F13: Das umgedrehte Planquadrat

Aktionstag am Praterstern

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Fahrscheine bitte! Ausweiskontrolle! Haben Sie nicht? Wunderbar. Aber graue Haare? Wie viele? Lassen Sie uns zählen! Aktion scharf! Sie sollten sich eine Brille besorgen. Oder in eine Pfefferoni beißen!

Foto: Michael Bigus


Redaktion / 17.01.2017
Beim F13-Planquadrat, das am 13. Jänner am Praterstern stattfand, musste niemand Angst haben. Schon gar nicht jene Menschen, die von der Polizei als «dicke Fische» gehandelt werden: die Ausweislosen, die Freifahrerinnen, die He­rumsteher, die Freundinnen des Dosenbiers, die Strawanzer und die Nichtstuerinnen, die sich im Bahnhof aufwärmen und im Schatten wirtschaften.

 

Purzelbaumschlägertrupp

Augustin-Verkäufer_innen, F13-Fans, das Slow Forward Theater, selbsternannte Purzelbaum-Kontrolleur_innen und soziale Sehtest-Optiker_innen haben am Praterstern ein umgedrehtes Planquadrat organisiert, um ein bisschen Freude in den Bahnhofsalltag zu bringen. Und um festzustellen, dass Sauberkeit, Sicherheit, Ordnung, Fahrscheinkontrolle, Armenvertreibung, Bahnhofsneubauten, Kriminalisierung der kleinsten Drogenfischchen, Verbot des betrunkenen Herumstehens, des Bettelns und des Straßenzeitungsverkaufs nicht unserer Vorstellung von Stadtentwicklung entsprechen. Die Purzelbaumschläger_innen kamen auf ihre Rechnung, für fehlende Fahrscheine und scharfe Sicht gab es Zuckerl und Vodka, und selbst der junge Trupp an herbeieilenden Polizisten hatte seine Freude an der «Wahnwitzigen Spaßkontrolle», die minutiös durchgeführt wurde. Nur ob die Bahnhofs­aufsicht sich über den Chor freute, der das «Freifahrtslied» in die Überwachungskameras sang, wurde nicht überliefert.

 

Glühkompott & Feuerwerk

Draußen am Vorplatz wachte inzwischen das überdimensionierte Pappendeckelmonster über «Sicherkeit und Sauberheit», eine Ausstellung aus Zeitungsschnipseln lud zur Schnellreflexion über Stadtentwicklung ein, und neben magenwärmendem Glühkompott gab es zu guter Letzt auch noch ein Feuerwerk.
Ein glühender Dankesgruß geht auch ans Café Else für die Verpflegung!
Redaktion / 17.01.2017