Augustin 621

Brücken bauen

Wie und wo diskutieren Sie, mit Kolleg:innen? Zwischen Tür und Angel, in der förmlichen Sitzung, bei der Pausenjause? Wie Kollegin Lisa Bolyos aus dem Augustin- Nähkästchen plaudert (S. 5), ist das auch bei uns je nachdem. Zeitmäßig wäre ja immer Luft nach oben, denn: Sich ausgiebig über Inhalte austauschen, tut gut. Wenn die Redaktion zum Beispiel nicht einig ist, welcher Text wie gedruckt werden soll/darf/kann oder nicht, schieben wir Diskussionsschichten per Mail, SMS, Telefon, Zoom, auf der Redaktionscouch, am Büroküchentisch … Konflikte müssen nicht immer vermieden werden, am Ende braucht es halt ein Ergebnis.
Wie finden wir also zusammen? Vielleicht hilft ein Blick ins Brückenbaumuseum, das Chris ­Haderer in der Steiermark besucht hat (S. 14). ­Renate Theissl hat ihre Liebe zu den verbindenden Bauten in der Schule entdeckt, als sie sich über den Handarbeitsunterricht für Mädchen ärgerte. Sie hätte lieber den Hammer anstatt die Nähnadel geschwungen, aber diese gendergerechte Brücke schlug die Schule damals kaum. «In Wahrheit geht es immer nur darum, das eigene Leben zu leben», sagt sie.
Das könnte auch das Motto jener Erfahrungsexpert:innen sein, die sich in der Interessenvertretung psychisch erkrankter Menschen engagieren. Etwa Christopher Tupy, der am Cover zu sehen ist und den Kollege Florian Müller für seine Story getroffen hat (S. 6). Tupy weiß, welche Ungerechtigkeiten und Hürden Betroffene erleben – von Arbeitsmarkt bis Gesundheitssystem. Sein Ziel ist, «dass es die UN-Behindertenrechtskonvention nicht mehr geben muss, weil alle Menschen einander ohne Vorurteile begegnen».
Auch die Augustin-Brücken werden durch Begegnung erbaut. Täglich auf der Straße, via Gedrucktem, oder, für etwaige Leser:innen-Inputs, gerne auch per Mail.

Café Augustin und Cat Content

Wos is los … beim Augustin?

Im Augustin-Teamalltag gibt es verschiedene Formen des Gesprächs: das sehr strukturierte, das in verschiedenen Arten von Sitzungen stattfindet, mit hohem Tempo, ergebnisorientiert, bei dem sich immer eine:r findet, der:die strafend auf die Uhr blickt… weiterlesen

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