Narrativ

Narr-Naiv!

Fleisch Lebewohl!

Fest unterspickt vom Weihnachtsbraten und Silvester, halte ich mein Wams feist unter dem zu kurz geratenen T Shirt.

Am Kopf die Narrenkappe

Den Schalk im Nacken

Gleich ist gleich, wird behauptet

Trübsal bläst man nicht

Hahaha

Lustig samma!



Susanna Marchand / 26.02.2017

So tun, als ob, es brodelt der schwarze Humor in den Eingeweiden.

Jetzt wird ausgeteilt, ein Späßchen hier, eine bunte Girlande schlängelt sich vom Luster

zwischen Mann und Frau.

Versuche mich, flüstert sie den beiden zu.

Die Luft, geschwängert vom Bierdunst, vernebelt den guten Ton, einfach ungehobelt langt der Scheich nach der Prinzessin ihrem Thron.

Das Krönchen purzelt hinab

Verschlungen liegen sie unter dem Tisch

Er versteckt sie unter seinem Kaftan

Simsalabim, weggezaubert vom Magier, der es mit der Hexe treibt.

Der Cowboy wollte eine mit dem Lasso fangen,
die Squaw hatte nach dem Bleichgesicht doch kein Verlangen.

Sie fesselte ihn an den Gartenzaun zur Abschreckung für alle Frauen.

Vor ihm richtete sich mächtig ein Grizzlybär auf, der schwitzte in seinem Fell
und befreite den Cowboy behände und schnell.

Ängstlich zog er sodann seinen Revolver, der Bär duckte sich, die Patrone blieb stecken im Baum, der einst still und stumm vor dem Fenster der Chinesin gaffte.

Getroffen fiel er zu Boden.

Der Cowboy suchte das Weite, hinter ihm der Bär.

Dem Baum schmerzte schwer sein Herz,
die Chinesin lachte und glaubte, das wäre ein Scherz.

Der Baum röchelte und krümmte seine Äste.

Die Freundin der Chinesin, eine Gottesanbeterin, flehte ins Telefon um Hilfe.

So kamen zwei Polizisten, tatütata, und wurden des Grauens gewahr.

Kein schöner Anblick, den Baum im Sterben zu betrachten.

Rundherum wurde getanzt, getrunken und geküsst.

Das Leben ging weiter, manchmal traurig, manchmal heiter.

Der Maskenball war um Mitternacht vorbei.

Die Chinesin zog ihre Verkleidung aus, schüttet betrübt Asche über ihr Haupt.

Der Baum hatte seinen Lebenssaft gelassen.

«Das Fleisch ist kalt», beschwerte sich der Ritter, in seinem Harnisch gefangen,
und klappert von dannen.

Die Wurzeln des gefällten Baums blieben verankert in der Erde wie Krallen.

«Versteckt euch nicht vor dem Auffallen», stand geschrieben in seinem Stumpf, auf dem in manch lunarer Nacht der Tor Platz nahm und daran dacht.

All dies passierte vor Pasching im Fasching und noch viel mehr, über das zu berichten wär.


Susanna Marchand / 26.02.2017