt, da steig ich neulich in die Straßenbahn, den Fünfer. Mich friert, ich zwäng mich rasch an zwei Leuten vorbei und steuere schnell einen Platz an, weiter vorn im Waggon. Erst als ich eine Minute sitze, bemerke ich, aus meiner Pelzkappe hervorlugend, warum ich mich nic...
Dichter Innenteil Wolfgang Glechner / 10.03.2011 mehr lesen +

Raiffeisenbahn Wien-Salzburg

Der lange Arm des Giebelkreuzes Aspekte der Raiffeisendominanz (Folge 10)

Der Raiffeisenkonzern stützt seine ökonomische Macht nicht nur auf eigene Aktivitäten in den Bereichen Finanzwirtschaft, Verarbeitung und Vermarktung von Agrarprodukten, umfassende Belieferung der Bauern mit Produktionsmitteln und der Landbevölkerung mit Bedarfsgütern aller Art. Er verfügt ferner di...
Tun & lassen Lutz Holzinger / 09.03.2011 mehr lesen +

Was wir tun und sein können

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Samstagnachmittag im Treffpunkt der Kontaktstelle für Alleinerziehende. Gut zwanzig Frauen kommen hier monatlich zu einem Austausch zusammen. Als Thema steht heute die Frage nach dem guten Leben auf dem Programm. Für Maria zum Beispiel gehören gute Bus- und Bahnverbindungen unbedingt dazu, weil sie ...
Tun & lassen Martin Schenk / 09.03.2011 mehr lesen +