Es leckt im Sprach-Rohr

Aus dem Haus ragt ein Sprach-Rohr.

Aber selbst,
wenn man sein Hör-Ohr ganz nahe dran hält,
versteht man nicht,
was herausdringt.

Sieht man mit dem Seh-Auge genauer hin,
erkennt man in der Dunkelheit des Rohres
einzelne Worte,
die sich verschwommen im Ohr widerspiegeln.

Kommt die Riech-Nase zum Einsatz,
wendet sie sich dankend ab
dort drinnen
ist alles ganz fürchterlich abgestanden.

Meike Kolck-Thudt / 05.05.2011
Selbst der Tast-Finger bohrt im Sprach-Rohr herum.
Er fühlt die Kanten
und das kalte Material.
Er sticht ins Ohr.

Wohin?
Ins Ohr.

Das Sprach-Rohr blinzelt mit all seiner Kraft,
aber die Umgebung bleibt unklar.
Der Finger grapscht ins Aug
und holt eine Wimper heraus.

Was holt er?
Heraus.

Das Blinzeln wird stärker,
der Finger war dreckig.

Wie war er?
Stärker.

Das Ohr ist verstopft
und aus dem Sprach-Rohr rinnt es und rinnt.

Was passiert?
Es verstopft.
Meike Kolck-Thudt / 05.05.2011