Das Regenwasser-Klo

Ganz Österreich leistet sich den Luxus, seine Fäkalien mit kostbarem Hochquellenwasser in den Kanal zu spülen. Das müsste nicht so sein, denn wenn sich jeder die Mühe machen würde, das Wasser aus dem Geschirrspüler, aus der Badewanne oder aus der Waschmaschine in einen großen Sammelspülkasten zu leiten, um es für das Klo zu verwenden, dann könnte man sehr viel Trinkwasser einsparen. Das Kloprojekt von Kamilla Blitzstein (sie ist 10 Jahre alt und meine Tochter) beschäftigt sich mit einer Regenwasserklospülung.
Kamilla Blitzstein, Anton Blitzstein / 07.11.2006
Kamilla und ich planen also außen am Haus einen riesigen Spülkasten anzubringen. Dazu dient eine ausgediente große Kühltruhe, die wir auf einen Sockel, so hoch als möglich - bis unter das Klofenster - anbringen wollen, um genügend Wasserdruck zu erzeugen. Danach werden wir das Wasser aus der Dachrinne in die Kühltruhe leiten.
Der Spülkasten ist deshalb außen, da wir innen zuwenig Platz hätten.
Eine Kühltruhe ist es aus dem Grund, weil sie wasserdicht ist und durch ihre Isolierung das Wasser im Winter vor dem Einfrieren schützt.
Ein Überlaufventil leitet das überschüssige Wasser bei größeren Wolkenbrüchen in ein Sammelbecken für Pflanzen und als Reserve für Trockenzeiten. Eine Rohrleitung mit Schwimmer befördert das Regenwasser in das Haus, wo es auf Betätigung der Spültaste seine Funktion erfüllt. Noch besser wäre es natürlich, unseren Klo-Inhalt ohne Wasser und Kanal fachgerecht für unsere Pflanzen zu kompostieren, hier müssten wir allerdings mit heftigen Protesten der Nachbarn rechnen.
Soweit die Theorie. Sachlage jedoch ist: Es ist verboten, Wasser, das nicht aus der Hochquellenwasserleitung kommt, zum Klospülen zu verwenden, da es an der Hochquellwasserleitung einen Zähler gibt, der die entnommene Menge misst, um daraus die Kanalgebühr zu errechen. Somit ist es verboten, mehr Abwasser in den Kanal zu leiten als man Trinkwasser entnimmt.
Marlies sagt, wenn sie einen Elefanten als Haustier hätte, der zum Frühstück
120 Liter Wasser trinkt und zum Ausgleich in der Elefantenschule aufs Klo
geht, dann würde sich das Problem mit dem zuviel abgegebenen Kanalwasser
von selbst lösen. Da hat sie Recht, aber nur theoretisch, denn ein so großes Tier
hätte in ihrem Zimmer sicher keinen Patz und damit haben wir das
Zählerproblem noch nicht wirklich gelöst.
Die Kriminalisierung der Wassersparwilligen fördert solche Projekte nicht wirklich, denn die Mutter meiner Töchter hat bereits angekündigt, aus Sorge vor einer eventuellen Bestrafung das ganze abblasen zu wollen. Das wäre traurig, sagen meine Töchter, wenn schon bei der Forschung für den Solarhubschrauber und das
Pressluft betriebene Auto nichts weiter geht, da niemand an Sonnenstrahlen und Wienerluft wirklich viel Geld verdienen kann und folglich auch niemand interessiert ist, in die Entwicklung zu investieren
Der nächste Krieg wird vielleicht schon wegen Trinkwasser stattfinden und immer noch ist es so, dass die Sparwilligen bestraft werden, anstatt belohnt.

(*)

Nominierungs-Urkunde zur inoffizielle Verleihung des Sozial-Oskars für besonderes Engagement im Psychiatriebetroffenbereich. Gestiftet und verliehen von der Psychiatrischen Freimaurerloge um Anton Blitzstein. Die Preise sind handgefertigte Mondkalbkeramiken, ein bis drei Köpfe, von Anton Blitzstein.

Vorgeschlagen für den Sozial-Oskar sind insgesamt 30 Personen.
Preise gibt es jedoch nur drei, es wird also eine kleine Jury von Psychiatrie- Erfahrenen nach eingehender Beratung drei Gewinner bekannt geben.
Das können Patienten, Angehörige, Sozialarbeiter, Ergotherapeuten, Psychologen, Musiktherapeuten und Psychiater usw. sein.

Wenn es möglich ist und niemand etwas dagegen hat, werden die Gewinner in etwa einem Jahr in der Patientenzeitung Kuckucksnest geehrt und gewürdigt.
Die erste derartige Verleihung von Blitzsteinkeramiken für besondere Verdienste fand übrigens bereits vor 12 Jahren unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.
Ps.: Besser wäre es natürlich gewesen, wenn man die Verleihung im Rahmen einer Tagung gemacht hätte.
Kamilla Blitzstein, Anton Blitzstein / 07.11.2006