Stylingtipps für AugustinverkäuferInnen

Als Verkäuferin im öffentlichen Raum sollten Sie folgende Regeln beachten: Kleiden Sie sich nicht, ziehen Sie sich an. Zu modische Stücke aus dem Caritaslager sind zu vermeiden, hingegen zeugen Reparatur- und Flickstellen von gutem Willen. Als Grundregel gilt: arm, aber sauber. Wie Sie das machen, ist ihr Problem.
Christa Christa / 22.07.2008
Guter Tipp: Tragen sie keine der Jahreszeit angepassten Schuhe. Sie können passend gemacht werden, indem sie Löcher in Stiefel schneiden (Sommer) oder Sandalen in Zeitungspapier wickeln (Winter). Frisur: Beanspruchen sie die kostenlosen Dienste unserer Augustin-Friseurin nicht zu oft. Ausgefranst kommt immer gut und ist außerdem modern. Sollten sie ihr Haar z. B. im Frauenwohnzimmer frisch gewaschen haben, verwenden sie Wet-Gel, das gibt wieder den leicht verwahrlosten Touch Achtung, nicht übertreiben! und lässt sich problemlos ausbürsten. Gesunde Bräune vom Leben auf der Straße führt bei Indoor-Arbeitenden zu Neid, daher unbedingt überschminken. Weißtöne, und um die Augenringe zu betonen Grautöne bieten sich an. Vermeiden Sie Gelb, das führt zu unschönen Verdächtigungen.
Sollten Sie AfrikanerIn sein, haben Sie allerdings Pech gehabt. Machen Sie ihre Krankheiten und Behinderungen öffentlich sichtbar: Sind Sie auf einem Auge blind? Augenklappe tragen, vielleicht sogar in Verbindung mit einer starken Brille für das verbliebene Auge. Schmerzen in Armen oder Beinen können Sie durch Verbände anzeigen, und wer weiß, vielleicht helfen sie auch. Leiden Sie an psychischen Erkrankungen, hilft es, wenn Sie sich ein leichtes Hinken einbilden. Zum Schluss noch einige allgemeine Verhaltensregeln: Lassen Sie sich nicht dabei erwischen, das erarbeite Geld für Folgendes zu verwenden: In der Öffentlichkeit sind essen und trinken besonders ungern gesehen, allenfalls ist die Bitte um ein Glas Wasser erlaubt. Tabakkonsum ist Luxus und verbietet sich daher ohnehin von selbst. Lassen sie niemals durchblicken, dass Sie einen Fernseher besitzen oder einen Computer benötigen. Arme sollten von der Welt ferngehalten werden. Damit ist auch das Thema Handy erledigt.
Ein Hund ist aber anzuraten, er schafft den richtigen Mitleidseffekt. Wir sind sicher, mithilfe dieser Tipps haben Sie den Erfolg, den Sie sich bei Ihrer Arbeit wünschen. Viel Glück!
Christa Christa / 22.07.2008