Kaffeeklatsch mit Mehrwert: Deutsch lernen mit den Nachbar_innen im Sprachcafé am Alsergrund

Frauen und Männer sitzen in kleinen Grüppchen um die Tische im Café der Volkshochschule Alsergrund. Alle Alterstufen, viele Herkunftsländer, unterschiedliche Sprachen. Ein gemütlicher Plausch am späten Nachmittag, über Kinofilme, Sehenswürdigkeiten, nette Lokale, die Kinder.
Ruth Weismann / 17.01.2017

Die einen kommen hier ins Sprachcafé, weil sie Deutsch üben möchten. Die anderen, weil sie ihre Deutschkenntnisse weitergeben wollen. «Am Anfang kamen hauptsächlich Geflüchtete zu uns, inzwischen aber auch Menschen, die schon länger in Wien leben und nie die Gelegenheit hatten, Deutsch zu lernen», erklärt Liette Clees von der Agenda Alsergrund, die das Projekt organisiert. Seit August 2016 träfen sich alle zwei Wochen «Stammgäste» genauso wie Spontaneinsteiger_innen und solche, die nur ein- oder zweimal kommen. Rund 10 bis 20 Personen sind es pro Café, im Sommer, wenn man im Garten sitzen kann, sind es meist mehr. Am 19. Jänner erwacht das Sprachcafé aus der Winterpause und freut sich auf neue Gesichter. Vor allem auch auf Menschen, die gerne mal einen «Tisch leiten» möchten. Vorkenntnisse sind, außer gutem Deutsch, keine nötig, denn um strukturierten Unterricht geht es hier nicht. «Es geht darum, die Konversation anzuleiten, zu schauen, dass alle zum Sprechen kommen, und darum, dass man die Leute ausbessert, wenn sie Fehler machen. Denn das kommt im Alltag oft zu kurz», sagt Clees. Vielleicht ergibt sich ja sogar die Möglichkeit, im Austausch selbst ein bisschen von einer Sprache zu lernen, die einen immer schon interessiert hat. Wer mal die Tischleitung übernehmen möchte, meldet sich an (Infos siehe unten). Wer Deutsch lernen oder einfach mit Menschen unterschiedlichster Herkunft plaudern möchte, gesellt sich zwanglos zu einem der Tische. Es gilt wie überall: Durchs Reden kommen d’ Leut zam.


Sprachcafé Alsergrund: ab 19. 1.
jeden zweiten Donnerstag, 17 bis 19 Uhr
Galileigasse 8, 1090 Wien
Infos: agendaalsergrund.at

Ruth Weismann / 17.01.2017