Online-Tool gegen Online-Hetze: Und Action!

Der Shitstorm weht. Schon 2011 kürten Sprachwissenschaftler_innen ihn zum «Anglizismus des Jahres», seither hat sich der Sturm nicht gelegt, im Gegenteil. Hasskommentare, Beleidigungen, sexistische und rassistische Angriffe sind Alltag im Internet. Der Verein «ZARA – Zivilcourage und Anti-Rassismus-Arbeit» ist vor kurzem mit der Plattform CounterACT! online gegangen, um aktiv gegen Hass und Hetze im Netz» zu werden.
Ruth Weismann / 31.01.2017

Die Seite klärt über die Rechtslage bezüglich strafbarer Inhalte auf, stellt Initiativen gegen Beleidigungen, sexistische und rassistische Angriffe im Netz vor, bietet Broschüren zum Download an und ein Video des «Bundestrollamtes für gegen digitalen Hass». Und das Wichtigeste: konkrete Anleitung auf die ewige Frage «Was tun?» im Menüpunkt «Act!». Das Dreipunkte-Schema Melden, Einmischen, Hilfe für Betroffene dient als Grundlage für Handlungen, wenn einem im Netz etwas begegnet, das nach falscher Meldung und/oder Hetze aussieht. Zu allererst gilt es zu beachten: Nichts teilen oder liken, worüber man sich nicht sicher ist. Eine Liste gibt Auskunft darüber, an welche Stellen man sich wenden kann, um bedenkliche Inhalte zu melden. Und dann findet man noch ein paar Tipps zum Richtigstellen von Postings, bei denen es sich ganz offensichtlich um «alternative Fakten» aka Lügen (oft eingesetzt zum Zweck des Hetzens gegen Minderheiten) handelt. Ob man angesichts der Möglichkeit, selbst ins Auge des Shitstorms zu geraten, Lust hat, online mit Hetzer_innen zu diskutieren, ist die eine Frage. Ob es etwas bringt, die andere, denn im Netz sind auch Rechthaberei und Propaganda zu Hause. Um nicht selbst heißzulaufen, weil man sich so über manche Postings ärgert, reicht es auch, rein sachliche Richtigstellung zu betreiben, soweit das möglich ist. Fällt in jedem Fall unter Zivilcourage.


www.counteract.or.at

Ruth Weismann / 31.01.2017